Jahrgang 
1910
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in jedem Klassenzimmer bekannt gegeben. Eine vorhergehende schriftliche oder mündliche Anmeldung des Besuches ist wünschenswert, damit der Klassenlehrer oder Direktor sich vorher eventuell mit den anderen Lehrern benehmen kann. Auch sollten Besprechungen wegen schlechter Klassenleistungen sofort nach Empfang der Zeugnisse erfolgen und nicht bis auf die letzten Wochen vor Schlufs des Schuljahres verschoben werden; Nachhilfe, die erst im Januar oder noch spaàter einsetzt, pflegt ergebnislos zu bleiben.

Es wird auch an dieser Stelle betont, dals, wenn ein Schüler Tanzunterricht nehmen soll, eine vorhergehende Besprechung der Eltern mit dem Direktor dringend wünschenswert erscheint; eine Unterlassung dieser Besprechung oder Nichtbeachtung der Warnung rächt sich fast all- jährlich durch Zurückbleiben des einen oder andern Schülers in bitterster Weise. Namentlich aber bitten wir die Eltern, im Interesse ihrer Söhne im letzten Tertial des Schuljahres vom Tanzunterrichte abzusehen.

Der Konfirmationsunterricht wird am besten bis zur Obertertia verschoben, weil nur in dieser Klasse der ÜUnterrichtsplan auf den Konfirmandenunterricht berechnet ist und keine sonstigen Versäumnisse entstehen.

Die Unsitte des Tragens von Ringen, Busennadeln und Uhrgehängen seitens der Schüler bis zu den untern Klassen hin hat zwar etwas abgenommen, doch werden die Eltern schon im erziehlichen Interesse, abgesehen von Gefahren beim Turnen und Spielen, noch ferner gebeten. auf derlei Tand bei ihren Söhnen verzichten zu wollen; ähnliches gilt von jeglichem Luxus in Kleidung und Lebensführung.

Es ist öfter bemerkt worden, daſs Schüler der unteren Klassen durch regelmälsiges Tragen der Bücher unter demselben Arme eine schiefe Haltung angenommen haben; es ist daher sehr erwünscht, daſs jüngere Schüler ihre Bücher im Tornister tragen.

Fast jeden Tag bleiben in den Schulzimmern Regenschirme, Überschuhe, Turnschuhe, Reiſszeuge, Bücher u. a. zurück, deren Eigentümer selbst durch Umfrage in allen Klassen, sowie durch Bekanntmachung am schwarzen Brett oft nicht zu ermitteln ist. Die Eltern wollen also mit der Schule sorgfältig darauf achten, dals alle solche Gegenstände irgendwie mit dem Namen des Schülers gezeichnet sind.

Zuletzt werden die Eltern dringend ersucht, beim Herannahen oder Schlusse der Ferien nicht ohne Not durch Urlaubsgesuche jeder Art den regelmäſsigen Gang des ÜUnterrichts für ihre Söhne sowohl als auch für die Schule stören zu wollen; schwächere Schüler können das Versäumte nur sehr schlecht nachholen.

Die amtliche Sprechstunde des Direktors ist täglich von 11 12 Uhr morgens in seinem Amtszimmer, Eingang Luisenplatz 5,(1 Treppe hoch, rechts Nr. 17).

Der Direktor:

H. Breuer, Geh. Regierungsrat.