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aus Marburg über das Thema„Friedrich Schinkel, ein deutſcher Baumeiſter“, am 24. Januar zu dem Vortrag des Herrn Stadtpfarrers Vogel aus Darmſtadt über„Das religiöſe Ringen in der römiſchen Kaiſerzeit“, am 17. Februar zu dem Vortrag des Herrn Dominikanerpaters Norbert Großgart über„Horaz als Propheten einer untergehenden Kultur“ und endlich am 24. März zu dem Vortrag des Herrn Privat⸗ dozenten Dr. Walter aus Gießen über das Thema„Griechen vor Homer, Anfänge der europäiſchen Geſchichte“. Der Wormſer Bund zur Pflege der bildenden Kunſt geſtattete am 20. Januar unſeren Schülern den unentgeltlichen Beſuch von Profeſſor Schubrings Lichtbildervortrag über Anſelm Feuerbach und Hans von Marées. Für den 8. Mai lud die Turngemeinde 1846 zu ihrer prächtigen Jubiläumsturnſchau im Theaterſaal des Städtiſchen Spiel⸗ und Feſthauſes ein. Ebenſo ſandte der Schwimmſportverein Heſſen und der Erſte Wormſer Schwimmklub Einladungen zu verſchiedenen Schwimmfeſten und ſchwimmſportlichen Vorführungen, Alemannia, Verein für Raſen⸗ ſport, zu ſeinen Nibelungenſpielen und der Nerother Wandervogel zu 2 Werbeabenden. Die Verbindung ſelbſtändiger Gärtner machte ihre Blumenſchau und die Direktion des Ufatheaters in der Schau⸗ burg ihren aſtronomiſchen Lehrfilm„Wunder der Schöpfung“ unſeren Schülern zu ermäßigten Preiſen zugänglich.
15. Am 4. September wohnte der Unterzeichnete auf Einladung der dem Handwerker⸗ und Gewerbeamt Worms angeſchloſſenen Innungen und Gewerbevereine der feierlichen Einweihung des Hauſes des Handwerks in der Kämmererſtraße und am 3. Oktober der Schlußübung der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Worms bei.
Am 2. Oktober folgte er der Einladung des Herrn Oberbürgermeiſters zur Eröffnung der Werbeausſtellung der Stadtbibliothek und des Stadtarchivs und am 6. Januar derjenigen zur Einführung des neuen Herrn Stadtſchulrats Friedrich Jockel in ſein Amt.
16. Am 13. Juni ſtellten wir dem Bezirkskartell für Körper⸗ und Seiſhpa kultur Worms für den Reichsarbeiterſporttag Umkleideräume zur Verfügung.
Während des Winters turnten in unſerer Turnhalle der Schwimmſportverein Heſſen, Ale⸗ mania, Verein für Raſenſport, der Artiſtenverein Worms, die Turnabteilung des chriſtlichen Jugend⸗ bundes in der Wielandſtraße und der Lehrerturnverein.
17. Infolge des erfreulichen Aufſchwungs, den das Jugendwandern in den letzten Jahren genommen hat, war die in unſerer Turnhalle untergebrachte Jugendherberge eine gern aufgeſuchte, ja unentbehrliche Unterkunftsſtätte für jugendliche Wanderer geworden. Allein die ungeahnte Zunahme der Zahl der Einkehrer ſchuf auf die Dauer unhaltbare Zuſtände. Der Verkehr von Hunderten von Wanderern im Monat durch die Turnhalle bedeutete für den Turnunterricht eine ſchwere Störung. Um aber die für Worms unentbehrliche Jugendherberge, für die anderweitig ein geeigneter Raum nicht zu gewinnen war, zu erhalten, entſchloß ſich die Direktion nach Rückſprache mit dem Herrn Oberbürger⸗ meiſter, ſie in das völlig trockene, geſunde Kellergeſchoß des Hauptgebäudes zu verlegen. Nachdem das Stadtbauamt die vorgeſchlagenen Räumlichkeiten geprüft und für hygieniſch einwandfrei erklärt hatte und das Heſſiſche Landesamt für das Bildungsweſen ſowie der Hochbauamtsbezirk Worms ihre Zuſtimmung zu der geplanten Verlegung gegeben hatten, wurde die Herberge mit Mitteln der Stadt, des Städtiſchen Wohlfahrtsamtes und der Jugendherberge durch das Stadtbauamt Worms ausgebaut und mit 32 Betten verſehen. Sie konnte im Laufe der Sommerferien dem Gebrauche übergeben werden und iſt unter der Aufſicht unſeres Hausmeiſters als des Herbergsvaters und der Oberaufſicht des Herrn Studienrats Engel als des Herbergsleiters der Ortsgruppe Worms des Jugendherbergsvereins zu einer beliebten und anerkannten Stätte der Erholung geworden. Hielten doch im Laufe des Schuljahrs etwa 2500 Wanderer in ihr Einkehr. So aber ſtellte ſich die Jugendherberge ſchon bald als zu klein heraus, und ſchon iſt


