— 58— II. Chronik des Gymnaſiums.
Vom 11.— 14. April war die Oberſchulcommiſſion ſowie die Schulcommiſſion für Gymnaſialangelegenheiten nebſt 6 Deputirten, von denen jedes Gymnaſium einen erwählt hatte, und 2 von Kurf. Miniſterium des Innern beſtimmten Gymnaſiallehrern der Ma⸗ thematik im Gymnaſialgebäude dahier verſammelt, um ſich über die in Anregung gebrachten Reformen der Landesgymnaſien zu berathen. Die Verhandlungen bezogen ſich hauptſächlich auf die Behörden der Gymnaſien, die äußere Stellung der Gymnaſiallehrer, die Befugniſſe der Gymnaſial⸗Direktoren und ⸗Lehrer, ihre gegenſeitige Stellung und auf einzelne Lehrgegenſtände.
Den 16. 17. und 18. April waren die Mitglieder der Schulcommiſſion für Gym⸗ naſialangelegenheiten dahier vereint und haben die praktiſche Prüfung von zwei Lehr⸗ amtscandidaten im Gymnaſium vorgenommen.*
Am 14. und 16. April fand das ſchriftliche und mündliche Recipienden⸗Examen ſtatt; die Lectionen begannen Tags darauf den 17. April.
Die Brunnenferien dauerten vom 1.— 21. Juli.
Zu Ende des Julis wurde der Lehrer Koch von dem ihm ertheilten Auftrage des Zei⸗ chenunterrichts durch Miniſterialbeſchluß entbunden.
Den 20. Auguſt feierte das Gymnaſium in herkömmlicher Weiſe das Geburtsſeſt Sr. Königlichen Hoheit durch Rede, Declamationen und Geſänge. Die Feſtrede,„Aufforderun⸗ gen der jetzigen Zeit zu einem regeren Studium der Wiſſenſchaften,“ hielt der Hülfslehrer Matthei.
Am 28. Auguſt fielen die Lectionen wegen des Göthe⸗Feſtes aus.
Vom 21.— 24. Auguſt und den 12. September wurden die ſchriftlichen und mündlichen Maturitätsprüfungen ſowie vom 24.— 26. September die Herbſtprüfungen gehalten und an dem zuletzt erwähnten Tage 5 Schüler des Gymnaſiums zur Univerſität entlaſſen.
Mit Ende des Sommerſemeſters legte der hauptſächlich mit Ertheilung des franzöſiſchen Unterrichts beauftragte Lehrer Dr. Stevenſon ſeine Stelle nieder. Wir haben es aufrichtig bedauert, daß er bei umfaſſender Kenntniß der alten und neuen Sprachen ſowie bei ſeinem Eifer und treuem Fleiße, im Gefühl, unſerer Anſtalt nicht ſo zu nützen, als er es wünſchte, ſein Ver⸗ hältniß zum Gymnaſium gelöſet hat.
Durch Miniſterialbeſchluß vom 23. Septbr. wurde dem Gymnaſialpraktikanten Petri, welcher ſich behufs fortzuſetzender Studien in der franzöſiſchen Sprache nach Genf begeben hat, eine weitere Unterſtützung von 100 Thlr. bewilligt und zugleich, ſowie durch einen ſpäteren Be⸗ ſchluß vom 24. Januar, eine Verlängerung ſeines Aufenthalts daſelbſt bis. Oſtern geſtattet.
In Gemäßheit eines Miniſterialbeſchluſſes vom 29. September erhielt der beauftragte Lehrer Schorre für die beim Turnunterricht am Gymnaſium geleiſtete Hülfe eine Vergütung von 50 Thlr.
Die Herbſtferien währten vom 27. September bis 12. October.


