III. Zur Geschichte der Anstalt.
I. Lehrerkollegium.
Zu Beginn des Schuljahrs übernahm der Unterzeichnete) die Leitung der Anstalt, indem er sich am 21. April in einer Konferenz dem Lehrerkollegium vorstellte und am 22. April in der das Schuljahr eröffnenden Andacht, die Prof. Prenzel im Anschlusse an Psalm 111 abhielt, die versammelten Schüler durch eine Ansprache begrüßt“. Bei beiden Gelegenheiten nahm er Ver- anlassung, Prof. Prenzel für die nie ermüdende Treue, mit der er fast ein Jahr lang unter zum Teil schwierigen Verhältnissen die Geschäfte des Anstaltsleiters geführt hatte, herzlichen Dank auszusprechen und auch seines Vorgängers, des verstorbenen Direktoörs Fehrs, in dankbarer, pietätvoller Gesinnung zu gedenken.
Ebenfalls mit Beginn des Schuljahres trat in das Lehrerkollegium der wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Otto Meisenbach ein, zur Verwaltung einer Oberlehrerstelle für Mathematik und Naturwissenschaften.
Die Leitung des Chorgesangs übernahm Seminar-Musiklehrer Otto Theiß.
Kaplan Meffert schied mit dem 24. April aus, um als Oberlehrer an die höhere Töchter- schule und das Seminar der Ursulinen in Saarbrücken(St. Johann) überzugehen. An seiner Stelle trat am 25. Mai Kaplan Viktor Reuland ein.
Da der Hülfslehrer Dr. Meisenbach uns schon zu Herbst wieder verlassen mußte, um seiner Dienstpflicht im Heere zu genügen, so wurde der Anstalt Dr. Hermann Sjuts*), und zwar als Oberlehrer, überwiesen.
Den Oberlehrern Dr. Wenzel und Claus wurde, dem ersteren mit Patent vom 7. 7. 09, dem letzteren mit Patent vom 20. 12. 09, der Charakter als Professor und bald darauf von Sr. Majestät der Rang der Räte 4. Klasse verliehen.
Der Gesundheitszustand im Lehrerkollegium war, besonders im Winterhalbjahr, durchaus befriedigend.
2. Schulleben.
Das Schuljahr begann am 22. April mit 248 Schülern. Pfingstferien: 28. Mai bis 7. Juni(einschl.). 6.— 9. Juli schriftliche Reifeprüfung.
¹) Dr. Hermann Caesar, geb. 1. Dezbr. 1850 in Köln, besuchte das Kgl. Friedrich-Wilhelms-Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte in Göttingen, Berlin und Straßburg alte Sprachen und Deutsch, bestand im Juli 1884 in Straßburg die Staatsprüfung, war daselbst 2 Jahre als Hülfslehrer am Protestantischen Gymnasium tätig und wurde sodann zum 1. Oktober 1886 als Oberlehrer am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Köln angestellt. Ostern 1900 wurde er als Direktor an das Kgl. Gymnasium in Mörs berufen, das er bis Ostern 1900 leitete.
2²) Dr. Hermann Sjuts, geb. 5. Juni 1882 in Düsseldorf, besuchte die Oberrealschule seiner Vaterstadt und studierte in Leipzig und Bonn Mathematik, Naturwissenschaften und Erdkunde. Im August 1906 bestand er in Bonn die Doktorprüfung, im Juli 1907 die Staatsprüfung. Das Seminarjahr leistete er 1907— 8 an der Oberreal- schule zu St. Johann-Saarbrücken und am Realgymnasium zu Neunkirchen(Bez. Trier) ab; im Probejahr(Herbst 1908-9) war er an der Oberrealschule zu Düsseldorf und am Kaiser-Karl-Gymnasium zu Aachen beschäftigt.


