Biſchof Johann III. Kämmerer von Dalberg und Pfalzgraf Philipp. 21
der urſach halben, daß er ſeine fiſch deſto beſſer verkaufen möchte. 6. die gen Rom wallen, ſind narren, denn ſie hätten eben das zu Worms gefunden, das ſie dort geſucht haben. 7. Item es ſei nirgend in der heiligen ſchrift ausgedrückt, daß der heilig geiſt vom ſohn ausgehe. Den proceß haben die zween gelehrte und gottſeelige männer der h. ſchrift doctores Engelinus von Braunſchweig und Johannes Kaiſersberger nit gebilligt.“(Flersheim, in Arnolds Ausg. der Wormſ. Chron. S. 186, 189, 190.)
Dem Erzbiſchof Adolph von Mainz war gelungen, was die Pfalzgrafen in Worms an⸗ ſtrebten. Jener hatte im October 1462 die Stadt Mainz durch alle Schrecken einer Belagerung, Eroberung und Plünderung ſich unterthan und zu ſeiner Haupt⸗ und Reſidenzſtadt gemacht. Nach⸗ dem in Folge dieſer Vernichtung der Selbſtändigkeit der Stadt Mainz die Stadt Worms der Hülfe dieſer ihr früher verbündeten Stadt verluſtig geworden, konnte nach dem Tode des milden und friedfertigen Biſchofs von Worms, Reinhard von Sickingen(1482), der zu der Stadt und zum Kaiſer in freundlichen Beziehungen ſtand, Pfalzgraf Philipp hoffen, im Einverſtändniß mit einem zu ihm haltenden Biſchof von Worms die Stadt zunächſt dieſem und dann ſich ſelbſt zu unterwerfen. Dieſer Plan wäre verwirklicht worden, wenn nicht die Kaiſer Friedrich III. und Maximilian J. der von allen Bundesgenoſſen verlaſſenen Stadt wirkſamen Beiſtand ge⸗ leiſtet hätten.
Zorn ſelbſt berichtet über die durch Kurpfalz der Stadt Worms bereitete Nothlage.„Nach tod biſchofs Reinhardi(1483) ſchickt pfalzgraf Philipp ſeine räth an das capitel hieher, dasſelbig zu bitten, daß das capitel wollt einen wählen, der edel, aus der Pfalz geboren, gelehrt, eines fürnehmen anſehns, der auch ſonſt in wichtigen ſachen zu brauchen wäre, damit er Johann kämmerer von Dalberg, domprobſt und der Pfalz kanzler gemeint. Iſt alſo zum biſchof erwählt worden noch ſehr jung, ein gelehrter mann in griechiſcher, lateiniſcher und hebräiſcher ſprach und der gelehrteſten Männer, ſo der zeit gelebt. Zwiſchen dieſem biſchof und der ſtadt hat ſich bald eine zwietracht angeſponnen von wegen des eids, welchen er vor dem Einritt ſchwören ſollte.„Dieſes einritts halben iſt die ſtadt, ob ſie ſchon, größeres ungemach zu verhüten, dem biſchof in etlichen punkten ſeines gefallens willigen müßen, bei pfalzgraf Philippen in ſolche. große ungnad kommen, daß er ihnen die bach abgegraben, nit in die ſtadt bringen laßen, die burger auf den ſtraßen geſchlagen, beraubt, gefänglich eingezogen und aufs feindſeligſt mit ihnen umgegangen.“—„Als nun der rath ſeine geſandten gen Heidelberg geſchickt zu bitten, daß man ſie zu verantwortung wollt laßen kommen, hat man ſie erſtlich nit verhören wollen, hernach, als ſie gehört worden, haben die räth geantwortet, daß der pfalzgraf zu einem abtrag haben wollt 10000 fl. Demnach aber dieſes den Wormſern zu erlegen unmöglich, iſt mit großem fleiß, mühe und arbeit die ſach dahin geteidingt worden, daß die ſtadt dem fürſten geben ſollt 5000 fl., darzu in ſeinen ſchirm kommen und jahrs 3000 fl. zu ſchirm geben. Mit ihm— Johann von Dalberg — iſt eingeritten pfalzgraf Philipp, aber in der ſtadt nit blieben, und hats der biſchof dahin bracht gehabt, daß der rath im einritt ſeine farb führet, nämlich gelb, ſchwarz und graue ſtrich in rothem kleid. Ihm hat die ſtadt verehrt ein vergüldken Becher auf 100 fl., 1 fuder wein und 30 malter habern.“(Flersheim in Arnolds Ausg. d. Wormſ. Chronik, S. 191, 192.)
Die Stadt Worms erfuhr dieſe Behandlung, weil ſie ſich weigerte, daß der Rath dem Biſchof Johann von Dalberg den von dieſem geforderten Huldigungseid ſchwöre, durch den der Rath im Namen der Gemeinde dem Biſchof und dem Stifte als dem Herrn der Bürgerſchaft ſchwören ſollte, obgleich es bis dahin gebrauch war, daß in dem Huldigungseide die Stadt aus⸗ drücklich eine freie Stadt genannt wurde, die vom Reich gefreiet und gefürſtet iſt, und obgleich


