= 14— 3. Revisionen und Prüfungen.
Am 1. Juli bestand ein von der Behörde zur Prüfung überwiesener junger Mann die Prüfung der Reife für Prima.
Am 24. September wohnte der Dezernent der Anstalt, Herr Ober- und Geheimer Regierungsrat Dr. Paehler, dem Unterricht einiger jüngerer Herren bei.
Am 20. Dezember besuchte der Vortragende Rat im Kultusministerium Herr Geh. Regierungsrat Professor Dr. Graeber in Begleitung des Herrn Oberregierungsrats Dr. Paehler die Anstalt und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei; da am Nach- mittag desselben Tages unsere Weihnachtsfeier stattfand, so benutzten die Herren zu unserer großen Freude diese Gelegenheit, die Schule auch einmal von einer anderen Seite als der des ernsten Unterrichts kennen zu lernen.
Zur Reifeprüfung am Schluß des Schuljahres meldeten sich alle 25 Oberprimaner (14 aus Abteilung a und I1 aus Abteilung b). Nach der schriftlichen Prüfung, die in den Tagen vom 5. bis 10. Februar stattfand, trat ein Schüler der Abteilung b von der Prüfung zurück. Die mündliche Prüfung wurde am 16. und 17. März unter dem Vorsit⸗z des Direktors und in Anwesenheit des Herrn Obersten z. D. Castendyck als Vertreters des Kuratoriums abgehalten; alle 24 Abiturienten, die in die Prüfung eingetreten waren, erhielten das Zeugnis der Reife, davon I1 unter Befreiung von der mündlichen Prüfung (die persönlichen Verhältnisse der Abiturienten siehe S. 17).
Die Versetzung nach Obersekunda und damit die Berechtigung zum einjährig-frei- willigen Militärdienst erhielten vergangenen Herbst 4, zu Ostern d. Js. 57 Schüler. Die Mehrzahl von ihnen geht zu einem praktischen Berufe ab, 19 gedenken die Schule weiter zu besuchen.
4. Das Lehrerkollegium.
In den Lehrkörper der Schule, der im Bestande der festangestellten Mitglieder keine Veränderung erlitt, trat zu Ostern 1913 der Kaplan Joseph Becker als katholischer Religionslehrer ein. Da wegen der diesmal notwendig gewordenen Teilung aller Klassen in Doppelabteilungen die Anzahl der festangestellten Lehrkräfte nicht ausreichte, so mußte für dieses Schuljahr eine Hilfskraft eingestellt werden; als solche wurde von der Behörde der wissenschaftliche Hilfslehrer Richard Friederich überwiesen. Mit dem Ende des Schuljahres geht diese Stelle wieder ein, und Herr Friederich scheidet damit aus dem Lehrkörper aus, um eine Oberlehrerstelle in Altenessen zu übernehmen. Für seine tat- kräftige und erfolgreiche Mitarbeit sei ihm auch an dieser Stelle herzlicher Dank aus- gesprochen.
Die zur Ableistung des Probejahres Ostern 1913 überwiesenen Herren Emil Bonn und Dr. Alexander Klein unterbrachen am Ende des Sommerhalbjahres ihre Tätigkeit, um zunächst ihrer militärischen Dienstpflicht zu genügen.
Oberlehrer Dr. Meyer war von Neujahr bis Ostern 1914 zu einer Studienreise nach Südfrankreich beurlaubt; seine Vertretung übernahm der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Schubotz. Die einzige empfindliche Störung, die durch Krankheit in der regel- mäßigen Tätigkeit des Lehrerkollegiums hervorgerufen wurde, betraf Herrn Professor Schlosser, dessen Gesundheitszustand schon bei Beginn des Schuljahres so leidend war, daß er trotz tapferster Gegenwehr nach wenigen Wochen gezwungen war, um


