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19. Wiederholt ſtellten ſich unſere Jungen zu gemeinnützigen Arbeiten zur Verfügung: Am 13. Juni, dem Rotekreuztage, unterſtützten 15 Schüler der Mittelklaſſen den Zweigverein Worms vom Roten Kreuz bei ſeiner Straßenſammlung.— Die Ol machte ſich durch die Anlage von Sprung⸗ gruben für den Hoch⸗ und Weitſprung verdient und nützte der Jugendherbergsſache dadurch, daß ſie die ausgehobene Erde zur Ausfüllung in die Kellergeſchoßräume fahren half, in denen die neue Herberge angelegt wurde.— Für die Zeppelin⸗Eckenerſpende konnten im Juli an die Sammelſtelle in der Städtiſchen Sparkaſſe 21,24 Mk. und für die deutſche Nothilfe im November 103,90 Mk. an das Städtiſche Wohl⸗ fahrtsamt abgeführt werden.— Im Dezember halfen unſere Schüler die Loſe der Künſtlerhilſe 1926 und in den Monaten Januar bis März diejenigen der Wohlfahrtslotterie vertreiben, die der Heſſiſche Fürſorgeverein zugunſten der Errichtung eines Krüppelheims an der Landesuniverſität veranſtaltete.
20. Wir können unſern Bericht über das Schuljahr 1926/27 nicht abſchließen, ohne mit Ehrfurcht und Dankbarkeit zu erwähnen, daß am 27. Februar 1927 das Wormſer Gymnaſium auf eine einwandfrei nachweisbare 400⸗jährige Geſchichte hat zurückblicken können.
Viele Schülergenerationen ſind in dieſen 4 Jahrhunderten in ihm ein⸗ und ausgegangen, 7 Schulhäuſer haben ihm im Verlaufe dieſer langen Zeit als Wohnſtätten gedient, viel treue Arbeit iſt in ihm geleiſtet worden an der Erziehung und Bildung der reichsſtädtiſchen, der heſſiſchen und deutſchen Jugend und mit Stolz darf die Anſtalt auf den Lohn ihres Wirkens ſchauen, der beſteht in der Freude, in allen Berufen für Stadt und Land und Reich tüchtige Männer, Frauen und Bürger herangebildet zu haben, dank der nimmermüden Unterſtützung einer einſichtsvollen, weitblickenden Stadtverwaltung und fürſorglichen Landesregierung und der verſtändnisvollen Mitarbeit einer freimütigen, urteilsfähigen Elternſchaft.
Was aber insbeſondere uns, die Lebenden, mit aufrichtiger Freude erfüllt, das ſind die Liebe und die Anhänglichkeit, welche die Schüler von 7 Jahrzehnten ihrer alma mater dadurch bekundet haben, daß ſie mit dem Wunſche an uns herangetreten ſind, die Erinnerung an das 400⸗jährige Beſtehen des Gymnaſiums und damit ein Feſt des Wiederſehens zu feiern als einer Heerſchau nach den ſchweren Jahren des Weltkriegs, der ihre Reihen ſo ſtark gelichtet hat.
Gern gab der Lehrkörper der Anregung Folge, und ſchon haben verſchiedene Ausſchüſſe tüchtige Arbeit geleiſtet mit der Ermittelung der Anſchriften der früheren Schüler, dem Entwurf einer Feſtordnung und der Beſchaffung der für die erſten Vorarbeiten notwendigen Mittel.
Aus techniſchen Gründen hat man darauf verzichtet, das Erinnerungsfeſt am 27. Februar zu feiern, an dem 1527„Mittwoch nach Matthiae Apoſtoli ein rhat der jungen Kinder ſchul in das(Barfüßer)⸗ Kloſter in ihr Conventſtuben geordnet hat“, man hat ſich vielmehr, namentlich auch mit Rückſicht auf die zahlreichen Studenten, auf die Zeit vom 10. bis 12. September geeinigt. Wir hoffen, daß bis zum Schluſſe des Schuljahres die Feſtordnung ſoweit feſtliegt, daß im neuen Schulſahre ſofort mit den Vorbereitungen des Feſtes begonnen werden kann. Schon jetzt aber laden wir alle Schüler⸗ jahrgänge und die Eltern unſerer Schüler zu unſerem Jubelfeſte herzlichſt ein.
21. Das Schuljahr 1926/27 ſchloß am 2. April 1927.
VI. Neuanſchaffungen.
1. Für die Bücherei: Heſſiſche Volksbücher(Fortſetzung), der Obergermaniſch⸗Rätiſche Limes (Liefg. 44), Germania Romana lII, Rheinheſſen in ſeiner Vergangenheit: Como, Alt⸗Bingen, Starkenburg in ſeiner Vergangenheit Bd. 2, Wellmer, Das Lichtenberger Schloß,


