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Jahre seine Wanderungen und Spielausflüge weiter fort und versuchte zum erstenmal in den Sommerferien, 10 Mann stark, eine 9tägige Wanderung in den Thüringerwald, die allerseits recht befriedigend verlief und zur künftigen Fortsetzung ermunterte.(Gesamtkosten für jeden etwa 18 Mark.) Dann folgte in den nächsten Monaten bis heute ohne Rücksicht auf Wind und Wetter durchschnittlich alle 8 Tage eine grössere Wanderung in unsere schöne Umgebung. Fester, leichter Anzug mit kurzen Hosen, Flanellhemd, genagelte Schuhe, weicher Hut, Ruck- sack, Regenumhang, fester Stock und nicht zu vergessen.... Kochtopf und Lieder- und Skizzenbuch, das sind die Hauptgegenstände, die der„Ausrüstungszettel“ jedem Teilnehmer vorschreibt. Das Verbot des Alkohols in jeder Form wird streng beachtet. Die Kosten einer eintägigen Fahrt an Sonntagen dürfen nicht leicht 1 Mark, die an freien Nachmittagen 20 bis 25 Pf. nicht überschreiten. Die ersten Wanderungen fanden unter Göbels' bewährter Führung statt, später wechselte allmonatlich die Führerschaft, einmal, um der Reihe nach jedem älteren Wandervogel Gelegenheit zu geben, sich zu bewähren, sodann aber auch, um die immerhin nötigen und etwas Zeit raubenden Vorbereitungen auf verschiedene Schultern zu verteilen. Möge das Unternehmen einen gedeihlichen Fortgang haben und viele Nach- ahmer finden zum Segen unserer Jugend und der Schule!
Auch der Gymnasial-Schwimmverein mit ca. 100 Schülern beider Kgl. Gymnasien unter Leitung unseres Oberprimaners Luge trat in diesem Jahre am 19. Dezember zum erstenmal mit einem prächtigen Schauschwimmen im Augusta-Viktoria-Bade in die Offentlichkeit. Alle 10 Nummern mit Spanisch-, Seite-, Brust- und Rückenschwimmen, Kürschwimmen und Wett- tauchen, Stafetten- und Riegenschwimmen, zuletzt sogar mit Rettungsschwimmen in Kleidern, alles unter Musikbegleitung und schönster Beleuchtung, fanden den reichsten Beifall der sehr zahlreich erschienenen Eltern, Freunde und Lehrer der Anstalten.
Es war den anwesenden Direktoren der peiden Anstalten eine besondere Freude, den Schülern durch den Mund des Unterzeichneten ihre pesondere Anerkennung aussprechen zu können mit dem Wunsche, dals auch dieser Verein wachsen, blühen und gedeihen möge.
Erwähnt sei kurz, daſs auch einige Schüler der Anstalt dem Ruderverein in Biebrich angehörten und im Sommer fleiſsig geübt haben.
Damit jedoch auch die Kunst nicht zu kurz käme, bildete sich unter Führung des Unterprimaners Felix Kaiser auch ein Kunstverein, der alle künstlerischen Bestrebungen in Musik, Zeichnen und Malerei durch eigene Darbietung, sowie durch Vorträge, Lektüre und Besuch von Museen nach besten Kräften unter den Schülern zu fördern sucht. In den Tagen des 4., 5. und 6. Oktober veranstaltete er sogar in der Aula eine recht gelungene Ausstellung von ca. 100 Nummern Zeichnungen und künstlerischer Photographien, die in der Tat manches Anerkennenswerte aufwies und darum auch zahlreich von Eltern, Schülern und Kunst- freunden besucht wurde. Wenn ich an dieser Stelle dem Wunsche Ausdruck verleihe, dals die musikalischen Schüler mehr Anschlufs an einander suchen möchten, so fürchte ich nicht, dals ich sie dadurch dem Studium, d. h. ihrer Hauptpflicht, abspenstig mache, weils aber ganz sicher, daſs wöchentlich 1 oder 2 Stunden des Zusammenwirkens in einer kleinen Kapelle sie reichlich so weit fördern werden, wie die Einzelüpung zu Hause, daneben aber für die Gesamtheit recht segensreich und anregend wirken können.
Der Verein für Kurzschrift nach Stolze-Schrey, dem 18 Schüler der Anstalt angehören. entfaltete auch in diesem Jahre unter Leitung seines Vorsitzenden, des Oberprimaners Boehlke,
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