—
25
Die mündliche Reifeprüfung fand am 4. und 5. 3. 27 unter dem Vorsitz des Oberschulrats Dr. Zühlke statt.(Näheres siehe unter Prüfung Seite 18)
Aus Anlaß der 100 jährigen Wiederkehr des Todestages von Ludwig van Beet- hoven fand am 26. 3. 27 eine Feier im Festsaal der Anstalt staft. Die Feier wurde eingeleitet durch einen Chorgesang: Lebensfreude aus der Chorphantasie, dann folg- ten 2 Sätze aus dem Klavier- Trio in B-dur. Nach dem Chorlied:„Die Ehre Gottes in der Natur“ enftwarf Studienrat Fritsche ein Lebensbild des Meisfters und seiner Werke mit Erläuterungen am Klavier. Die stimmungsvolle Feier fand ihren Abschluß durch das Märzlied, Chorgesang der VI. und V. und einen Vorfrag des Musikvereins„Deut- sche Tänze.“
Am 28. 5. 27. fand die feierliche Entlassung der Abiturienten durch eine An- sprache des stellverfretenden Direktors Oberstudienrat Dr. Klüpfel statt:
Eine Gedächtnisfeier zu Ehren des grossen Physikers Newton veranstalfete die kleine Schulgemeinde(O II.—-O I.) am 31. 3. 27. Studienrat Dr. Brand würdigte in einem Vorfrag die Verdienste des Forschers.
Am Sonntag, den 3. April 27, fand um 11 Uhr vorm. im Festsaale der Riehl- schule die Abschiedsfeier für Oberstudiendirektor Dr. H. Weimer staft, der mif Beginn des Sommersemesters seine neue Tätigkeif als Direktor der pädagogischen Akademie in Frankfurt a. M. antfrittt. Behörden und Elternschafft waren überaus zahlreich verfreten.
Das Adagio aus dem Trio in B-dur von Beethoven, vorgefragen von den Schülern Zißmann, Klee und Birkel, und die Motefte„Herr, Deine Güte reicht so weit“ von Croll, leiteten die Feier ein. Zuerst ergriff Oberstudienrat Dr. Klüpfel das Wort. Er dankte im Namen des Lehrkörpers für den zahlreichen Besuch und würdigte in warmen Worten die Verdienste, die der Scheidende während seiner 15 jährigen Tä- tigkeit als Direkfor der Riehlschule, vornehmlich um ihren Ausbau als Doppelanstalt, sich erworben habe. Als Andenken überreichfe er ihm ein von Zeichenlehrer Fisch- bach gezeichnetes Bild, das den südlichen Teil der Anstalt darstellt.
Stadtrat Dr. Osterheld bedauertfe es, daß Wiesbaden einen Mann verliert, der nichf bloß in der Schule gewirkt habe, sondern auch durch die Schule hinaus in die wei- testen Schichten. Im Namen des Oberbürgermeisters und des Magistrats der Stadt Wiesbaden spricht er dem Scheidenden Dank und Oliickwünsche aus. Herr Abels- Schierstein, der Vorsißende des Elternbeirates der Riehlschule, übermiffelt den Dank der Elfernschaff, die Direktor Weimer in reichem Maße zur Mitarbeit an den Erzie- hungsaufgaben herangezogen habe. Herr Georg Schneider überbringt die Ehrenmitglied- schaft der Vereinigung der Freunde der Riehlschule; die Vereinigung verliere in Di- rektor Weimer nicht nur einen aufrichtigen Freund und Förderer, sondern auch ihren geistigen Urheber. Rektor Groffy als dienstälfester Rektor der hiesigen Volksschulen bringt die Grüße der Volksschullehrerschaft; ihr Wunsch sei es, daß es ihm gelingen möge, die Bedenken, die auf vielen Seiten gegen die Simlutanakademie bestehen, nach und nach zu entkräften und dazu beizufragen, daß die simultane Schulform immer weifteren Umfang und Ausdehnung annehme. Namens der Direktoren sämtlicher höhe- rer Wiesbadener Schulen und des Philologenvereines wünschte Oberstudiendirektor Dr. Preising dem Scheidenden in seinem neuen Berufe innere Befriedigung. Pfarrer Kübler ibermittelt Direktor Weimer den Dank und den Abschiedsgruß der evangelischen Kirchengemeinde, die ihn ungern scheiden sehe. Nach dem Vortfrage eines Schillerchores überreicht Unterprimaner Büsgen im Auftfrage der Riehlschiler dem scheidenden Direktor zum Andenken eine Pestalozzi-Plakefte.
Direktor Weimer dankt in bewegten Worten. Neben dem unterrichflichen Ge- danken habe von Anfang an der erzieheriche Gedanke, die Seele des Kindes und des Jugendlichen zu verstehen und dieses Verständnis in weitere Kreise zu fragen, im Mittelpunkt seiner fheoretisch-wissenschaftlichen Arbeiten und seiner praktisch-päda-


