— 15—
f. Befreit waren vom Turnunterricht im Sommer 19, im Winter 16 Schüler, vom Zeichnen 1, vom Religionsunterricht 1(kath.).
g. Am wahlfreien lateinischen Unterricht der Oberstufe nahmen teil aus OII 8, aus UI 15, aus OI 9 Schüler.
An freiwilligen Arbeitsgemeinschaften waren im abgelaufenen Jahre folgende eingerichtet: 1. eine englische Arbeitsgemeinschaft von 18 Oberprimanern unter Leitung des Direktors über das britische Weltreich; 2. eine deutsche Arbeitsgemeinschaft von 9 Oberprimanern unter Leitung des Studienrats Pauly über Jungdeutschland und den poetischen Realismus(Untersuchungen über den Prosastil einiger bekannter Schriftsteller); 3. eine französische Arbeitsgemeinschaft von 10 Unterprimanern unter Leitung des Studien- rats Dr. Schnaus über französische Heimatkunde; 4. eine chemische Arbeitsgemeinschaft von 13 Oberprimanern, die unter Leitung des Studienrats Bleisch analytische UÜbungen vornahmen; 5. eine chemische Arbeitsgemeinschaft von 16 Unterprimanern unter Leitung des Studienrats Jäckel über analytische Chemie.
In der Einheitskurzschrift unterrichtete Herr Studienrat Dr. Keller die Schüler der Obertertia; an dem zweistündigen Einführungslehrgang beteiligten sich 20, an dem Fort- bildungskurs(alle 14 Tage 1 Stunde) 12 Schüler.
h. Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen recht zufrieden- stellend bis zu der starken Grippeepidemie, die im Verein mit der strengen Kälte und der Kohlennot im Februar den Unterrichtsbetrieb wesentlich hemmte; doch verliefen die aller- meisten Fälle bei unseren Schülern milde.
In der vor 3 Jahren eingeführten schulärztlichen Betreuung trat mit Beginn dieses Schuljahres insofern eine Anderung ein, als ein städtischer Schularzt im Hauptamt, Herr Dr. Schöneseiffen, diese Tätigkeit bei den Knabenschulen übernahm. Von diesem Jahre an werden alljährlich die Klassen Sexta, Quarta, Obertertia, Obersekunda und Ober- prima untersucht, sodaß jeder Schüler im Laufe von 2 Jahren wenigstens einmal einer genauen ärztlichen Untersuchung unterzogen wird, die in Gegenwart des Klassenleiters in unserem neu eingerichteten Krankenzimmer stattfindet. Auf die dabei gefundenen gesundheitlichen Mängel werden nötigenfalls auch die Eltern aufmerksam gemacht, sodaß dann eine haus- ärztliche Behandlung einsetzen kann. Die bei dieser Untersuchung am häufigsten fest- gestellten Mängel waren in diesem Jahre ungenügende Sehschärfe, Schwäche der inneren Organe und Blutarmut; zur Erholung im Sommer(Land-, Gebirgs-, Soolbad-, Seeaufent- halt) wurden 33 Schüler vorgemerkt.
Leibesübungen. Die Reichsjugendwettkämpfe fanden Samstag, den 14. Juli, auf der Kampfbahn Kleinfeldchen statt und zwar diesmal zusammen mit den vier anderen höheren Knabenschulen Groß-Wiesbadens. Nach gemeinsamer Verabredung hielten sich die höheren Schulen an die vom Reichsausschuß für Leibesübungen herausgegebenen Beding- ungen. Darüber hinaus war in der ersten Altersklasse noch Schwimmen über 20 m ver- langt, in der zweiten und dritten Altersklasse eine Kurübung am Reck oder Barren gestattet, damit auch die guten Geräteturner zu ihrem Rechte kämen.
Da die Kampfbahn nur am Vormittag zur Verfügung stand, hatte der vorbereitende Ausschuß die Zahl der Wettkämpfer an jeder Anstalt auf etwa 45 beschränkt. Die Aus- wahl war in Vorkämpfen getroffen worden, die jede Schule für sich veranstaltete. Aus ihnen ging hervor, daß unsere Anstalt bereits in der zweiten Altersklasse, besonders aber in der dritten, bedeutend mehr Schüler mit sicherer Aussicht auf Erfolg hätte nennen können.


