Jahrgang 
1925
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Die UIIl erhält durch eine oder mehrere von ihr gewählte Schülerinnen die Ordnung auf- recht in der Karten-, Bilder- und Turngerätesammlung der Schule.

Sie übernimmt in gleicher Weise die Pflege der Blumen außerhalb der einzelnen Klassen, der Lehrer- und des Direktorzimmers, soweit die Blumen nicht Eigentum bestimmter Klassen sind,

Sie stellt nach ihrer WahlPausenordnerinnen, die die Aufgabe haben, kleinere Schülerinnen zu einwandfreiem Betragen in den Pausen(auf Hof und Flur) anzuhalten.

Der aufgabenfreie Nachmittag und der monatliche Wandertag wurden durchgeführt.

Fast durch das ganze Jahr hindurch lief die Quäkerspeisung, an der bis zum Herbst 40, später etwa 15 Schülerinnen beteiligt waren. Außerdem richtete die Stadt Wetzlar im letzten Vierteljahre noch eine besondere Speisung in ähnlicher Weise wie die Quäkerspeisung ein, an der etwa 20 Schülerinnen teilnahmen.

Jedes Kind wurde mindestens einmal schulärztlich untersucht, zahlreiche Kinder mehrmals. Der Gesundheitszustand war gut.

Der Schulgeldsatz betrug für alle 150 Mark.

28 Schülerinnen konnten Freistellen erhalten. Soweit die Mittel, die nach den gesetzlichen Bestimmungen hierfür zur Verfügung stehn, überschritten wurden, sind sie durch private Wohl- tätigkeit aufgebracht.

Eine sehr umfangreiche Hilfsbücherei konnte allen an sie gestellten Ansprüchen entsprechen.

Berufsberatung wurde seitens der Oberin der Frauenschule den Schülerinnen der oberen Klassen fortlaufend zu teil.

Der Elternbeirat wurde im Juni neu gewählt. Er hielt drei Sitzungen ab.

Die Frauenschule ist zweijährig und nach der Form B 2 des Erlasses vom 31. 12. 1917

eingerichtet.

Aus der Chronik der Schule.

Das wichtigste Ereignis war, daß wir mit Beginn des Schuljahres die genehmigte zwei- jährige Frauenschule mit der unteren Klasse eröffnen konnten. Es hatte vorher viele Klippen zu umschiffen gegeben, und auch der Anfang bot noch viele äußere Schwierigkeiten und Hemmungen. Aber schließlich wurde das neue Schifflein doch flott und machte sehr gute Fahrt.

Den neuen NamenLotteschule, den wir seit Januar 1924 führen, feierten wir am 23. Mai in einer kleinen, intimen Zusammenkunft: Da erklang auf dem Klaviere Lottes Lieblingstück, ein Marsch aus Grétrys Komischer OperDie beiden Geizigen, und das Vorspiel zu Massenets OperWerther. Ein kleiner Chor sang das Heidenröslein, ein Mädel sprach denGanymed, den Goethe in nächster Nähe des Schulgebäudes gedichtet hat, und Fräulein Kanter fand wärmste Worte, um den Schülerinnen die Wetzlarer Lotte als hohes Beispiel hinzustellen.

In der Woche vom 24. Mai bis 1. Juni wurden die gesamten Anlagen der Spilburg durch ein großes Schul- und Sportfest eingeweiht. Die Lotteschule beteiligte sich daran durch Vorführen mehrerer rhythmischer Tänze. Bei der offiziellen Einweihungsfeier sprach für die städtischen Schulleiter der Berichterstatter, dem auch die Leitung des Schulfestes zugefallen war.