Jahrgang 
1914
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Aufgaben für die Reifeprüfung Ostern 1914.

Abteilung a.

1. Deutsch: Goethes Iphigenie ein deutsches Drama.

2. Französisch: Causes de la rupture entre la Prusse et Napoléon en 1806. 3. Englisch: Gbersetzung eines deutschen Textes.

4. Mathematik:

a) Es ist eine Ellipse schönster Form gegeben, d. h. eine solche, bei der= 2 ist. Diese wird von einer Parabel geschnitten, deren Scheitel im Mittelpunkt der Ellipse liegt, und deren Para- meter gleich 4 ist. Unter welchem Winkel schneiden sich die Kurven?

b) Mit welchem Mittelpunktswinkel muß man aus einem Kreise vom Radiuser einen Kreisausschnitt, herausschneiden, damit der durch Zusammenbiegen entstehende Kegel einen möglichst großen Inhalt besitzt?

c) Wie tief taucht eine Kugel aus Eichenholz(spez. Gewicht s= 0,8), deren Durchmesser 20 cm. beträgt, in Wasser(von 4 C.) ein?

d) Berechne von der Länge 1= 308⁰° 39 der Sonne und der Schiefe der Lkliptik 8= 23⁰° 27 ihre Deklination und ihre Rektaszension A. R.

5. Chemie: Das Blei und seine wichtigeren Verbindungen. Abteilung b. 1. Deutsch; Goethe und Karl August.(Unter besonderer Berücksichtigung des Gedichtes Imenau). 2. Französisch: Analyser les caractères des deux principaux personnages du Cid. 3. Englisch: Übersetzung eines deutschen Textes. 4. Mathematik:

a) Nach Logge und Kompaß auf= 40° 12 N beobachtet man vormittags eine Sonnenböhe im Azimut S 58 0 und berechnet hieraus die Länge des Schiffsortes zu 7= 460 48 W. Mittags findet man auf astronomischem Wege, daß das Schiff 12 nördlicher steht als das Besteck. Welches war die richtige Länge bei der Beobachtung?

b) An eine durch ihre 4 Scheitel gegebene Ellipse von einem Außenpunkte die Tangenten zu zeichnen.

c) Wieviel Wärme ist notwendig, ein 100 großes Zimmer von 0o auf 20⁰% zu erwärmen, wenn das Barometer Normaldruck anzeigt?

d) Die Winkel eines Dreiecks mit den Seiten 201, 202, 401 cm auf Zehntel Sekunden genau zu berechnen.

5. Chemie: Das Blei und seine wichtigeren Verbindungen.

Turnbericht.

Von 447 Schülern waren 28 ganz, 14 teilweise vom Turnen befreit. Die Doppelklassen waren von Untersekunda an aufwärts zu je einer Turnabteilung vereinigt; von Sexta bis Obertertia dagegen bildete jede Schulklasse auch eine besondere Turnabteilung, die aber nur in zwei Wochenstunden unterrichtet wurde. Anstelle der dritten Stunde wurde im Sommer für je zwei Parallelklassen ein planmäßiger Spielnachmittag eingerichtet. Diese Turnspiele wurden regelmäßig, die übrigen Turnstunden, so oft es die Witterung erlaubte, auf dem an der Lahnstraße gelegenen Turn- und Spielplatz der Schule abgehalten; im Winter trat anstelle des Turnens häufig Eislauf auf der dicht neben der Schule gelegenen West-Eisbahn.

Da sich beim Geräteturnen der Mangel geeigneter Riegenführer stark bemerklich machte, so wurden im Winter freiwillige Vorturnerstunden eingerichtet, in denen ausgewäühlte Schüler plan- mäßig theoretische und praktische Anleitung über die Ausführung der wichtigsten Obungen, über Aufstellung und Behandlung der Geräte, über Hilfeleistung und Turnsprache erhielten. Für die besondere Mühewaltung, der sich die Herren Dr. Himpel(I), Pauly(II), Dr. Bösser(III) und Friederich(V) damit unterzogen, gebührt ihnen aufrichtiger Dank der Schule.

Dank dem trefflichen Spielplatz und der Einrichtung der pflichtmäßigen Spielnachmittage liegt jedoch vorläufig die Stärke unserer Schule noch in den Turnspielen. Geübt wurde in erster Binie