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Durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulangelegenheiten, vom 31. März 1881, ſind die Ferien an den höheren Schulen des Landes in nachſtehender Weiſe verteilt worden:
1) Oſterferien 3 Wochen, und zwar 2 Wochen vor dem Feſt und 1 Woche nach demſelben.
2) Pfingſtferien 1 Woche vom Pfingſtſonntage an.
3) Herbſtferien 5 Wochen von dem dem 15. Auguſt zunächſt liegenden Sonntage an bis zu dem dem 22. September zunächſt liegenden Montage.
4) Weihnachtsferien 2 Wochen, und zwar wenn der 25. Dezember auf Montag, Dienstag, Mittwoch oder Donnerſtag fällt, von dem dieſen Tagen vorhergehenden Sonntage an. Fällt jedoch der 25. Dezember auf Freitag, Samstag oder Sonntag, ſo beginnen die Ferien mit dem dieſen Tagen vorhergehenden Donnerstag.
Wo örtliche Verhältniſſe zur Zeit der Faſtnacht, Weinleſe oder dergleichen herkömmlicher Weiſe die Freigebung mehrerer einzelner Tage außerhalb der hier feſtgeſetzten Ferienzeit rechtfer⸗ tigen, ſind dieſe Ferientage an den vorſtehenden Ferien, und zwar vorzugsweiſe an den Oſter⸗ und Herbſtferien, in Abzug zu bringen. Im Laufe des Schuljahres erhielt die Anſtalt an Geſchenken:
1) Von Herrn Pfarrer Peterſen dahier: Verhandlungen des naturhiſtoriſchen Vereins der preußiſchen Rheinlande und Weſtphalens. 24. bis 32. Jahrgang. Bonn 1867—1875.
2) Von Frau Bahnexpeditor Buhl dahier: Duruy, V. Abrégé de l'’histoire de France. Edition illustrée. Tome I& II.— Fénélon. Les Aventures de Télémaque; ornées de gravures sur acier— Vinet, A. Chrestomathie française. Tome I& II.
3) Von Herrn Philipp Müſſig in Wimpfen im Thal: Eine Anzahl ſchöner Seemuſcheln.
4) Von Herrn Apoth. Niederheiſer in Rappenau: Einen Schädel von Equus caballus.
5) Von Herrn Georg Kleyer, früherem Schüler der Anſtalt: Ein von ihm ſetbſtgefertigtes Modell zur Erläuterung von Cäſars Brückenbau.
6) Von der Verlagsbuchhandlung von Ernſt Siegfried Mittler& Sohn in Berlin: Hopf und Paulſiek, deutſches Lehrbuch für Tertia.
7) Von der Verlagsbuchhandlung von G. Grote in Berlin: Hopf und Pauſiek, deutſches Leſebuch für Septima, Sexta, Quinta und Quarta.
8) Von der Hahu'ſchen Verlagsbuchhandlung in Hannover: Fiſcher, Dr. Ferd., Leitfaden der Chemie und Mineralogie. 2. Auflage.
9) Von Herrn Turnlehrer Hohenacker in Heilbronn: Holhenacker und Wüſt. Ord⸗ nungs⸗ und Stabübungen nach Prof. Dr. O. Jäger's Turnlehre.
Für dieſe Geſchenke wird hiermit vorbindlichſt gedankt.
Im beſonderen haben wir noch einer reichen Schenkung zu erwähnen, die bedürftigen Schülern der höheren Bürgerſchule zu gute kommt. Herr Guſtav Hauber, Silberfabrikant zu Gmünd im Königreich Württemberg und deſſen Ehefrau Mina Hauber, Tochter des verſtor⸗ benen Bürgers und Landwirts Leonhard Speer zu Wimpfen, übergaben, um in Wimpfen das Andenken an ihren am 15. Juni 1880 verſtorbenen Bruder und Schwager Albert Speer zu erhalten, der Gemeinde Wimpfen einen Acker als Eigentum, mit der Beſtimmung, daß das daraus zu erlöſende Pachtgeld alljährlich zur Anſchaffung von Büchern verwendet werden ſoll, welche an bedürftige, eingeborne Wimpfener Bürgerſöhne von unbeſcholtenem Rufe und der nötigen Begabung, die in der höheren Bürgerſchule ſind, verteilt werden ſollen.
Der Ertrag dieſer ſchönen Stiftung— der jährliche Pachterlös des geſchenkten Ackers be⸗ trägt gegenwärtig 52 Mark— wird hieſigen bedürftigen und würdigen Schülern den Beſuch der höheren Bürgerſchule erleichtern. Namens der Schule ſprechen wir hiermit unſern aufrichtigſten und wärmſten Dank für dieſe reiche Schenkung aus..
Die ſchriftliche Entlaſſungsprüfung fand vom 6. bis 9. März ſtatt; die mündliche Prüfung wird unter Vorſitz des Großherzoglichen Regierungscommiſſärs, Herrn Geh. Ober⸗ ſchulrat Becker am 25. März abgehalten werden. 1


