Jahrgang 
1905
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E. Zur Geschichte der Anstalt.

Das neue Schuljahr wurde am 13. April 1904 durch einen kurzen Feſtakt in der Aula feierlich eröffnet. Dabei gedachte der Direktor in warm empfundenen, ehrenden Worten der 25jährigen Amtstätigkeit des Herrn Profeſſors Dr. Becker an hieſiger Anſtalt. Er wies darauf hin, wie ſehr es der Jubilar in dieſer langen Zeit verſtanden habe, ſich die anhängliche Liebe ſeiner Schüler, die treue Freundſchaft ſeiner Kollegen und die Hochachtung und das Vertrauen der Eltern zu erwerben. Ein Feſtmahl zu Ehren des Gefeierten vereinigte alle Herren des Kollegiums am Samſtag den 16. April im Gaſthof zum alten Kaiſer, bei dem die Gefühle der Wertſchätzung und Verehrung in herzlichſter Weiſe zum Ausdruck kamen.

Sonntag den 17. April 1904 vormittags 11 Uhr veranſtaltete unſer Schüler⸗ orcheſter im Feſthausſaal unter Leitung ihres Dirigenten, des Herrn Oberlehrers Diehl, eine muſikaliſche Aufführung zu Beethovens Gedächtnis vor einer zahl⸗ reichen Hörerſchaft. Das Konzert wurde durch einen von Herrn Diehl gedichteten und von dem Oberprimaner Güntert wirkungsvoll vorgetragenen PrologDen Manen Beethovens eingeleitet und durch Beethovens Trauermarſch aus der Sonate op 26 er⸗ öffnet. Dann folgten Nummern aus Wagner, Schubert, Haydn, Mendelsſohn, Reinecke und zum Schluſſe ein von dem Dirigenten eigens für die jugendlichen Muſiker komponierter Heſſiſcher Huldigungsmarſch.

Die Herren Akzeſſiſten Schmitt und Herbert wurden mit Beginn des Sommer⸗ halbjahres zu Aſſeſſoren ernannt.

Vom 15. Mai bis 15. Auguſt war Herr Oberlehrer Dr. Kraft zu einem Studienaufenthalt nach England beurlaubt. Die Herren Kollegen übernahmen in bereit⸗ willigſter Weiſe die Vertretung.

An einer vom Deutſchen Flottenverein in der Pfingſtwoche veranſtalteten Schülerfahrt nach Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven beteiligten ſich 3 Kol⸗ legen und 26 Schüler der Oberklaſſen.

Für die Zeit zwiſchen Sommer⸗ und Herbſtferien war Herr Oberlehrer Dr. Henkel zu einer wiſſenſchaftlichen Studienreiſe beurlaubt. Sein Vertreter war Herr Akzeſſiſt Schäfer aus Mainz.

Für die gleiche Zeit war Herr Oberlehrer Hertſch zu einer militäriſchen Uebung eingezogen und wurde durch Herrn Akzeſſiſten Rupp aus Worms vertreten.

Am 18. Auguſt 1904 waren es 25 Jahre, daß das jetzige Gymnaſialgebäude be⸗ zogen und damit auch die Vorſchule mit der Hauptanſtalt vereinigt wurde. Zum Gedächt⸗ nis dieſes Tages und zu Ehren der Herren Schüler, Schmahl und Pohl, die nun auf eine 25jährige gemeinſame Amtstätigkeit in dieſem Hauſe zurückblicken konnten, veran⸗ ſtaltete der Direktor eine kurze Gedenkfeier, wobei er in einer herzlichen Anſprache den