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Abiturienten. Nach einer Lateinischen Abschiedsrede des Oberprimaners Hugo Schütz entliess der Director die scheidenden Schüler mit einer Ansprache und händigte ihnen die Reifezeugnisse ein.
Am 20. März 1880 wurde nach Censur und Versetzung das Winterhalbjahr geschlossen.
Nach Beendigung dieses Schuljahrs schied aus unserer Mitte Herr Gymnasiallehrer Dr. Benseler, einer Berufung an das Gymnasium zu Chemnitz Folge leistend. Er hat neun Jahre mit grosser Treue an unserer Anstalt gewirkt, die ihm dafür zu Danke verpflichtet ist. Da nun- mehr die Gewinnung einer neuen Lehrkraft nothwendig wurde, übertrug die vorgesetzte Behörde durch Verfügung vom 13. Februar 1880 die letzte Lehrerstelle bis auf Weiteres dem Schulamts- candidaten Dr. Karl Pickel, einem früheren Schüler der Gymnasiums. Derselbe hat sein neues Amt mit Beginn des Sommerhalbjahres angetreten.
II. Unterricht.
Uebersicht der im Schuljahr 1879—1880 behandelten Gegenstäande.
Prima. Ordinarius Dr. Weniger.
Lateinisch 8 St.: Tacitus Annalen I, 1— 70. Germania 1— 32. Cicero Brutus. Pri- vatlesung in den Sommerferien: ausgewählte Schriften von Cicero. Wiederholung einzelner Ab- schnitte der Syntax, Stylistik nach Berger. Aufsätze und Extemporalien. Uebungen im Sprechen
durch Vorträge der Schüler und im Anschluss an den Schriftsteller. 6 St. Menge.— Horatius Oden I. 1— 12. 14 18. 20— 22. 24. 28. 32. 34. 35. 37. 38. Satiren I, 1— 3. 9. Ausgewählte Gedichte gelernt. 2 St. Weniger.— Griechisch 6 St.: Platon Apologie, Kriton, Phaedon
(1— 18 und Schluss), der kleinere Hippias und Jon. Sophokles Elektra und an den Arbeitstagen Trachinierinnen. Grammatische Uebungen, alle vierzehn Tage ein Extemporale. 4. St. Schneide- wind.— Homeri Ilias XVI-XXII. XXIV. 2 St. Weniger.— Deutsch 3 St.: im Sommer Walther von der Vogelweide, vorher Wiederholung des Wichtigsten aus der Mhd. Formenlehre. einzelne Gedichte gelernt; im Winter Goethe: Zueignung, Iphigenie, Tasso; zu Hause Dichtung und Wahrheit. Uebersicht der Litteraturgeschichte von den ältesten Zeiten bis zur Reformation, im Anschluss daran wöchentliche Vorträge der Schüler aus der gleichzeitigen Culturgeschichte. Auf-
sätze und Disponirübungen. Weniger.— Französisch3 St.: Gelesen wurde Staël, Corinne 1— 9; Scribe, le diplomate; Racine Britannicus. Alle vierzehn Tage ein Extemporale. Mündliche Uebungen. Schneidewind.— Hebräisch 2 St.: Gelesen 1 Samuelis 1— 15. Jona. Habakuk.
Wiederholung und weitere Durchnahme der Formenlehre, Nominalbildung. das Wichtigste aus der
Syntax. Exercitien. Delius.— Religion 2 St.: Kirchengeschichte von der Reformation bis zur Neuzeit, dann Lesung und Erklärung des Römerbriefes. Weniger.— Mathematik 3St.: Metrische Relationen am Kreise, Constructionsaufgaben, Anwendung der Algebra auf die Geometrie; Stereo- metrie. Fortlaufende Uebungsaufgaben, von Zeit zu Zeit ein Extemporale. Kunze.— Physik 2 St.: Lehre von der Wärme. Zusammensetzung und Zerlegung der Kräfte, Schwerpunkt, die einfachen und zusammengesetzten Maschinen. Kunze.— Geschichte 3 St.: Das Mittelalter. Schneidewind. Obersccunda.
Ordinarius Dr. Menge.
Lateiniseh 10 St.: Livius III. IV, 1— 32. Privatlesung in den Sommerferien: Cicero de senectute und de amicitia. Wiederholung der Syntax nach Ellendt-Seyffert, Stylistik nach Ber- ger's Vorübungen III— VI. Elemente der Rhetorik. Exercitien und Extemporalien wöchentlich abwechselnd. zwei Aufsätze. Uebungen im Sprechen im Anschluss an den Schriftsteller. 8 St. Menge.— Vergilius Aeneis VIII. IX; Seyffert Lesestücke n. 2. 4. 11. 12. 13. 14. 16. 18. 19. 21.
II 8
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