Jahrgang 
1939
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Zur Geſchichte der Anſtalt.

Das Schuljahr 1938/30 begann am 21. April 1938. Die Zahl der Klaſſen betrug 18, die Schülerzahl belief ſich nach dem Stand vom 15. Mai 1938 auf 447.

Mit Beginn des neuen Schulſahres wurde Studienaſſeſſor R. Ewald mit der Verwaltung einer Aſſeſſoren⸗ ſtelle an der Schlageterſchule beauftragt. Mit dem gleichen Zeitpunkt rückte Studienaſſeſſor Erckmann in eine planmäßige Aſſeſſorenſtelle ein. Die Lehraufträge für körperliche Erziehung, die im vorigen Schuljahre an die Studienaſſeſſoren Preiß, Wahlig und Hartmann erteilt worden waren, wurden in Dauerverwendungen mit Teilſtellen umgewandelt. Die Studienaſſeſſoren Dr. W. Müller und F. Müller wurden bis Oſtern 1930 für eine Verwendung im heſſiſchen Staatsdienſt zurückgeſtellt, da ſie in außerheſſiſchen Schulen unter⸗ gekommen waren.

Nach den Herbſtferien trat der Studienreferendar W. Duckgeiſchel in den Lehrkörper ein, um ſein Probe⸗ jahr als Referendar abzuleiſten. Im Laufe des Jahres nahmen an Lehrgängen teil: Oberſtudiendirektor Dr. Ratz an einem Reichslehrgang der Fachſchaft Il des NSLB. in Bayreuth, Studienrat Henkel an einem achttägigen Lehrgang der Gauſchule der ASOAp. in Auerbach, Studienrat Starck an einem achttägigen Lehrgang der Gauluftſchutzſchule in Frankfurt, Studienrat A. Weiß an einem zehntägigen Lehrgang für Erdkunde in dem Schulungslager Kettwig des Zentralinſtitutes für Erziehung, Studienrat Axt an einem zehntägigen Lehrgang für Deutſch in Kettwig.

Militäriſche Ubungen leiſteten ab: Oberſtudiendirektor Dr. Ratz 6 Wochen und 2 Wochen, Studienrat Heiland 4 Wochen, Studienaſſeſſor Erckmann 6 Wochen, Studienaſſeſſor Wahlig 6 Wochen, Studien⸗ aſſeſſor Dr. Boller 2 Wochen.

An dem Reichsparteitag nahmen als Marſchteilnehmer Oberſtudiendirektor Dr. Ratz, Studienrat Henkel und Studienaſſeſſor Dr. Boller teil.

Studienrat Ploch war vom 17. 1. bis 6. 2. und vom 17. 2. bis zum Ende des Schuljahres krankheits⸗ halber beurlaubt. Studienrat Armbruſter war vom 25. 4. bis 16. 5. 1938 und vom 9. 1. bis 27. 1. 1939 erkrankt. Studienrat A. Weiß fehlte vom 4. 12. 1938 bis zu den Weihnachtsferien krankheitshalber in der Schule, desgleichen Studienrat Heiland vom 11. 6. 1938 bis zu den Sommerferien. Vom 20. 2. 1930 bis zum Ende des Schuljahres iſt Studienrat Henkel krankheitshalber beurlaubt. In allen Fällen wurde die Vertretung der erkrankten Lehrkräfte von den anderen Lehrkräften des Lehrkörpers übernommen. Vom 10. 1. 1930 an mußte der Amtsgehilfe Georg Gunkel wegen Krankheit vom Dienſte fernbleiben. Nach kurzer Krankheit verſtarb er am 22. 2. 1930 an den Folgen einer Operation. Die ganze Schule erwies dem pflicht⸗ treuen Beamten und väterlichen Freund der Schüler am 25. 2. 30 auf dem Alten Friedhof zu Worms die letzte Ehre. Seit dem 10. 1. 1930 verſieht der Heizer Gruber in Vertretung die Amtsgeſchäfte eines Hausmeiſters.

In einem feierlichen Lehrerrat konnte der Direktor am 30. Januar 1930 die vom Führer und Reichs⸗ kanzler verliehenen Treudienſtehrenzeichen ausgeben. 1. Stufe Goldenes Treudienſtehrenzeichen an: 1. Oberſtudienrat Wilhelm Glenz, 2. Studienrat Profeſſor Heinrich Hirſch, 3. Muſiklehrer Jakob Niebergall. 2. Stufe Silbernes Treudienſtehrenzeichen an: 1. Studienrat Profeſſor Dr. Wilhelm Grüninger, 2. Stu⸗ dienrat Profeſſor Joſef Franz, 3. Studienrat Wilhelm Jakob, 4. Studienrat Nikolaus Axt, 5. Studienrat Karl Kiefling, 6. Studienrat Friedrich Curletti, 7. Studienrat Dr. Adolf Ruppel, 8. Studienrat Ni⸗ kolaus Würth, 9. Studienrat Friedrich Ploch, 10. Studienrat Wilhelm Armbruſter, 11. Studienrat Ludwig Starck, 12. Studienrat Karl Henkel, 13. Studienrat Adam Weiß, 14. Studienrat Dr. Guſtav Weiß, 15. Studienrat Alfred Kappeſſer, 16. Studienrat Karl Neukummeter, 17. Studienrat Georg Heiland, 18. Studienrat Erwin Fritz, 19. Hausmeiſter Georg Gunkel.

Der erſte Schultag wurde eingeleitet mit einer feierlichen Flaggenhiſſung, bei der der Direktor der Schule den Leitſpruch des Relchserzlehungsminiſters Ruſt mitgab:Seid fleißig, mutig und nur deutſch! Abgeſchloſſen wurde der Tag mit einer Gedenk⸗ und Feierſtunde für den Führer Adolf Hitler, der am 20. 4. ſeinen 49. Geburtstag feiern konnte. Herr Studienrat Dr. Weick hielt die Anſprache und gedachte dabei auch zweier anderer unvergeßlicher Helden der deutſchen Geſchichte: Ulrichs von Hutten, des am 21. 4. 1488 geborenen Vorkämpfers für ein Großdeutſchland, und weiterhin Manfreds von Richthofen, der nach 82 ſiegreichen Luftkämpfen am 21. 4. 1918 ſein Leben für das Vaterland ließ.

Da in dieſem Schulſahre für die körperliche Ertüchtigung wöchentlich 5 Stunden eingeſetzt waren, ver⸗ zichteten wir auf die ſeither übliche Morgengymnaſtik mit Morgenfeier. An die Stelle trat eine Morgen⸗ feier, die nur noch zu Beginn der Woche abgehalten wurde, und bei der wir bedeutſamer Ereigniſſe der Ver⸗ gangenheit und Gegenwart gedachten und die Arbeit der kommenden Woche unter einenWochenſpruch' ſtellten.

Am 1. Mai vereinigte ſich die geſamte Lehrerſchaft unſerer Schule mit Amtsgehilfen und Heizer zu einem Gefolgſchaftsabend im Rheinkaffee.

Am 14. 5. wurde vormittags der deutſchen Mutter gedacht. Die Anſprache hielt Herr Zeichen⸗ oberlehrer Deibel.

Eine Schlageter⸗Gedächtnisfeier fand in einer Vormittagsſtunde am 25. Mai ſtatt. Herr Stu⸗ dienaſſeſſor Dr. Boller entwarf ein Lebensbild dieſes großen Freiheitshelden, deſſen Namen unſere Schule ſeit dem Dezember 1937 mit Stolz trägt. Geſangs⸗ und Muſikſtücke umrahmten die Rede.