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II. Aus den Verfügungen der Behörde.
Berlin, 15. Februar 1910. Der Herr Minister weist nachdrücklichst auf die unserem Volksleben durch die Schund- und Schmutzliteratur drohenden Schädigungen hin und erwartet von den Schulen tatkräftige Mithilfe in dem Kampf gegen diesen Feind (vgl. die Mitteilungen an die Eltern am Schluß des Jahresberichtes).
Berlin, 24. Mai 1910. In Berlin hat sich unter dem Vorsitz des Stadtschulrats Dr. Michaelis ein Ausschuß gebildet, der den Austausch französischer, englischer und deutscher Kinder, namentlich während der Ferien, aber auch für längere Zeit, in die Wege leiten will. Die Eltern, die sich an einem solchen Austausch beteiligen wollen, mögen sich an den Direktor der Schule wenden.
Berlin, 14. Juli 1910. Die wissenschaftlichen Aufnahmebedingungen für die Er- gänzung des Seeoffizierkorps sind dahin abgeändert worden, daß von allen Ein- tretenden gleichmäßig eine Prüfung im Euglischen gefordert wird; die Forderung, daß die Abiturienten der Oberrealschule die fehlende Kenntnis des Lateinischen durch das Mindestprädikat ihrer Schule„»gut“ in der englischen und französischen Sprache auszu- gleichen haben, ist weggefallen.
III. Chronik der Schule.
1. Zur Schulgeschichte.
Das neue Schuljahr begann Montag, den 4. April 1910, mit der Aufnahmeprüfung und der Mitteilung des Stundenplans an die Schüler. Ihren regelrechten Anfang nahm dann die Arbeit am folgenden Tage nach einer Versammlung der Schulgemeinde im Festsaal, in welcher der Direktor zunächst die von dem Herrn Minister unter dem 17. März vollzogene Anerkennung der Anstalt als neunstufige Oberrealschule bekanntgab; danach begrüßte er die neuen Mitglieder des Lehrerkollegiums, Oberlehrer Dr. Stal-— mann, die wissenschaftlichen Hilfslehrer Dr. Strozewski und Steinebach und die Probekandidaten Scharowski und Lendle, und wies die Schüler auf die wichtigsten Bestimmungen der Schulordnung hin.
Am Nachmittag wurden die jüngsten Schulneulinge, die für die unterste Vorschul- klasse angemeldeten Knaben, durch eine passende kleine Feier in Gegenwart ihrer Eltern in die neuen Verhältnisse eingeführt.
Der planmäßige Unterricht, der während des Sommerhalbjahres durch Krankheiten und Beurlaubungen im Lehrerkollegium leider empfindlich gestört war, wurde zum erstenmal am Tage vor Himmelfahrt, am 4. Mai, unterbrochen bei Gelegenheit der all- jährlichen Kaiserparade, der eine kleine Anzahl Schüler als geladene Zuschauer bei- wohnten, während die meisten allerdings sich mit einer„Zaunkarte“ begnügen mußten.
Samstag, den 28. Mai, fiel der Unterricht aus Anlaß der Hauptversammlung des Philologenvereins für Hessen-Nassau und Waldeck aus.


