3. Übersicht über die während des Schuljahres 1910/11 behandelten Lehraufgaben. a. Realgymnasium.
Oberprima. Ordinarius: Schafstädt.
Religionslehre(2 St.): a. Evangelische, Kirchengeschichte von der Re-
Doutsch(3 St.):
formation bis zur Gegenwart. Christliche Glaubens- und Sittenlehre im Anschluß an den Römerbrief und die Augustana. Wieder- holungen aus der Bibelkunde und Kirchen- geschichte. Weimer.
Kalholische(Verb. mit UI und O II):
Kirchengeschichte der Neuzeit. Aus der Dog- matik die Lehre von Gott, der Schöpfung und Erlösung. Wiederholungen aus den Lehr- aufgaben der oberen Klassen, mit besonderer Berücksichtigung apologetischer Zeitfragen. Jung. Gelesen wurde Schillers Braut von Messina und zum Vergleich des Sophokles„König Ödipus“; ferner schwie- rigere Gedankendichtungen; alsPrivatlektüre „Die Räuber“,„Don Carlos“,„Maria Stuart“. Von Goethe wurden gelesen„Götz von Berlichingen“,„Egmont“,„Iphigenie“,„Tor- quato Tasso“ und eine Auswahl aus seinen lyrischen Gedichten im Anschluß an sein Lebensbild.„Dichtung und Wahrheit“ wurde der Privatlektüre überlassen.— In der Lite- raturgeschichte hauptsächlich Lebensbilder Wielands, Herders, Goethes und Schillers, sowie Ausblicke auf die Ro- mantik und die neuere deutsche Dichtung. — In der philosophischen Propädeutik wur- den die Hauptpunkte der Logik beendot. — Ubungen im mündlichen Vortrag.— Neben kleineren Ausarbeitungen wur- den Aufsätze über folgende Themata ge- schrieben: 1. Welche Gründe führen Wallensteins Verrat herbei?— 2. Nicht der ist auf
Französisch(4 St.):
der Welt verwaist, dem Vater und Mutter gestorben, sondern der für Herz und Geist keine Lieb' und kein Wissen erworben. 3. Was hat Schiller in der„Braut von Messina“ der Antike entlehnt, und wie hat er es verwertet?(Klassenaufsatz).— 4. Frankfurt zu Goethes Jugendzeit.— 5. Wie erklärt sich Egmonts Schicksal aus seinem Charakter?— 6. Die Entwicklung der menschlichen Kultur nach Schillers „Spaziergang“(Klassenaufsatz).— 7. Wesen und Wert der Induktion.— 8. Die Bedeutung der Flüsse für die mensch- liche Kulturentwicklung(Prüfungsauf- satz). Weimer.
Latein(5 St.): Lektüre s. S. 21.
Erweiterung und Wiederholung der Satz- lehre im Anschluß an Reinhardt und Wulff-Bruhn-Preiser III.
Alle 14 Tage bis 3 Wochen schriftliche Übersetzungen aus dem Lateinischen ins Deutsche, gelegentlich auch aus dem Deut- schen ins Lateinische, meist Klassenarbeiten.
Schafstaedt.
Ubersicht über die wich- tigsten Epochen der französischen Literatur bis zu den Romantikern(Fortsetzung und Wiederholungen aus OII und UI). Die Hauptabschnitte der französischen Ge- schichte bis zur Revolution im Anschluß an Monod, Histoire de France(Fortsetzung aus O II und U J). Grammatische Wieder- holungen. Lektüre s. S. 21. Das Wichtigste aus der Synonymik und Metrik. Sprech- übungen im Anschluß an den Lesestoff und kleine freie Berichte. Auswendiglernen einiger Gedichte und Stellen aus Dramen. Alle 14 Tage eine schriftliche Arbeit, dar- unter Aufsätze über folgende Themen:


