Jahrgang 
1906
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162 Johannes Geleni, Rector des Jeſuitencollegs, verklagt die Stadt Worms bei dem Kaiſer 1627.

Ihrer der Societaet freyheiten, privilegien, vortheil, recht und gerechtigkeiten, auch allem das, was ihnen zu verſprechen ſtehet, mit gutem wiſſen und eigner bewegnüſſen, aus fürnehmen und be⸗ wegenden urſachen in Unſer und des Reichs ſonderbahren verſpruch, Gebür und ſchirm genommen und empfangen, inmaßen dan jüngſt hievor und unterm dato Regens- purg den 21. ſ*] Oct. ſechzehen hundert dreyzehen weiland Unſer geliebter Herr und vetter Kayſer Matthias ec. hochlöblichſter gedächtnus, ſie gleicher geſtalt aufgenommen und empfangen hatte; nehmen und empfangen ſie auch alſo in unſern und des reichs ſondern verſpruch und ſchirm, und meinen, ſetzen und wollen darmit hinführo die gedachte Societaet zu Wormbs ſampt allen derſelben angehörigen perſohnen haab und gütern ꝛc. in unſern und des reichs beſondern verſpruch, ſchuz und ſchirm ſeyn, demnach alle Ihre ſtandmäßigen ämpter und übungen Wormbſer Bistumbs und ſonſt, wo wir zu gebieten haben, ungehindert üben und verrichten, ſich aller und jeglicher Gnad, freyheit zumahl der rachtung vortheil, recht und gerechtig⸗ keiten der Clerisey zu Wormbs ohne disputation und ausnamb an allen enden und orten ihrer nothurft und gelegenheit nach, gleichwie andere Geiſtliche freuen, gebrauchen und genießen ſollen, auch ſonderlich wie andere ſo in unſerm beſondern verſpruch ſeyn, haben und genießen von allermänniglich unverhindert und unbeleſtigt. Der geben iſt in unſerer ſtatt Wien den ſiebenzehenden Tag des monaths Junii nach Chriſti unſeres lieben Hern und Seeligmachers geburth ſechzehen hundert und im vier und zwanzigſten ꝛc.

Ferdinand. von Stralendorff (L. S.) Johannes Baptiſta Bucher.

(Wormſ. Arch. IV. IV. 34. 12. 185. Act. 6.)

Trotz dieſes Kaiſerlichen Reſcripts fügt ſich der Rath nicht. Im Jahre 1625 beanſtandet er in ſeiner Sitzung vom 18. Mai,daß die Jeſuiter frey verkaufen wollen.(Extr. prot. a. a. O. Nr. 33.)Den Jeſuitern wird auch die Proceſſion ihrer Scholaren auf die Kieſelwies contra⸗ dieirt.(P. S. C. vom 12. Aug. 1625; a. a. O. S. 80, Nr. 10. und Nr. 34. Vgl. oben Wieſengang, S. 105.) Ernſtlich verfahren die Jeſuiten im Jahre 1627 gegen die Stadt; ſie erinnern den Rath der Dreizehner an ihre Privilegien:producuntur eorum privilegia, ſagt das Rathsprotocoll vom 23. Jan. 1627.(a. a. O. Nr. 31).Der damalige Rector des Wormſer Jeſuitencollegs, ſchreibt Fichtl,fand ſich im Jahr 1627 gezwungen, gegen die ſtädtiſchen Beein⸗ trächtigungen bei dem höchſten Reichsgerichte Klage zu erheben. Fichtl theilt auch eine Abſchrift der von dem Rector des Jeſuitencollegs Johannes Geleni(Galeni genannt in derFacti species S. 31) am 21. Juni 1627 an den Kaiſer gerichteten Bittſchrift mit, worin Geleni Klage darüber führt, daß der Rath zu Worms trotz der Privilegien der Kaiſer Rudolf II., Matthias und Ferdinand II. den Jeſuiten die rachtungsmäßigen Freiheiten vorenthalte, obwohl dieſe Privi⸗ legien dem Rath in Copieen von dem Collegium und dem Domcapitel zu Worms zugeſtellt worden ſeien und obwohl auch der Kurfürſt zu Mainz Johann Schweickhard von Kronenberg(vgl. oben S. 156.) den Rath wohlwollend ermahnt habe, das Jeſuitencolleg in Ruhe zu laſſen. Auf die Inſinuation des Jahres 1614, ſchreibt Geleni, habe der Rath zuerſt ausweichend geantwortet; auf wiederholtes Drängen, ſich zu erklären, ob er die kaiſerlichen Schutz⸗ und Freiheitsbriefe reſpectiren werde, habe der Rath die Sache mit Kurpfalz berathen und geantwortet, er wolle ſelbſt auch an den Kaiſer berichten. Inzwiſchen habe aber der Rath dem Jeſuitencolleg nicht geſtattet, Wein oder Früchte, gleich dem übrigen Clerus frei zu verkaufen. Durch ſolches Vorgehen habe der Rath den Orden