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geleſen ſal werden yn der Kapellen unſer lyben Vrouwen und aller Gotis heyligen, yn demeſelbin Meſſegewede und myt demſelbin vorgenanten Kelche alle Tage tegelich an allirleye zuvallende Sümmenizze, da wir uns zu eyntrechtelichen myt eyme wohlvorbedach⸗ tem gutem Rat allir Brudern gemeynlich unſis vorgenanten Conventes zu Iſenache vorphlicht und vorbundin haben, und geynwer⸗ declichen myt eyme ſichern gewiſſen Gelobede genzlich vorbinden und vorphlichten an diſem geynwertigen Brife met allem Rechte den Gelobedes, daz wir ganz und ſtete unvorbrochen und unvorzogen an allerlee Sümenuge und hinderniſſe halde wollen nach Uzrich⸗ tunge diſes geynwerdigen Brifes und nach aller Begerunge unſer obgenanten gnedigen getruwen geyſtlichen Muter und Beſchermerin unſers obgenandten Ordins unde Convents unſer alden Vrouwen vrouwen Katherinen Marggrevinne von Miſſen, der wy diſſe vor⸗ genante ewige Selemeſſe beſcheiden und geloben zu leſen von eynem ſünderlichen ynnegen gewiſſen Priſter, den wir darzu beſtelle wullen, alle Tage tegelich und eweclich zu Troſte und zu Selikeyt allen enleynden vorgeſſen und jammerigen Seelen vorſcheydin, wo ſie ruwen in Gotis Gewalt. So tun ich ſy vorgenante Broder Conrad Prior des obgenanten Conventis der obgenanten ewegen Selemeſſe teilhaftig myt allin andern Meſſen Vaſten Beten Wachen Caſteingungen Vigilien und andern guten Werken, dy Gott von Gnadin und Barmherzikeit unſin Brudern unſers obgenanten Conventes an allen Stetin, wo ſy wandern, zu thune gebit und mit en wercket und vollbringit in ſyme Nahmen der heilgen Dryvaldikeit, des Vaters und der Gottheit des Sones und des heiligen Geiſtes Amen. Und deß zu eyme ſichern Bekenntniß und eyn Gewißheyt ſo habin Wir daz Inſigel unſers obgenanten Convents zu Iſe⸗ nache an diſen brif gehangen, gegebin nach Gotis Geburten dryzenhundert Jar yn dem ſechs und achtzegiſten Jare an dem Abinde des heiligen Sente pauwels des erſten Einſedils, und deſſelben Gelobedes ſin Gezüge dy Erbarn beſcheiden wiſe Bürger eyn Teil unſerm Hern und der Stadt ymme Rate geſworn obgenante zu Iſenache, und unſers Kloſters geiſtliche getruwe Vormunden, Herr Lodewitz Mercke der Eldere und Lutze der junge ſin Son, Her Sifrit Syg, Herr Reynhart Pinckernayl, Her Kylian Godſchalck, dy by diſem Gelobede geweſt ſin und zu glichem Gezugniſſe er Inſigel an dyßelben Brif han gehangen.“
Nr. 9. 1386. Revers.
„Wir brudir Conrad prior prediger ordins des Convents czu Yſenache und dye gancze ſammenunge daſelbis bekennen offentlichin an diſſem brieffe, daz dye Ebern(d. h. Erbern) wiſen der Schultheiz, dye Ratismeyſter und der gancze rad czu geyſa uns die gunſt getan han, daz wir eyn hoffeghin(d. i. Höofchen) gemachet han vor unſerm huſe, alſo daz wir alle iar darvon geben ſollen den hey⸗ ligen eyn phunt waſſes czu der oſtyrkerczen, daz unſer terminirer daſelbis richten und geben ſal. Ouch iſt gered, wers, daz dy Stad dezſelbin hoffegins benotigit wurde, alſo daz ſy daz vorbuwen wolden oder daz eyn terminarius, der czu in ginge, alſo myt in hilde, daz yme des hoffigins nummer gunden, So ſolden und wolden wir und unſe terminarius, wer der were, daz abe thun an(d. i. ohne) allen czorn und wider redde. Daz diſſe redde ſted und feſte gehaldin werde, So han wir der prior und dye gancze ſammenunge vor⸗ genant dyſſen offen briff gegeben der erbern Stad und rate czu geyſa vorſigilt undir unſerm Sigil des prioratus. Datum anno do- mini MCCCLXXXVI in die sancti Iohannis evangeliste ante portam latinam.“
Nr. 10. 1395. Lateiniſches Notariatsinſtrument.
Ulrich Biſchof von Naumburg eröffnet den Aebten, Collegiatſtiftern, Präpoſituren u. ſ. w. des ganzen nördlichen Deutſchlands (z. B. Meißen, Hildesheim, Minden, utrecht, Ratzeburg, Schwerin, Mainz, Cöoln, Bremen, Lübeck u. a.), daß ihm der Dominikaner „Thidericus prior provincialis ac sacrae theologiae doctor et haereticae pravitatis— auctoritate apostolica inquisitor“ zwei Bullen von Johann XXII.(1316-1334) und Benedict XI.(1303- 1304) in czyz(Zeiz) übergeben hätte, deren Inhalt er mittheilt und allen betreffenden Perſonen ernſtlich einſchärft., a) Johann XXII. ſchreibt dem Erzbiſchof von Magdeburg und dem Biſchof von Naumburg(anno III. pontific.), daß er den magister und die fratres praedicatores, welche ſich über iniuriae, molestiae, violenciae in diversis mundi partibus extra regnum franciae beklagten, Schutz verleihe und die Biſchöfe auffordere, die molestatores, iniuria- tores, contradictores, rebelles der Prädicatoren jeden Ranges und Standes, Weltliche wie Geiſtliche, vorzuladen(ſogar mit Hülfe des weltlichen Arms) und über ſie zu richten. b) Benedict XI. giebt der priorissae et sororibus monasteriorum S. Augustini se- cundum instituta et sub cura fratrum ordinis praedicatorum viventibus zur Belohnung ihrer Verdienſte volle Freiheit von den Zehnten, von den jährlichen Abgaben an die Diöceſanbiſchöfe, von den pedagia, thelonea u. a. exactiones der weltlichen Regenten und von den Abgaben an die Legaten und Nuntii des apoſtoliſchen Stuhls, Exemtion von der Jurisdiktion der Diöceſane und die⸗ ſelben Privilegien, Indulgentien u. ſ. w., die die Predigermönche haben.
Nr. 11. 1396. Lateiniſches Notariatsinſtrument.
Ditlevus Biſchof von Razeburg publicirt eine ſo eben erſchienene und an den Ordensprovinzial Thymmo und die Predigermönche Sachſens gerichtete Bulle: Bonifacius IX.(anno VII. pontif.) gewährt den genannten die Bitte, ut in dedicationum vestrarum eclesiarum festivitatibus liceat vobis in dictis eclesiis, etiam si loca, in quibus ipsae eclesiae consistunt, eclesiastico interdicto- suppositae fuerint, a primis vesperis usque ad secundas vesperas ipsarum festivitatum inclusive missam et alia divina officia etiam apertis ianuis et alta voce, excommunicatis et interdictis exclusis, celebrare, dummodo vos causam non dederitis inter


