Jahrgang 
1888
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D. Chronik der Anſtalt.

Das Schuljahr 1887 88 nahm am 18. April 1887 ſeinen Anfang.

Mit Beginn desſelben trat der durch Dekret S. K. H. des Großherzogs vom 16. März zum ordentlichen Lehrer ernannte Dr. Adolf Strack die Thätigkeit an unſerer Schule an. über ſeinen bisherigen Lebensgang teilt dieſer folgendes mit:Adolf Eduard Strack, geboren zu Darmſtadt am 1. Mai 1860, beſuchte das Gymnaſium daſelbſt von Herbſt 1869 bis Herbſt 1877, wo er mit dem Reifezeugnis entlaſſen wurde; nachdem er 187778 ſeiner Militärpflicht genügt, beſuchte er die Univerſitäten Leipzig, Berlin und Gießen, wo er ſich dem Studium hauptſächlich der deutſchen Philologie und Geſchichte widmete, erlangte im Auguſt 1883 von der philoſophiſchen Fakultät zu Berlin die Doktorwürde und beſtand im Jahr 1884 das Examen für das höhere Lehramt zu Gießen; hierauf trat er ſeinen Lehramtsacceß an dem Gymnaſium zu Gießen an und war zugleich von Oſtern 1885 bis Oſtern 1886 ordentliches Mitglied des pädagogiſchen Seminars; nachdem er dann proviſoriſch als Lehrer an dem Gymnaſium zu Gießen verwendet worden war, erfolgte ſeine definitive Anſtellung an dem Gymnaſium und der Realſchule zu Worms durch Groß⸗ herzogliches Dekret vom 16. März 1887.

Durch Miniſterialverfügung vom 3. Oktober 1887 wurde der Großherzogliche Gymnaſial⸗ und Realſchullehrer Friedrich Gatzert zum Vermalter einer Lehrerſtelle an dem Großherzog⸗ lichen Schullehrerſeminar zu Friedberg ernannt. Dagegen wurde dem Dr. Auguſt Scheuermann aus Birkenau die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle an unſerer Anſtalt übertragen. Derſelbe gibt folgende Notizen über ſeinen bisherigen Lebensgang:Auguſt Scheuermann iſt geboren in Birkenau als Sohn des dortigen evangeliſchen Lehrers Scheuermann und durchlief das Gymnaſium zu Darmſtadt von der zweitunterſten Klaſſe ab. Im Jahre 1867 legte er an dieſer Anſtalt die Reifeprüfung ab und bezog ſodann für zwei Jahre die Univerſität und das Conſervatorium zu Leipzig, um Geſchichte und zugleich Tonkunſt und Tonkunſtgeſchichte zu ſtudieren. Darauf hörte er Vorleſungen zu Berlin, machte Privatſtudien und bezog zum Abſchluſſe ſeiner Studien für zwei Semeſter die Univerſität Gießen, wo er Herbſt 1875 nach beſtandener Prüfung in Geſchichte und Deutſch zum Doktor der Philoſophie ernannt wurde. Von Gießen begab er ſich nach München, um eine Reihe von Jahren daſelbſt eine Lehrerſtelle am Kgl. Conſervatorium und dem Kgl. Maximilianeum zn bekleiden.

Dem Lehrer der katholiſchen Religion, Dr. Joſeph Selbſt, wurde durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums vom 27. October 1887 unter Zuſtimmung des biſchöflichen Ordinariates die Verwaltung der Stelle eines Religionslehrers an dem Gymnaſium zu Mainz übertragen. Durch Verfügung vom 15. November 1887 wurde die erledigte Stelle an den Caplan Matthäus Kemmerer, bis dahin in Heppenheim a. d. B., übertragen. Derſelbe iſt wie er mitteiltam 26. Juli 1853 in Seligenſtadt a. M. geboren. Von Herbſt 1865 an beſuchte er das Progymnaſium ſeiner Vaterſtadt und von Herbſt 1868 an das Gymnaſium zu Mainz. Nach Abſolvirnug desſelben im Herbſt 1873 trat er in das biſchöfliche Seminar zu Mainz ein und empfing am 12. Auguſt 1877 die Prieſterweihe. Nachdem