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c) Nachricht über die von der Kehranſtalt abgegangenen Schüler.
Von den 12 abgegangenen Primanern gieng 1 mit Tod ab, die übrigen 11 bezogen die Uni⸗ verſität; die 2 Secundaner traten in andere Bildungsanſtalten; von den 3 Tertianern gieng 1 ab in Folge elternlicher Wohnortsveränderung, die zwei andren zu bürgerlichen Geſchäften; von den 2 Quartanern trat 1 nur temporär zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit aus, 1 ſetzte ſeine Bildung privatim fort.
Im Herbſte wurden zu der Maturitätsprüfung 12 Schüler der Prima zugelaſſen: A. Curtze, M. Göller, E. Hoffmann, K. Hofherr, A. Jelito(welcher leider am 1. Sept. plötzlich ſtarb), K. Leonhard, R. Momberger, H. Schröder, Th. Schröder, J. Uhl, H. Wolfskehl, G. v. Zangen.
Die 11 Abiturienten im Herbſte haben die Prüfung beſtanden, 8. mit No. II, 3 mit No. III; 3 davon ſtudieren Jura, 3 katholiſche, 1 proteſtantiſche Theologie, 2 Medicin, 1 Naturwiſeenſchaft, 1 Forſtwiſſenſchaft.
Von den abgegangenen 31 Realſchülern widmet ſich 1 aus der oberſten Klaſſe dem Bergbau, 1 aus der zweiten Klaſſe trat in ein auswärtiges Privat⸗Inſtitut, die übrigen widmeten ſich der Handlung und andren bürgerlichen Gewerben.
IV. Chronik der Anſtalt.
Das verfloſſene Schuljahr begann nach den 14tägigen Ferien am 23. April.— Nachdem am Morgen von dem Director die Aufnahmsprüfung von 43 Schülern vorgenommen worden war: fand Nachmittags 2 Uhr die gemeinſame Andacht aller Schüler und aller Lehrer pro felice anni scho- lastici auspicio Statt. Nach derſelben empfiengen die Schüler in ihren Klaſſenzimmern die nöthigen Inſtructionen für den am andren Morgen beginnenden Unterricht.
Die Vorträge, mit welchen die vorjährigen Prüfungen vom Director eröffnet und geſchloſſen wurden, ſind unten abgedruckt.
Ueber das Wormſer Programm 1856 und 1857 ſteht in den Heidelberger Jahrbüchern 1857, Nr. 55 von Herrn Geheimen Hofrath und Prof. Dr. Chr. Bähr folgendes Referat, welches hier anzu⸗ führen anderweitige Beziehungen verzeihlich finden werden:„Wir bemerken bei dieſer Gelegenheit, „daß eine gute überſichtliche Zuſammenſtellung der im platoniſchen Dialog Phädon entwickelten „Gründe für die Unſterblichkeit der unlängſt von Herrn Director Wiegand in dem Frühjahrsprogramm „vom Jahre 1856 S. 27 gegeben worden iſt unter Vorausſchickung der im zehnten Buche der Po⸗ „liteia in ähnlicher Weiſe für die Unſterblichkeit enthaltenen Gründe. In dem Programm des Jahres „1857 hat derſelbe eine Ueberſetzung des ſechsten der platoniſchen Briefe mit den nöthigen ſachlichen „wie ſprachlichen Erörterungen geliefert: ſie ſoll als Probe einer demnächſt erſcheinenden Ueberſetzung „aller dieſer Briefe gelten, und wird ſchon darum Beachtung verdienen, als der Verfaſſer wie „Wenige, mit dieſen platoniſchen Briefen durch vieljährige Studien befreundet, damit eine genaue „Kenntniß Platoniſcher Sprache und Lehre verbindet, wie ſie zur richtigen Auffaſſung dieſer Briefe, „und insbeſondere zur Entſcheidung der Frage über den oder die Verfaſſer derſelben von beſonderer


