Jahresplan.
Eine Grundforderung der„Richtlinien für die Lehrpläne der höheren Schulen“ ist die Konzentration, d. h. die Zusammenfassung der Lehrfächer zu einem organischen Gesamtunterricht. Die verschiedenen Lehrstoffe sollen zum Aufbau eines geschlossenen Gedankenkreises und einer einheitlichen Bildung zusammengefaßt werden. Dieser Zweck wird am natürlichsten dann erreicht, wenn möglichst viele Fächer einer Klassenstufe in einer Hand vereinigt werden. Das ist an unserer Anstalt in ziemlich weitem Umfang geschehen. Handelt es sich um Unterricht auf der Oberstufe, so ist allerdings hierbei die Gefahr einer UÜberlastung des betreffenden Lebrers nicht zu verkennen. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit durch die einheitliche Zielstellung des Jahresplanes gesichert. Jeder Klasse ist ein Gesamtziel gestellt worden, das die verschiedenen Fächer durch entsprechende Auswahl der Lehr- und Lesestoffe und in möglichst enger Fühlung gemeinsam erarbeiten. Das Klassenziel bestimmt in erster Linie den Unterrichtsgang der kulturkundlichen Fächer, also in Religion, Deutsch, Geschichte und der neusprachlichen Lektüre. Aber auch die übrigen Fächer stellen sich, soweit es ohne Beeinträchtigung ihres Eigenrechtes geschehen kann, in den Dienst des Klassenzieles. Klassenziel war: in VI: Die Heimat. Der Heimatgedanke im Deutschen, Heimatkunde in der Erdkunde. Heimat- motive(Sagen, Märchen, Bauwerke) im Zeichnen. Heimatlieder in der Musik. Die heimat- liche Tier- und Pflanzenwelt in der Biologie.
in V: Der Held. Heldensagen im Deutschen. Heldengestalten im Geschichtsunterricht. Götter und Heldengestalten als Motive phantasiemäßigen Gestaltens im Zeichnen. Römische und germa- nische Heldengeschichte auch im Lateinunterricht.
in IV: Einführung in die antike Kultur, Das Altertum in Religion, Deutsch, Geschichte und Latein. In der Erdkunde die Mittelmeerländer als Schauplatz der antiken Kultur. Im Zeichnen: an- tike Ornamente und Geräte. In der Biologie: das Mittelmeergebiet.
in UIII: Einführung in die Kultur des deutschen Mittelalters in Religion, Deutsch, Geschichte. Der romanische und gotische Stil im Zeichnen,
in OIII: Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit.
in UIll: Der nationale Gedanke im 19. Jahrhundert. Deutsche Kunst des 19. Jahrhundert im Zeichen- und Kunstunterricht.
Auf der Oberstufe wird die Zusammenarbeit auf alle kulturkundlichen, sprachlichen und künstlerischen Fächer ausgedehnt. Die zu erarbeitenden Themen waren: in OII: Das Werden des deutschen Menschen aus der Verwurzelung mit der Antike, dem Christen- tum und den westlichen Kulturen. in UI: Das Werden des modernen Menschen im 16.—18. Jahrhundert, Renaissance, Klassizis- mus, Aufklärung und Revolution in Deutschland und Westeuropa. in OI: Der moderne Mensch im 19. Jahrhundert. Ausklang der Klassik, Romantik, Realismus, Impressionismus in Deutschland und Westeuropa, Unabhängig vom Gesamtziel der Klassen bestehen Querverbindungen zwischen den Fächern. So arbeitet der Zeichen- und Kunstunterricht zusammen einerseits mit der Geschichte, anderer- seits mit der Biologie(Pflanzen- und Tiermotive).


