6. Chronik der Anstalt.
Das Schuljahr begann am 13. 4. 26 mit der herkömmlichen Eröffnungsandacht, nachdem die Aufnahmeprüfungen für VI schon am 8. 3. 20 vorgenommen worden waren.
In den Pfingstferien unternahm Studienrat Dr. Wenzel mit 12 Schülern der UII— Ol eine Wanderfahrt nach Süddeutschland und Tirol; sie führte über Singen(Besichtigung des Hohentwiel) und Konstanz(Gang durch die Stadt) nach Bregenz(Bodenseefahrt, Besteigung des Pfänder). Dann Fahrt mit der Arlbergbahn nach Innsbruck, wo 4 Tage Aufenthalt genommen wurde(Besuch der historischen Stätten und Denkmäler, eine kleinere Hochgebirgswanderung über Taurer Alp, Törl, Herrenhäuser, Hall) und eine größere nach der Starkenburger Hütte im Stubaital, 2300 m. Weiter mit der Mittenwaldbahn nach Partenkirchen(Besuch der Partnachklamm). Dann nach München, wo das deutsche Museum und die Pinakothek besichtigt und die Vorstellung von Schillers„Lager“ und„Piccolomini“ im Prinzregententheater besucht wurde.
Gleichzeitig nahmen 7 Schüler unter Führung von Oberschullehrer Henrich an der großen Pfingsttagung des Vereins für das Deutschtum im Auslande teil, die diesmal in Hirschberg in Schle- sien stattfand. Das Ziel wurde mit dem Sonderzuge der Frankfurter Schulgruppen erreicht, an sämt- lichen Veranstaltungen teilgenommen und die Umgebung durchwandert. Die Bobertalsperre und der Kynast wurden besucht, eine Tageswanderung über Schreiberhau, Josephinenhütte(Glasbläserei und Glasschleiferei), den Zackenfall, die schlesische Baude, Krummhübel nach der Schneekoppe gemacht, von da ging es zur Hampel- und Teichhausbaude und der uralten Kirche Wang. Am 7. Tage wur- de mit Sonderzug Dresden erreicht, wo Standquartier genommen wurde. Besichtigt wurden die Gartenbauausstellung, der Zwinger, die Gemäldegalerie mit Raffaels und Holbeins Madonna, die Brühl- sche Terrasse und einige Kirchen. Ein Tagesausflug führte nach dem Elbsandsteingebirge; von Wehlen ging es durch die Teufelsschlucht, das Felsentor, den Höllengrund nach der Bastei und Bad Schandau, von da mit dem Dampfer nach Dresden zurück. Eine andere Tagesfahrt wurde nach Meißen unternommen, wo Stadt und Burg und die Porzellanfabrik besichtigt wurden. Nach 10 Ta- gen ging es mit Sonderzug nach Frankfurt und von da nach Wetzlar zurück.
Am 26. und 27. Mai unternahm Studienrat Dr. Schneider mit 11 Obertertianern und 6 Un- terprimanern eine Radfahrt in das Vogelsgebirge Sie führte über Grünberg in Oberhessen zum Hoh- rodskopf, wo in der Jugendherberge übernachtet wurde. Nach der Besteigung des Hohrodskopfes erfolgte die Rückfahrt über Schotten und Laubach nach Wetzlar.
Am 2. Juli wurden die Klassenauspflüge nach verschiedenen Punkten der nähern und weitern Umgebung unternommen, die bei gutem Wetter ohne Unfall verliefen.
Vom 19. bis 25. Juli unternahm Oberschullehrer Henrich eine Wanderfahrt mit 15 Schülern der Mittelklassen zum Rhein, der Nahe und dem Neckar. Sie führte über Koblenz an den Lacher See zur Besichtigung des Klosters und seiner Kirche, zurück an den Rhein und mit schöner Dampfer- fahrt nach Bacharach. Von hier ging es auf der Blücherstraße nach Rheinböllen, dann nach Kreuz- nach, Münster am Stein und der Ebernburg. Ueber Bingen und Rüdesheim(Niederwalddenkmal) wurde Wiesbaden erreicht, das Kurhaus, der Kochbrunnen und Neroberg besucht, dann nach Heidelberg gefahren, wo Stadt, Schloß und Scheffeldenkmal besichtigt wurden. Von hier erfolgte ohne Aufent- halt die Rückfahrt.
Die Kosten aller Wanderfahrten wurden so niedrig wie möglich gehalten und stets in den Jugendherbergen übernachtet So bekamen manche Schüler Gelegenheit, unter kundiger Füh- rung schöne Gegenden und berühmte Stätten ihres Vaterlandes selbst kennen zu lernen, von denen
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