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2. Der Unterricht.
Am 8. März erfuhr der Turnunterricht an unſerer Anſtalt eine eingehende Beſichtigung durch Herrn Schmuck, Großh. Turninſpektor zu Darmſtadt.(Dieſe Mitteilung kann erſt ietzt gemacht werden, weil an dem genannten Tage der Jahresbericht für 1906 bereits gedruckt war).
Das Schuljahr begann am 8. April und brachte mannigfache Neuerungen. Die durch Umbau erweiterten und ergänzten Lehr⸗ und Sammlungsräume für Chemie, Phyſik, Naturgeſchichte konnten in Gebrauch genommen werden. Die Quinta und Quarta nirden in je zwei Parallelklaſſen getrennt, die Unterprima in 2 Abteilungen geſpalten; an der Vorſchule wurde die 2. Vorſchulklaſſe vereinigt, für die 3. die Trennung durchgeführt, ſo daß die Oberrealſchule 18 Klaſſen, die Vorſchule 5 Klaſſen zählte.
Wahlfreier Lateinunterricht wurde mit wöchentlich 2 Stunden von Unter⸗Sekunda ab aufwärts eingerichtet, ihn beſuchten im ganzen 53 Schüler.
Infolge der Klaſſenvermehrung traten 5 Lehrer neu an unſere Anſtalt ein, die Herren: Vollhardt, Börſtel, Naumann, Seiler, Götz.
Herr Franz, der ſeit dem 1. März ſchon zu einer militäriſchen Übung eingezogen war,(ſiehe Jahresbericht 1906) fehlte noch bis zum 26. April. Seine Unterrichtsſtunden übernahmen die Kollegen. Hier findet ſich auch Gelegenheit darauf hinzuweiſen, daß durch längere und kürzere Beurlaubungen von Kollegen, daß durch Erkrankungen von Lehrern der Unterricht vielfach geſtört wurde. Summiert man alle Anderungen des Stundenplanes, die hierdurch notwendig wurden, ſo erhält man mehr als 300..
Die zoologiſch⸗botaniſchen Übungen konnten erſt mit dem Winter⸗Semeſter beginnen, Herr Beiſinger leitete dieſe an den ſchulfreien Mittwoch⸗ und Samstagnachmittagen. 16 Schüler der Oberſekunda nahmen an ihnen teil.
Noch einer Schwierigkeit unſerer Unterrichtsverteilung und unſeres Stundenplanes ſei an dieſer Stelle gedacht.
Die Schüler unſerer meiſten Klaſſen gehören in ſtark ungleichen Zahlen den verſchiedenen Bekenntniſſen an. Mit dieſer Tatſache muß die Verteilung des Religionsunterrichts rechnen. Durch dieſe Tatſache entſtehen aber auch mehrfach Zwiſchenſtunden für größere Schülergruppen, die zur Einrichtung beſonderer Aufſichtſtunden zwangen. Wir mußten einige der jüngeren Herren Kollegen zur Übernahme dieſer Stunden erſuchen und hoffen, daß durch die Vermehrung der Lehrerſtellen an unſerer Anſtalt ſolche Belaſtungen ſich allmählich vermeiden laſſen. Da einigen Herren Sprachunterricht in verſchiedenen Klaſſen zufiel, ſo wurden dieſe Kollegen durch die Korrektur der regelmäßig wiederkehrenden ſchriftlichen Arbeiten ſtark in Anſpruch denommen; auch hier ſind Änderungen ſehr wünſchenswert.
3. Spaziergänge, Tagesausflüge und Schülerwanderungen.
Spaziergänge in die Umgegend unſerer Stadt wurden am 15. Mai, 27. Juni, 26. Auguſt, 15. November 1907 und am 17. März 1908 ausgeführt. Jeder Gang dauerte durch⸗ ſchnittlch 3 Stunden und verlangte keine Geldaufwendungen für die beteiligten Schüler. Unmittelbar vor Schluß des Schuljahres 1906 machte die damalige Unterprima in Begleitung ihres Klaſſenführers Herrn Dr. Kraft einen Ausflug nach Frankfurt a. M. und Offenbach zur Beſichtigung der Sonderausſtellung der Schriftgießerei von Gebr. Klingſpor⸗Offenbach. Am 9. und 10. Juni 1907 beſuchte die Oberprima Wiesbaden, Limburg, Dietz, Ems, Nieder⸗Lahn⸗ ſtein und Koblenz. Zwiſchen die Eiſenbahn⸗ und Schiffahrt wurden ausgedehnte Fußwanderungen gelegt. Die reizvolle Lage der genannten Orte, ihre Bedeutung und ihre geſchichtliche Vergangen⸗


