Lehranstalt und zwar das Städtische Realgymnasium, sie mit uns zusammen beging. Wenn es auch nicht leicht war, die großen Massen der Schüler einigermaßen gleich- mäßig zu beschäftigen, so zeigte doch der Verlauf der Wettkämpfe, daß es gut ist, sich gelegentlich mit anderen zu messen und daraus seine Lehren zu ziehen.
Der über 80 Schüler umfassende Gesangchor der Schule, der in diesem festereichen Jahr besonders viel zur Verschönerung der einzelnen Feiern beitragen mußte, veranstaltete als Belohnung für seine Mühe an einem Schultag gegen Ende des Sommerhalbjahres unter Führung seines Leiters, des Gesanglehrers Würges, und in Begleitung mehrerer anderer Herren einen besonderen Chorausflug nach der Sauerburg und Kaub, der allen Beteiligten lebhafte Freude bereitete.
Am ersten Tage der Herbstferien wirkte der Chor unter Leitung des Herrn Würges auch bei der im Kurhaus veranstalteten Aufführung der achten Mahlerschen Symphonie mit.
Unmittelbar nach dem Beginn des Winterhalbjahres bildete die Feier zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig den würdigen Abschluß der vaterländischen Feiern, wobei Oberlehrer Dr. Keller eine zu Herzen gehende Ausprache hielt.
Mit Rücksicht darauf, daß in diesem Jahre außergewöhnlich viele Preise verteilt wurden, beschloß die Lehrerkonferenz, den von der Stadt alljährlich aus der Gustav-— Freytag-Stiftung überwiesenen Betrag nicht zu Büchergeschenken zu verwenden, sondern die dafür zu beschaffenden Werke des Dichters in die Schülerbücherei einzu- stellen, wodurch sie ja dauernd der Mehrheit der Schüler zugute kommen.
Den festlichen Abschluß des alten Jahres bildete in gewolinter Weise die Weih- nachtsfeier, die wieder an den beiden letzten Nachmittagen vor den Ferien Schüler, Eltern und Lehrer um den reich geschmückten Weihnachtsbaum versammelte.
Die Einförmigkeit des letzten Schulvierteljahres, das sich zudem recht lange hinzog, wurde in angenehmer und nützlicher Weise durch die Winterfreuden belebt, die der ungewöhnlich strenge und lang andauernde Winter in Gestalt von Eis- und Schneesport mit sich brachte.
Bei der Feier zu Kaisers Geburtstag hielt Oberlehrer Dr. Dörrie die Festrede über Deutschlands Anteil an der Entwicklung der drahtlosen Telegraphie. Leider trafen die von der Behörde überwiesenen Geschenke zu spät ein; sie konuten daher erst nach- träglich in den Klassen den Schülern Adrian Ula und Müller OIIa überreicht werden.
Mit dem Ende des Jahres 1913 ging die Schule leider des schönen Turn- und Spielplatzes an der Lahnstraße verlustig, der ihr 6 Jahre lang den Mangel eines zu Spielzwecken geeigneten Hofes ersetzt hatte. Da der Platz nunmehr mit einer Volks- schule bebaut wird, so mußte sich die Schule nach einem einigermaßen geeigneten Ersatz umsehen und hofft diesen auch in der unmittelbar neben der Anstalt gelegenen West- Eisbahn gefunden zu haben, mit deren Eigentümer ein Vertrag in dem Sinne abgeschlossen wurde, daß der Platz von März bis November der Schule als Spielplatz zur Verfügung steht. In dankenswerter Weise bewilligten die städtischen Behörden eine angemessene Summe, durch die der Platz für die besonderen Zwecke der Schule noch besser herge- richtet werden konnte.
Die Entlassung der 24 Abiturienten und der 38 Untersekundaner, die mit der Obersekundareife und dem Berechtigungsschein für den einjährig-freiwilligen Militärdienst ins Leben abgingen, fand in der am 28. März, acht Tage vor dem eigentlichen Schul- schluß, abgehaltenen Schlußfeier statt, bei der der Direktor auch den nach Ablauf


