Karl Franz Gruber, geboren den 25. Dezember 1857 zu Langenschwalbach, besuchte die Realschule seiner Vaterstadt und darauf von Ostern 1871 bis Herbst 1877 das Kaiser-Wilhelms-Gymnasium zu Montabaur, studierte von 1877— 1881 Theologie auf der Universität Würzburg, diente vom 1. April 1881 bis dahin 1882 als Einjährig-Freiwilliger im 1. Hessischen Infanterieregiment No. 81 zu Frankfurt a. M. Nachdem er noch ein Semester Theologie an der Akademie zu Freising bei München studiert hatte, war er in der Seelsorge thätig zu Niederselters und Wicker; seit dem 1. Januar 1885 ist er Kaplan zu Wiesbaden.
Mit dem 1. Oktober wurde der ordentliche Lehrer J. P. Magnin auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt, nachdem derselbe seit dem 1. Oktober 1861 als Lehrer der französischen Sprache an der Realschule gewirkt hatte. An seiner Stelle ist mit dem 1. Oktober Herr Dr. Rudolf Diehl als ordentlicher Lehrer an die Realschule berufen worden.
Rudolf Diehl, geboren am 22. Dezember 1861 zu Dillenburg, vorgebildet auf dem Kgl. Realgymnasium zu Wiesbaden, studierte auf den Universitäten zu Berlin, Paris und Marburg vornehmlich neuere Sprachen und bestand am 25. Juli 1884 die Prüfung pro facultate docendi. Auf Grund der Abhandlung„Guillem Anelier von Toulouse, der Dichter des zweiten Teils der Albigenserchronik“ wurde ihm von der philosophischen Facultät zu Marburg in demselben Jahre die Doctorwürde verliehen. Das Probejahr legte er von Herbst 1884 bis ebendahin 1885 an der städtischen Realschule zu Wiesbaden ab und war bis Ostern 1886 als Hilfslehrer an derselben Anstalt, sodann nach einem kürzeren Aufenthalt in England von Herbst 1886 bis dahin 1887 in gleicher Eigenschaft an dem Kgl. Realgymnasium dahier thätig.
Mit dem 1. April d. J. wird auf sein Ansuchen Herr Oberlehrer Anton Dillmann, seit Mai 1859 an der Realschule bezw. höheren Bürgerschule als Lehrer der französischen und der englischen Sprache thätig, in den Ruhestand treten. Die Verhandlungen über die Wiederbe- setzung der dadurch frei werdenden Stelle sind noch nicht abgeschlossen, und wird über die- selben im nächstjährigen Programm berichtet werden.
Herr Oberlehrer Wallenfels, seit Ende v. Js. durch ein Fussleiden an der Erteilung seines Unterrichts gehindert, konnte erst am 18. Juli v. Js. seine Thätigkeit wieder aufnehmen. An seiner Vertretung waren hauptsächlich beteiligt der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Hoffmann (Englisch in IIA und IIIA) und Probekandidat Theisen(Französisch in VI), sodass eine erheb- liche Abänderung des Lektionsplans im übrigen nicht notwendig wurde.
Vom 1. Juni bis 26. Juli war der ordentliche Lehrer Deubner als Premierlieutenant der Landwehr zu einer achtwöchentlichen Dienstleistung einberufen. Auch dessen Vertretung wurde durch die dankenswerte Bereitwilligkeit der beiden genannten Herrn erleichtert. Herr Theisen übernahm Französisch in I2 A und in IV A, Herr Dr. Hoffmann Englisch in IIIB, sowie Englisch und Geographie in IVA; ausserdem unterrichtete derselbe während des ganzen Semesters 2 St. Botanik in III B.
Herr Theisen beendigte sein Probejahr im Herbst und begab sich darauf zum Zwecke weiterer sprachlicher Ausbildung nach England; seit dem 1. Oktober ist Herr Heinrich Otto als Probekandidat an der Realschule thätig.
Der Gesundheitszustand ist während des Wintersemesters unter Lehrern und Schülern kein günstiger gewesen. Von häufiger wiederkehrenden kleineren Störungen abgesehen waren die Herren Oberlehrer Schmitthenner, Zeichen- und Gesanglehrer Gut mehrere Wochen durch Krankheit an der Erteilung ihres Unterrichts gehindert. Der Schulbesuch in den Vorschulklassen, den unteren und mittleren Klassen der Realschule wurde durch eine fast den ganzen Winter hindurch andauernde Masernepidemie wesentlich beeinträchtigt. Einen braven und fleissigen


