Jahrgang 
1914
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Am 14. Dezember 1913 wurde dem Gymnasium eine neue Stiftung zuteil. Herr Kom- missionsrat Kurt Walther in Eisenach, ein früherer Schüler des Gymnasiums, überwies ein Kapital von 500 M., dessen Zinsertrag nach dem Ermessen des Lehrerkollegiums durch Beschaffung von Büchern zur Unterstützung unbemittelter oder zur Belohnung anderer Schüler alljährlich zu Weihnachten verwendet werden soll. Auch an dieser Stelle sei dem hochherzigen Stifter der verbindlichste Dank der Anstalt ausgesprochen.

Am 9. Januar 1914 blickte die Carl Alevander-Bibliothek auf ein 251jähriges Bestehen zurück. Wenn sie dem Ziele nahegekommen ist, das ihr erlauchter Begründer, der verewigte Großherzog Carl Alexander, ihr gesetzt hatte, nämlich ein geistiger Mittelpunkt Eisenachs zu werden, So verdankt sie es nicht zum wenigsten der unermüdlichen Arbeit ihres ersten Bibliothekars, unseres ehemaligen Amtsgenossen, Herrn Prof. Dr. Oesterheld. Der Direktor

verfehlte deshalb nicht. an dem Jubiläumstage dem verdienten Manne die Gefühle allseitiger Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen.

Am 19. Januar wurde der Nachmittagsunterricht zum Eislaufen freigegeben. Am Geburtstag S. M. des Kaisers behandelte Herr Prof. Dr. Helmbold in seinem Festvortrage das Thema:Bewahrung und Weiterbildung deutsch-heimatlicher Kultur.

Zur Reifeprüfung waren sämtliche 10 Oberprimaner zugelassen. Die schriftlichen Ar- beiten fertigten sie in der Woche vom 9. bis 14. Februar an. Die mündliche Prüfung wurde am 11. und 12. März unter dem Vorsitz des Herrn Oberschulrat Dr. Krumbholz gehalten.

Alle Schüler erhielten das Reifezeugnis und verließen mit der Entlassungsfeier am 14. März die Schule. Nach den Worten des Primus Omnium Paulssen verabschiedete der Direktor die Abiturienten, indem er ihnen die Pflichten der Liebe zu Heimat und Vaterland ans Herz legte.

Am 26. und 27. Februar wohnte Herr Geh. Kirchenrat D. Kieser dem Religionsunter- richt in mehreren Klassen bei.

Das Schuljahr wurde am 3. April 1914 geschlossen.

Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war im großen und ganzen als erfreu- lich zu bezeichnen. Von vorübergehenden Unpäßlichkeiten abgesehen, die infolge der schwan- kenden Witterung Anfang Februar besonders häufig waren, ist zu erwähnen, daß Herr Prof. Hoßfeld kurz vor und nach Pfingsten und ebenso in der dritten Februarwoche mehrere Tage wegen Krankheit fehlen mußte. Bei der schulärztlichen Untersuchung waren erhebliche Ein- wände gegen die Körperbeschaffenheit der vorgestellten Schüler nicht zu erheben.

Auch in diesem Jahre hat die Direktion des hiesigen Stadttheaters durch Veranstaltung von Schülervorstellungen klassischer Dramen sich den Dank zahlreicher Schüler erworben.

Im Laufe des Berichtsjahres erhielt das Gymnasium eine Reihe wertvoller Geschenke. Herr Geh. Hofrat Dr. Weniger in Weimar, Direktor des Eisenacher Gymnasiums von 1875 bis 1881, übereichte seine SchriftDer Schild des Achilles, Versuch einer Herstellung I. Text, II. Lichtdrucktafel in Metallfarben. Berlin 1913. Die Firma Carl Zeiß, Optische Werkstätte, in Jena, ließ uns einen großen Kupferdruck des Bildes:Kaiser Wilhelm II. geht mit seinen sechs Söhnen zur Parole am 1. Januar 1913 zugehen. Herr Prof. Ludwig Dettmann, Direk- tor der Königlichen Kunstakademie in Königsberg, stiftete eine Nachbildung seines bekannten Triptychons1813. Zur Verteilung an die Schüler schickte das Großh. Staatsministerium. Departement des Kultus. 25 Exemplare des dem Inselverlag entstammenden Büchleins:Wei- marische Berichte und Briefe aus den Freiheitskriegen 18131815. Allen Gebern wieder- holt die Direktion ihren ergebensten Dank.