Jahrgang 
1905
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A. Chronik der Anstalt.

1. Das abgelaufene Schuljahr brachte keine Veränderung in der Zusammen- setzung des Lehrkörpers mit sich. Am 27. August beehrte Herr Ministerialrat Dr. Eisenhuth die Anstalt mit seinem Besuch und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei.

2. Am 21. April feierten wir das Jubiläum der 25jährigen Lehrtätigkeit von Frl. Lina Thomae an unserer Anstalt. Eine kleine Schulfeier mit Ansprachen und Be- grüssungen legte beredtes Zeugnis von der ausserordentlichen Achtung und Liebe ab, welche sich unsere Kollegin durch ihre hervorragenden Leistungen bei allen Schülerinnen und innerhalb des Lehrkörpers in diesen langen Jahren ihrer reich gesegneten Tätigkeit erworben hat. An die offizielle Feier schlossen sich zahlreiche Beweise gleichen Empfindens seitens der Eltern, der früheren Schülerinnen sowie weitester Kreise der Stadt an.

3. Am 17. Mai unternahm Prof. Dr. Uhrig mit Klasse IV einen Ausflug nach Bingen im Interesse des Geographieunterrichts.

4. Die vorgeschriebenen Schulfeste verliefen in der üblichen Weise.

5. Am 4. November machte Frl. Thomae mit den beiden obersten Klassen einen kunstgeschichtlichen Ausflug nach Speyer.

6. Der so lange ersehnte Neubau ist in Angriff genommen. Durch seine impo- sante Architektur und seine praktische Raumverteilung im Innern verspricht er schon jetzt reichliche Entschädigung für den Notbehelf der augenblicklichen Lage, welche zur Durchführung der nötigen pädagogischen und hygienischen Massregeln so hohe An- forderungen an den Lehrkörper stellt, dass wir für die kommende Zeit auf die loyale Unterstützung und gerechte Würdigung der Verhältnisse seitens des Elternhauses an- gewiesen sind.

7. Bei Beginn des nächsten Halbjahres werden wie von jetzt ab immer laut Verfügung hoher Behörde vom 28. November 1904 den Schülerinnen diejenigen Tage der Woche bekannt gegeben, an welchen sich die Eltern von den Fortschritten ihrer Töchter durch Einsicht in deren schriftliche Leistungen fortlaufend Kenntnis ver- schaffen können. Diese Massregel tritt fortab an die Stelle der Unterschrift durch die Eltern, welche nur noch auf deren ausdrücklichen Wunsch eingeholt werden darf.

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