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ſundheit von Mitte Juni an einen Urlaub zu erbitten, der bis Oſtern 1911 verlängert wurde. Zu unſerer Freude hat ſich ihr Befinden mittlerweile ſo gebeſſert, daß ſie von Neujahr 1911 an einen Teil ihres Unterrichts wieder übernehmen konnte. Auch andere Mitglieder des Lehrkörpers waren zeitweiſe durch Krankheit oder Beurlaubung dem Schul⸗ dienſt entzogen, ſodaß zahlreiche Vertretungen in faſt allen Klaſſen nötig waren.
Im Sommerhalbjahr hatte einen Teil des Unterrichts des erkrankten Fräulein Heß bereitwilligſt Fräulein Eliſabeth Schaefer übernommen, der auch im Winterhalbjahr die Vertretung des beurlaubten Fräulein Thomae übertragen wurde. Den erkrankten Herrn Dumont vertrat vom 26. Auguſt bis zu den Herbſtferien Herr Lehramtsreferendar Göbel.
Drei Wochen vor den Sommerferien war Herr Lehramtsaſſeſſor Dumont zu einer 7⸗wöchigen Studienreiſe nach England beurlaubt worden; ferner waren Herr Real⸗ lehrer Gerkhardt in der Woche vor Pfingſten, Herr Prof. Dr. Uhrig in der Woche nach Pfingſten und Fräulein Dietz im Anſchluß an die Sommerferien zwei Wochen beurlaubt.
Herr Reallehrer Ganz und Fräulein Becker nahmen am 13. und 14. Mai an der 17. Deutſchen Turnlehrerverſammlung in Darmſtadt teil; Herr Reallehrer Haaß war vom 4. bis 17. Auguſt zur Teilnahme an einem naturwiſſenſchaftlichen Ferienkurſus in Jena beurlaubt.
Herr Kirchenrat Benemann war im Sommerhalbjahr zwei Wochen beurlaubt, Herr Lehrer Rothſchild vor Weihnachten mehrere Wochen erkrankt.
3. Der Geſundheitszuſtand der Schülerinnen war im allgemeinen befriedigend; nur in der 10. Klaſſe kamen im Juni einige Erkrankungen an Scharlach und zahlreiche Maſernfälle vor, ſodaß ſie auf Anregung des Kreisgeſundheitsamtes am 22. Juni bis zum Beginn der Sommerferien, 2. Juli, geſchloſſen werden mußte.
4. Mit aufrichtiger Teilnahme gedenken wir des Todes des Herrn Geheimen Rats Dr. Eiſenhuth, der auch unſerer Anſtalt ſtets freundliches Wohlwollen bewieſen hat.
Herr Geh. Oberſchulrat Block beehrte am 19. November 1910 und am 2. Februar 1911 unſere Schule mit ſeinem Beſuch und wohnte dem Unterricht in mehreren Klaſſen bei.
Im Laufe des Schuljahrs wurde fünf jungen Damen, die beabſichtigen, ſich in Preußen oder Bayern der Prüfung als Sprachlehrerinnen zu unterziehen, mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, geſtattet, dem fremdſprachlichen und deutſchen Unterricht in verſchiedenen Klaſſen beizuwohnen.
Wie ſeither erteilte auch in dieſem Schuljahr Herr Lehrer Pfaff einer Gruppe von Schülerinnen Unterricht in Stenographie.
5. Die vaterländiſchen Gedenktage wurden in der üblichen Weiſe gefeiert. Großherzogs und Kaiſers Geburtstag vereinigte Lehrer und Schülerinnen zur Feier im engeren Kreiſe der Schule; eine Anzahl von Lehrerinnen, Lehrern und Schülerinnen der Oberklaſſen folgten dann der liebenswürdigen Einladung des Herrn Regimentskommandeurs als Zuſchauer bei der Parade des Infanterie⸗Regiments„Prinz Carl“ Nr. 118.
Am Sedantag wurden Ausflüge in die Umgebung unternommen,


