Jahrgang 
1926
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Der Geſundheitszuſtand der Lehrer war bis auf zwei ſchwere Fälle im großen und ganzen befriedigend. Faſt das ganze Sommerhalbjahr fehlte Studienrat Lind, der ſich von den Nachwehen mehrerer Operationen nur langſam erholte. Er wurde von Studienreferendar Dr. Wolf aus Darmſtadt vertreten. Schwere Krankheit warf zu Beginn des Winters Oberſtudienrat Konrektor Schmitt nieder. Er mußte bis Oſtern ausſetzen und wird erſt mit dem neuen Schuljahr ſeinen Anterricht wieder aufnehmen können. Sein Vertreter war Studienaſſeſſor Dr. K. Obmann aus Mainz. Ein Scharlachfall in der Familie von Studienrat Heol zwang dieſen, ſich im Februar und März vom Anterricht fernzuhalten.

Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im verfloſſenen Schuljahr gut. Tuberkuloſe trat ſehr ſelten auf, von anſteckenden Krankheiten blieb die Anſtalt verſchont. Die Folgeerſcheinungen der Rachitis ſind ſeltener geworden, häufiger Herzaffektionen und Anterleibsbrüche.

Am täglichen Milchfrühſtück nahmen im Laufe des Jahres durchſchnittlich 25 Schüler teil.

Am 24. Februar hielt Herr Amtsarzt Dr. Rapp vor den abgehenden Schülern der Ol der Oberrealſchule und des Gomnaſiums einen aufklärenden Vortrag über die geſundheitlichen und ſittlichen Gefahren, denen junge Leute, die ins Leben treten, aus⸗ geſetzt ſind.

Hitzfrei machten wir im vergangenen Sommer an 7 Tagen, viermal fiel der Nach⸗ mittagsunterricht aus, um den Schülern Gelegenheit zum Eisſport zu geben. 5 Monats⸗ ſpaziergänge führten in die Umgegend von Worms, der Tagesausflug, der ſich bei den Oberklaſſen zum Teil auf mehrere Tage erſtreckte, fand am 25. Mai ſtatt. Studienrat Herbert unternahm vom 5. 20. Juli mit 12 Schülern und Schülerinnen der Prima, die der geographiſchen Arbeitsgemeinſchaft angehörten, eine Wanderfahrt durch Nord⸗ deutſchland. Hauptziele waren das Petroleum⸗ und Kaligebiet ſüdöſtlich Celle, der Naturſchutzpark in der Nordheide, Lüneburg, Hamburg, Lübeck, Kiel, die Halligen, Solt und Helgoland, die Marſchen. Die Rückfahrt wurde von Bremen durch das rheiniſch⸗weſtfäliſche Induſtriegebiet angetreten. Die Wanderung verlief in jeder Hinſicht zufriedenſtellend. Ein großer Teil der unterwegs aufgenommenen, gut gelungenen photographiſchen Aufnahmen wird in unſere Lichtbilderſammlung eingereiht. Die Kölner Jahrtauſend⸗Ausſtellung wurde von 42 Schülern der Oberklaſſen und 3 Lehrern vom 6.8. Juli beſucht.

Am 29. Auguſt 1925 fanden die Reichsjugendwettkämpfe wieder für alle Wormſer Schulen gemeinſam ſtatt. Auf Vorſchlag der zu ſehr in Anſpruch genommenen Turngemeinde und unter Zuſtimmung der übrigen Turn⸗ und Sportvereine ſowie der Schulen übernahmen wir die Vorbereitung und die Leitung. Studienrat Lauckhard ſtand an der Spitze des Ausſchuſſes. Die Oberrealſchule meldete 80 Schüler, von denen 60 preisgekrönt wurden. Zum erſten Mal wurde dieſes Jahr auch das Schwimmen in die Veranſtaltungen aufgenommen. Der glatte Verlauf der Wettkämpfe und die erfreulichen Ergebniſſe befrie⸗ digten alle Teilnehmer.

Der Spielbetrieb war eher noch reger als voriges Jahr. Neben Handball und Fauſtball wurde erhöhter Wert auf Schlagball gelegt. Die Studienräte Berninger und Lauckhard ſammelten öfters Quartaner und Antertertianer zu freiwilligen Schlagball⸗ ſpielen auf den hieſigen Sportplätzen. Studienrat Franz leitete wie in früherer Zeit das Fauſtballſpiel der Lehrer.

Im Sommer 192s ſuchten wir in unſeren 3 Quarten das Schwimmen als Pflichtfach durchzuführen. Die Städt. Badeanſtalt erwies ſich für dieſen Zweck ſehr geeignet.