Jahrgang 
1925
Einzelbild herunterladen

9

Am 10. Februar vereingte ein Elternabend eine große Zahl von Eltern unſerer Schüler und die Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gomnaſiums im Saale des evangeliſchen Ge⸗ meindehauſes. Nach einleitenden Worten des Direktors hielt Herr Studienrat Dr. Breidenbach einen Vortrag über das ThemaDie gomnaſiale Bildung, ihr Wert für Leben und Beruf. Der reiche Beifall der Verſammlung zeigte, wie hochbefriedigt und erfreut die Zuhörer durch die genuß⸗ reichen Ausführungen des Redners waren, und der Verzicht auf eine Ausſprache bewies die gründ⸗ liche und erſchöpfende Behandlung des Themas.

Am 5. März gab die Anſtalt ihrer Trauer über den Tod des erſten Präſidenten der deutſchen Republik, des Herrn Friedrich Ebert, in einer ſchlichten aber eindrucksvollen Feier Ausdruck. Trotz der Kürze der zur Verfügung ſtehenden Zeit hatte Herr Reallehrer Schmidt unter gütiger Mitwirkung des Herrn Studienrats Diehl noch eine ſchöne Vortragsfolge zuſtande gebracht. Die Feier wurde eingeleitet durch einen von Herrn Studienrat Diehl meiſterhaft geſpiel⸗ ten Trauermarſch von Schubert, und die Rede des Herrn Oberſtudiendirektors Krauß war um⸗ rahmt von muſikaliſchen und geſanglichen Darbietungen, die dem Ernſt der Veranſtaltung entſprachen.

Die öffentliche Feier der Entlaſſung der Abiturienten am 27. März, die zugleich als Schlußfeier gedacht war, geſtaltete ſich dank der von Herrn Reallehrer Schmidt wohldurch⸗ dachten Vortragsfolge und dank der Rede des Klaſſenführers der la, Herrn Oberſtudiendirektors Krauß, zu einem gemütvollen Feſt der Schulfamilie und trägt, ſo hoffen wir, dazu bei, in den Elternkreiſen das Gefühl der Zuſammengehörigkeit von Schule und Elternhaus und in dieſen beiden das Vertrauen zu einander zu ſtärken zum Segen der Schule und der dieſer anvertrauten Jugend.

Das Schuljahr ſchloß am 28. März 1025 nach der fünſten Anterrichtsſtunde..

7. Der Geſundheitszuſtand der Lehrer und Schüler war im Schuljahr 1924/25 im allgemeinen gut. Die ſchulärztliche Uberwachung wurde durch unſeren Schularzt, Herrn Dr. Raiſer weiter gewiſſenhaft durchgeführt und erwies ſich in vielen Fällen als nützlich.

8. Die amerikaniſche Kinderſpeiſung wurde im Sommerhalbjahr fortgeſetzt. Es nahmen an ihr 30 Jungen teil. Am 27. September fand ſie mit einem Kinderdankfeſt ihren Abſchluß⸗

Seit dem 3. November wird von Herrn Hausmeiſter Parr den Schülern, deren Eltern es wünſchen, gegen Entgelt ein Milchfrühſtück verabreicht, das aus ¼ l warmer Milch und einem friſchen Brötchen beſteht. Es nehmen daran 30 Schüler teil.

9. Wegen großer Hitze brauchte der Anterricht nur viermal ausgeſetzt zu werden. Zum Eislauf war keine Gelegenheit.

10. Außer den regelmäßigen monatlichen Spaziergängen in die nächſte Amgebung der Stadt machten zwiſchen dem 28. Mai und 1. Juni ſämtliche Klaſſen Tagesausflüge, und zwar VI und V 1 Tag, IYV-lb 2 Tage und la 4 ½ Tage. Die Ziele der Ausflüge waren der Pfälzer Wald, die Bergſtraße, der tiefere Odenwald, der Taunus und der Vogelsberg. Am 7. November fand ein Tagesausflug in die Amgebung der Stadt und in den Odenwald ſtatt.

11. Neben dem Turnen wurde Spiel und Sport eifrig gepflegt. Allerdings erlitt der Turnunterricht in den Wintermonaten dadurch eine unliebſame Störung, daß für die ſeit 49 Jahren im Gebrauch befindlichen und durchgebrannten Ofen erſt am 30. Dezember durch die Aufſtellung zweier mächtiger Kronosöfen der Firma Eſch in Mannheim Erſatz beſchafft wurde. Von 4 Fauſt⸗ ballwettſpielen wurden 2 gewonnen; von 3 Handballwettſpielen wurde 1 gewonnen und waren 2 unentſchieden.

An den Reichsjugendwettkämpfen nahmen 28 Schüler der Anterſtufe, 15 der Mittelſtufe und 10 der Oberſtufe teil. Wegen des anhaltenden Regenwetters fanden die Geräte⸗