Unter dem Einfluss der altkölnischen Schule, die von diesen Neuerungen am meisten betroffen wurde, steht der besten Meister einer: Stephan Lochner, der Schöpfer des Kölner Dombildes.(Wir besitzen eine kleine Nachbildung des Triptychons.) Seine »Madonna im Rosenhag« und sein»jüngstes Gericht« werden auch erklärt.(Später verglichen mit dem»Triumph des Todes« und mit den»Seligen« und»Verdammten« von Signorelli.)
Allüberall regt sich in Deutschland mannigfache künstlerische Schaffensfreude, hie und da mit bewusster Nachahmung der Natur und des wirklichen Lebens. Aber die Kunst haftete leider auf handwerklichem Boden, in den Zünften. Auch hier wirkt hemmend der Mangel an idealem Interesse und— an Geld, sowohl bei den Fürsten als auch bei dem Adel. So kam es, dass das Andachtsbild, als Stiftungsbild einzelner wohl- habender Bürger, als Beschäftigung der Künstler übrig blieb.(lmhofscher Altar in Nürnberg.)
Indessen reiften die vervielfältigenden Künste immer mehr aus: Holzschnitt und Kupferstich trugen die Werke der Kunst in alle Schichten des Volkes.
Allen Städten voran stand, wie in der Plastik so auch in der Malerei, Nürnberg: darin unsterblich wie sein grösster Genius: Albrecht Dürer.»Mit einer schöpferischen Kraft begnadet, die vielleicht ohnegleichen in der gesamten Geschichte der bildenden Kunst ist, hat er den ganzen unerschöpflichen Reichtum deutschen Fühlens und Sinnens in Gestalten offenbart, der Welt den„heimlichen Schatz“ des deutschen Gemütes in Bildern gewiesen.«(Thode.)
Viele anmutige Szenen schildern die Blätter aus dem„Marienleben“, in welchem er den Ton der friedlichen Idylle anschlägt.(Holzschnitt.)
In die Welt tiefsinnigster Gedanken führen uns die 3 Kupferstiche: die „Melancholie“,„Ritter, Tod und Teufel“ und der„Feilige Hieronymus im Gehäus!“
Seine Selbstporträts, die Bilder seiner Mutter, des Hieronymus Holzschuher, Kaiser Maximilian I., der Kopf eines alten Mannes zeigen seine Meisterschaft im reinen Porträt, in lebenskräftiger Wiedergabe der Wesenseigentümlichkeit.(Später: Zusammen- stellung seiner Bildnisse mit Porträts von Bellini, Raffael, Tizian, Rubens, van Dyck.)
Auf der Höhe der Vollendung in der Oelmalerei erscheint er uns in dem über- wältigend erhabenen Gemälde die„vier Apostel“. Es bedeutet die Summe seines künstlerischen Schaffensvermögens, zugleich sein religiöses Testament.
ltalien und die Niederlande haben auf ihn eingewirkt; doch aus seinen Schöpfungen spricht nur der gewaltige deutsche Geist. Unergründlich ist der ethische Gehalt des von ihm Hervorgebrachten.
Eine kurze Erklärung nur widmen wir dem Maler der Reformatoren, dem Hof- maler Friedrichs des Weisen: Lukas Cranach. Bilder von Luther und seiner Frau; die Ruhe auf der Flucht.
Etwas eingehender prüfen wir die Bedeutung Hans Hiolbeins des Jüngeren. Vom Handwerk, von den IIlustrationen wichtiger zeitgenössischer Werke ausgehend, schwang er sich zum grössten Maler und Porträtisten der ganzen Reformationsepoche empor. Ausser seinem berühmtesten Gemälde, der„Madonna des Bürgermeisters Meyer“ zu Darmstadt, seinen durch Schmelz der Farben und vornehme Darstellung ausgezeichneten Bildnissen von Heinrich VIII., Jane Seymour u. a. interessieren uns hauptsächlich seine Zeichnungen für den Holzschnitt, den Totentanz.(Vergleich mit dem Totentanz in Lübeck und dem Bild von Spangenberg: der Zug des Todes.)
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