Jahrgang 
1927
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II. Die Lehrer.

A. Veränderungen im Lehrkörper.

Studienrat Dr. Hermann Bauer, der wegen nervöser Erschöpfung während der zweiten Hälfte des Schuljahres 1925/26 beurlaubt war, sah sich, da sein Gesundheitszustand sich nicht gebessert hatte, leider genötigt, mit dem 31. März 1926 endgültig aus dem Dienste zu scheiden. 24 Jahre lang hat er an unserer Anstalt mit vorbildlichem Pflichteifer und ungewöhnlichem Lehr- geschick gewirkt. Eine besondere Pflege erfuhr durch ihn der neusprachliche Unterricht. Seine organisatorischen Fähigkeiten kamen der Schule in der Zeit von 1906 bis 1912, in der er neben seiner unterrichtlichen Tätigkeit die Geschäte des Direktionsgehilfen führte, sehr zu statten. Sein Scheiden bedeutet für Lehrer und Schüler einen schweren Verlust. Wir wünschen ihm einen gesegneten Lebensabend. Zu Beginn des Schuljahres traten in den Lehrkörper neu ein als Studienrat Dr. Wilhelm Gerhard), als Assessor Christian Boetticher. Am 10. Juni starb Oberschullehrer Richa[rd Wedesweiler. Mehr als 24 Jahre war er an unserer Schule tätig. Ein Herzschlag setzte seinem verdienstvollen Schaffen unerwartet ein Ziel. Der Tod ereilte diesen überaus tüchtigen Lehrer während des Unterrichts, In ihm verliert die Anstalt einen mit hervorragendem Lehrgeschick begabten, bei seinen Mitarbeitern und seinen Schülern sehr beliebten Lehrer und Freund. Wir werden das Andenken dieses edlen Menschen stets in Ehren halten. Seinen Unterricht übernahm zunächst der Schulamtsbewerber Albert Wagner. Von Beginn des Winterhalbjahrs ab wird die Stelle von Mittelschullehrer Wilhelm Müller*) verwaltet. An der TagungDie Reformanstalten und Oberrealschulen, die vom 4. bis zum 7. Oktober in Frankfurt a. M. stattfand, beteiligten sich der Direktor und 9 Lehrer der Anstalt. Zur Teilnahme an den in Frankfurt a. M. abgehaltenenLehrgängen zur Einführung in die Richtlinien waren beurlaubt Studienassessor Heller vom 29. XI. bis zum 4. XII. 1926, Stu- dienrat Weishaupt vom 17. bis zum 22. I. 1927, Studienassessor Henning vom 24. bis zum 29. I. 1927. Im Auftrage des Provinzialschulkollegiums leitete Studienrat Kaiser an unserer Anstalt einen Doppellehrgang über die bildende Kunst in der Schule(vom 18. bis zum 20. I. 1927 und vom 25. bis zum 27. I. 1927). Es nahmen 21 Damen und Herren von verschie- denen höheren Lehranstalten der Provinz teil. Zu dem 2. Lehrgang war der Vizepräsident des Provinzialschulkollegiums erschienen, der den Vorträgen eines Tages und den anschließenden Verhandlungen über Gestaltung und Methode des kunstgeschichtlichen Unterrichts beiwohnte. Der Gesundheitszustand der Lehrer war im allgemeinen befriedigend. In den rauhen Winter- monaten kamen einige Erkrankungen vor, die aber jedesmal nach wenigen Tagen behoben waren.

B. Obliegenheiten des Oberstudienrats.

Oberstudienrat Dr. Szymanski wird vom Direktor zur Mitarbeit an Verwaltungs- geschäften und zur Ausbildung der Referendare herangezogen. Ferner ist ihm die besondere Pflege des deutschen und des lateinischen Unterrichts sowie die Aufsicht über die Sammlungen

übertragen. C. Lehrerausschuß.

Den Lehrerausschuß bilden die Studienräte Dr. Horn, Dr. Wetzell und Oberschul- lehrer Hill.

*) Wilhelm Gerhard, geboren am 11. Mai 1896 in Horchheim bei Koblenz, August 1914 Reifeprüfung, von Okto- ber 1914 bis Ende des Krieges im Felde, Studium der Germanistik und der neueren Sprachen in Frankfurt a. M., Promotion zum Dr. phil. im Sommer 1921, Staatsexamen im Juli 1922, Vorbereitungsdienst an der Liebig- Oberrealschule zu Frankfurt a. M., pädagogische Prüfung im September 1923, von Herbst 1923 bis Ostern 1924 an der Handelsrealschule zu Osnabrück, dann bis Herbst 1925 an der städt. Handelsschule zu Saarbrücken, von Oktober 1925 bis Ostern 1926 an der städt. Oberrealschule I zu Kassel als Studienassessor beschäftigt.

**) Wilhelm Müller, geboren am 18. März 1874 in Runkel, Kreis Oberlahn, besuchte von 1889 bis 1804 die Prä- parandenschule und das Seminar zu Usingen, Seine erste Anstellung fand er in Massenheim, Kreis Wiesbaden- Land. Am 1. Mai 1897 erfolgte seine Berufung nach Wiesbaden, woselbst er vier Jahre an der Volksschule und von Ostern 1901 bis Herbst 1926 an der Mittelschule tätig war.