Den Ehrenpreis aus der Stiftung Sr. Exz. des Freiherrn von Heyl— Boos, Geſchichte der rheiniſchen Städtekultur— erhielten die Schülerinnen Anna Hertz und Magd. Hey⸗ mann. Von 3 Nichtſchülern, die ſich am 26. Februar der Reifeprüfung unterzogen, beſtand einer: Herr Wilhelm Thal aus Worms.
An größeren Beſichtigungen fehlte es nicht. Die Ol beſuchte die Zuckerfabrik Rheingau und das Elektrizitätswerk Rheinheſſen, die Ul war unter Führung der Herren Konrektor Schmitt und Studienrat Dr. Daudt in Frankfurt, wo Goethehaus, Römer und vor allem das Senckenbergianum viel bot. Studienrat Herbert führte Exkurſionen nach Weinheim und Alzey, ſowie nach Oppenheim und Nierſtein. Herr Stadtbibliothekar Dr. Illert war ſo freund⸗ lich, för unſere Oberklaſſen eine Ausſiellung alter Drucke und Bücher zur Kulturgeſchichte der deutſchen Vergangenheit zu veranſtalten, die viel Intereſſe fand. Zeichenoberlehrer Arras beſuchte mit verſchiedenen Klaſſen die Ausſtellung der Städt. Gemäldegalerie.
Von Filmvorführungen beſuchten unſere Schüler den Nibelungenfilm 1. Teil (Siegfried) zu Beginn des Schuljahres, am 11. Juli den Märchenfilm„Tiſchlein deck dich!“, am 23. September ſahen ſie„Nanuk, der Eskimo“. Das Winterhalbjahr brachte„Die deutſche Nordſee“ am 25. Oktober und am 16. Februar 1925„Das Tierleben der deutſchen Nordſee.“ Ein Chineſe aus Korea, Herr Han⸗fong⸗keng, erzählte uns am 28. November recht lebendig von ſeiner Heimat. Eine Engländerin, Miß Giles, gab am 8. November ein eindringliches Bild von Weſen und Lehre der Quäker. Der Kunſtpflege diente ein Beſuch der Zeichenausſtellung in Mainz unter Führung von Zeichenoberlehrer Arras. Die Oberſekunden beſuchten im Anſchluß an die Leſung von Mörikes„Mozart auf der Reiſe nach Prag“ die Oper„Don Juan“ von Mozart in Mannheim am 4. Februar 1925. Stu⸗ dienrat Prof. Dr. Schwarz und Studienaſſeſſor Dr. Kaffenberger führten. Am 20. Januar 10⁰25 hielt der Direktor einen Vortrag vor den Oberklaſſen über Leben und Werk des am 7. November entſchlafenen Malers Hans Thoma, unterſtützt von vielen Lichtbildern.
Die erſte von der Behörde angeordnete Schulfeier galt dem Gedächtnis Im⸗ manuel Kants am 9. Mai, bei der Studienaſſeſſor Dr. Weick ſprach. Zur Klopſtockfeier hatte Studienrat Berninger die Rede übernommen. Den Jugendfeiertag beging die Schule durch Teilnahme an den Wormſer Nibelungenſpielen, worüber weiter oben berichtet iſt. Bei der s0⸗Jahr⸗ feier der Eleonorenſchule am 23. September brachte der Direktor die Wünſche der Anſtalt dar. Hier wie zum 100⸗jährigen Jubiläum der gemeinſamen Wormſer Volksſchule am 15. Dezember waren mehrere Mitglieder des Lehrkörpers eingeladen. Bei unſerer Totenfeier am 22. November gedachte Studienrat P. Engel in tief empfundener Rede der Toten des großen Weltkrieges. Um die Ausgeſtaltung unſerer zwei Weihnachtsfeiern am 18. und 19. Dezember machte ſich Oberreallehrer Niebergall verdient, der vor allem die„Kinderſomphonie“ von Romberg mit dem Schülerorcheſter zu Gehör brachte, Studienrat Berninger führte mit Schülern einer Quarta ein einfa ches, luſtiges Märchenſtück„Tiſchlein deck dich!“ auf. Ein leider ſchwach beſuchter Eltern⸗ abend gab Studienrat Engel Gelegenheit, von dem modernen Italien, unterſtützt von Lichtbildern, aus eigener Anſchauung zu erzählen. Der s. März 1028, der Beiſetzungstag des am 28. Febr. entſchlafenen Reichspräſidenten, vereinigte Lehrer und Schüler in der geſchmückten Turnhalle zu zwei Trauerfeiern. Zu den Ober⸗ und Mittelklaſſen ſprach der Direktor von der Perſön⸗ lichkeit und der Bedeutung des Entſchlafenen, den Anterklaſſen ſuchte ihn Konrektor Schmitt näher zu bringen. Zur Entlaſſungsfeier am 26. März wird Oberreallehrer Niebergall ein Chorwerk:„Wielands Flug“ von Breu zur Aufführung bringen und der Direktor die An⸗ ſprache halten. Das Schuljahr ſchließt Samstag, den 28. März.


