Jahrgang 
1880
Einzelbild herunterladen

16

Graf Günther u. ſein Kutſcher. Oertel, Hugo. Johann Gutenberg, der Erfinder der Buchdruckerkunſt. Derſelbe. Karl Theodor Körner. Pichler, Luiſe. Der Schreckenstag von Weinsberg. Röth, Chriſtian. Heinrich, oder das Kind von Heſſen. Schmidt, Ferdinand. Janko, der Maler. Schupp, Ottokar. Der Fürſt und ſein Hofprediger. Derſelbe. Der Stanhub. Spieß, Philipp. Der Krankenhauspförtner. Stein, Arnim. Ein getreuer Knecht. Strack, Karl. Peter der Große.

3. Lehrmittel.

Von Lehrmitteln für den naturwiſſenſchaftlichen Unterricht wurde in dieſem Jahre nichts Neues angeſchafft, ſondern nur das Vorhandene durch Reparaturen erhalten.

6) Chronik der Anſftalt.

Das Schuljahr 1879/80 begann am 21. April. Mit dem Beginn desſelben ſchied Herr Lehrer Emanuel Schmuck, der ſeit Oſtern 1875 an der Höheren Bürgerſchule gewirkt hatte, aus dem Lehrer⸗Collegium und wurde durch hohe Verfügung Großh. Miniſteriums an die Real⸗ ſchule zu Gießen verſetzt. Herr Johann Bauder, der bisher die 6. Lehrerſtelle an der Schule verwaltet hatte, wurde mit der Verwaltung der 5 Lehrerſtelle betraut und die Verwaltung der 6. Lehrerſtelle dem Schulamts⸗Aſpiranten Wilhelm Judith übertragen.

Wilhelm Judith, geboren am 30. Juli 1857 zu Hering im Kreis Dieburg, trat, nachdem er bis Pfingſten 1871 die Volksſchule ſeines Heimathortes beſucht, in die Realſchule zu Groß⸗Umſtadt ein, die er Oſtern 1874 als Schüler der 1. Klaſſe verließ, um in das Lehrerſeminar zu Bensheim einzutreten. Oſtern 1877 beſtand er daſelbſt die Abgangsprüfung und verwaltete dann von 18771879 die 2. Stelle der Kommunalſchule zu Heimersheim bei Alzei. Im April 1879 wurde ihm durch hohe Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums die Verwaltung der 6. Lehrerſtelle an hieſiger Schule übertragen. Im Mai 1879 erledigte derſelbe ſeine Definitorialprüfung in Darmſtadt.

Am 11. Juni, dem Tage der goldenen Hochzeit des deutſchen Kaiſerpaares, veranſtaltete die Schule eine Schulfeier, bei der Herr Lehrer Bauder cine Anſprache hielt, der er Schmidt's ParabelDas gute Alter zu Grunde legte, und in der er ausführte, wie unſer verehrter Kaiſer ſich durch Frömmigkeit, Mäßigkeit, Friedfertigkeit und Fleiß ein ſolch hohes Alter erworben habe. Von den Schülern wurden dann einige Gedichte vorgetragen und einige Lieder geſungen; Nachmittags wurde ein Ausflug nach Jagſtfeld unternommen.

Der 2. September, der Tag von Sedan, wurde in derſelben Weiſe, wie die letzten Jahre von der Schule gefeiert. Am Abende vor dem Feſttag brannten die Schüler ein Freuden⸗ feuer anf dem Altenberg ab; am Feſttag ſelbſt betheiligten ſich die Schüler an dem Iugendfeſte in Wimpfen im Thal.

Am 12. September, dem Allerhöchſten Geburtsfeſte Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, wurde eine öffentlſche Schulfeier abgehalten. Herr Ensgraber hielt die Feſtrede über die Wiederaufrichtung Preußens durch Stein, Scharnhorſt und Guneiſenau, und die Schüler trugen entſprechende Gedichte und Geſänge vor.

Die ſchriftliche Entlaſſungsprüfung fand vom 1. 4. März ſtatt. Die den Abitu⸗ rienten geſtellten Aufgaben waren folgende:.

1) Deutſcher Aufſatz; Nach Wahl entwederDie weltgeſchichtliche Bedeutung der Schlacht bei Leipzig 1813 oderDie Siegfriedſage(nach dem Nibelungenlied).