Jahrgang 
1926
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der planmäßigen Stunden wurde beſonderes Gewicht darauf gelegt, das Muſik⸗ verſtändnis der Schüler zu entwickeln; ſie wurden mit dem Aufbau klaſſiſcher Muſikwerke durch erläuternde Darbietungen vertraut gemacht.

Im Zeichenunterricht wurden die Schüler angehalten, ihre Raumvor⸗ ſtellung durch farbige Flächenaufteilungen zu entwickeln; dieſe Abungen dienten zugleich der Pflege des Farbenſinnes. Die möglichſt getreue Wiedergabe objektiver Eindrücke z. B. der charakteriſtiſchen Formen der Pflanzen und Tiere wurde nicht vernachläſſigt. Andererſeits wurde die produktive Geſtaltungskraft dadurch angeregt, daß Gelegenheit gegeben wurde, phantaſiemäßig vorgeſtellte Situatio⸗

nen bildlich feſtzuhalten. Da dieſe Situationen nicht ſelten durch die deutſche Lek⸗

türe oder durch den naturwiſſenſchaftlichen Anterricht angeregt waren, ergaben ſich wertvolle Konzentrationsmöglichkeiten. Als Verfaſſer und Herausgeber der Heimathefte für den Kreis Wetzlar, in denen namentlich die bauliche Ver⸗ gangenheit unſerer Gegend behandelt iſt, war der Zeichenlehrer in der Lage, ſeinen Schülern auch nach dieſer Richtung hin wertvolle Anregung zu geben.

Die Pflege der Leibesübungen findet an unſerer Anſtalt beſonders günſtige Bedingungen. Wir haben eine geräumige, wohlausgeſtattete Turnhalle, eine be⸗ ſondere Sporthalle für Leichtathletik, und ein Stadion mit 400 Meter Laufbahn innerhalb des Schulgeländes zur Verfügung. Außerdem beſitzen wir 2 Ruder⸗ boote, die dem hieſigen Ruderklub zur Aufbewahrung und Pflege übergeben ſind unter der Bedingung, daß unſere Schüler die geſamten Boote dieſes Vereins mit⸗ benutzen können und an der fachgemäßen Ausbildung im Rudern teilnehmen dür⸗ fen. Für den Anterricht im Schwimmen ſteht die hieſige ſtädtiſche Badeanſtalt zur Verfügung. Zu den hieſigen Sportvereinen unterhalten wir gute Beziehungen. Eine Reihe unſerer Schüler nimmt an deren übungen regelmäßig teil; anderer⸗ ſeits waren die Obmänner der Turn⸗ und Sportvereine als Schiedsrichter bei der Austragung der Reichsjugendwettkämpfe tätig, wodurch eine objektive Beurtei⸗ lung der Leiſtungen unſerer Schüler gewährleiſtet war.

e) Arbeitsgemeinſchaften.

Eine lehrplanmäßige Arbeitsgemeinſchaft wurde für Schüler der O II im Deutſchen eingerichtet. Sie verfolgte den Zweck, nicht nur das Stoffgebiet des Klaſſenunterrichts zu erweitern, ſondern auch den Schülern an einigen praktiſchen Beiſpielen zu zeigen, wie das Wiſſen gefunden wird. Eine Arbeitsgemeinſchaft im Franzöſiſchen, die wir für ſehr wünſchenswert hielten, kam leider deswegen nicht zuſtande, weil der größte Deil der Schüler auswärts wohnt und darum ein wei terer Nachmittag für den Anterricht nicht angeſetzt werden konnte. Im neuen Jahr ſoll durch Amlegung im Stundenplan Zeit für dieſe Arbeitsgemeinſchaft ge⸗ ſchaffen werden. In den unteren Klaſſen bildete ſich eine Arbeitsgemeinſchaft für Stenographie(Reichskurzſchrift), die durchſchnittlich 30 Teilnehmer aufwies.