Jahrgang 
1927
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VI. C(hronik der Anstalt.

Lehrer und Schüler.

Das Schuljahr begann mit der feierlichen Einführung des Direktors. Auf die herzlichen Begrüßungsworte, die Herr Studienrat Steubing im Namen des Lchrerkollegiums und der Schüler an ihn richtete, antwortete er in einer Ansprache. Unterricht fand an diesem Tage nicht statt.

Gelegenheiten, den Unterricht durch Anschauung zu befruchten, wurden nach Möglichkeit ausgenutzt. Herr Zeichenlehrer Jäckel führte die Schüler zu den kunstgeschichtlich denk- würdigen Stätten der Umgebung. Unter Führung des Herrn Studienrat Brückner lernten sie industrielle Betriebe kennen und die Studienräte Dr. Dreyer und Dr. Manns leiteten eine Studienfahrt zu den romanischen Domen des Oberrheins.

Am 21. Januar 1927 hielt Herr Hauptmann a. D. Kund unseren Schülern einen von recht guten Lichtbildern unterstützten Vortrag über seine Erlebnisse in Kamerun. Herr Dr. Bell schilderte ihnen am 5. Februar 1927 in fesselnder Weise das Auslandsdeutschtum in den Donauländern.

Prüfungen und Besichtigungen.

Der Dezernent der Anstalt, Herr Oberschulrat Dr. Zühlke, besuchte die Anstalt am 1. Dezember und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei. Am 21. September begann die Reifeprüfung mit einer Prüfung in den leichtathletischen Uibungen. Die schriftliche Prüfung dauerte vom 9. bis zum 11. Februar, die Turnreifeprüfung fand am 22. Februar, die mündliche Reifeprüfung am 11. März unter Vorsitz des Direktors statt. Sämtliche 13 Prüflinge bestanden. Zwei erhielten das Prädikat»Mit Auszeichnung bestanden«, zwei weitere das Prädikat »Gut bestanden«.

Feiern.

Am 23. Juni feierten wir in der Aula den hundertjährigen Todestag Carl Maria von Webers. Der Oberprimaner Schramm hielt die Festrede. Ein reiches Programm aus Weberschen Werken, Chorgesänge und Instrumentalvorträge von Schülern bildeten den Rahmen der Feier.

Am 21. August, nach Rückkehr aus den Sommerferien, feierten wir den Verfassungstag. Herr Studienrat Bauer hielt hier die Festrede.

Wie im Vorjahre veranstalteten wir auch in diesem Jahre, am S. Dezember, einen Eltern- abend mit musikalischen Darbietungen. Der große und kleine Saal der Kasino-Gesellschaft waren dicht besetzt. Nach einem kurzen Begrüßungswort des Direktors begannen die Dar- bietungen, Chorgesänge, Schülerorchester. Einzelvorträge. Der frische Gesang fand ebenso wie die Instrumentalvorträge eine dankbare, beifallsfreudige Zuhörerschaft. Auch jetzt schloß sich ein geselliges Zusammensein von Eltern und Lehrern an, während die Jugend sich am Tanze freute. Am Pestalozzitage, dem 17. Februar 1927, schilderte Herr Studienrat Dr. Steingräber Leben und Bedeutung des großen Erziehers. Am 26. März feierten wir den hundertjährigen Todestag Beethovens in Gegenwart von Eltern in einer wohlgelungenen Feier. Die Aula war von Schülern der Obersekunda unter Leitung ihres Zeichenlehrers Herrn Jäckel in würdiger Weise geschmückt. Die Festrede des Herrn Oberschullehrers Zimmer. mann und der Vortrag mehrerer Werke durch Chor, Schülerorchester und einzelne Schüler