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III. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr wurde in der üblichen Weise am 28. April eröffnet.
Da Herr Oberlehrer Bierschenck noch nicht wieder hergestellt war, wurde durch Verfügung vom 16. April, S. 4398, Herr Dr. Eymer dem Realgymnasium als Probekandidat sowie als wissenschaftlicher Hilfslehrer zu seiner Vertretung überwiesen und zugleich durch Verfügung vom 18. April, S. 5339, Herr Reith zum Fliegenden Hilfslehrer an unserer Anstalt ernannt. Letzterer wurde jedoch nach mehreren Kommissarien schon im Herbst wieder abberufen und am Gymnasium in Hadamar als Oberlehrer aungestellt.
Für Herrn Dr. Humpf, der als Oberlehrer an das Reformrealgymnasium zu Elmshorn berufen war, trat der Probekandidat und Hilfslehrer Herr Linfs ein(Verfügung vom 18. April, S. 5332), während mit der Vertretung des Herrn Harsy, der eine Anstellung als Oberlehrer an der Realschule zu Geisenheim gefunden hatte, der Probekandidat Herr Dr. Sinning als Hilfslehrer betraut wurde.(Verfügung vom 21. April, S. 4098). Zugleich verlieſs uns Herr Kandidat Kolb, der zum Oberlehrer an der hiesigen Töchterschule erwählt war.
Leider schied zu Herbst auch Herr Linfs aus dem Verbande der Anstalt, um als Ober- lehrer an das Kgl. Gymnasium zu Fulda überzugehen. Seine Stunden wurden dem Probe- kandidaten Herr Wagner als Hilfslehrer übertragen.(Verfügung vom 12. Oktober, S. 11315).
Da ausserdem Herr Zeichenlehrer Braband durch Verfügung vom 30. September, S. 12100, auf 1 Jahr, vom 1. Oktober 1908 bis 1. Oktober 1909, beurlaubt worden war, um weiteren Kunststudien an der Malerakademie zu Düsseldorf obzuliegen, trat für ihn Herr Zeichenlehrer Schild aus Cassel ein.(Verfügung vom 13. Oktober, S. 12134). Auch wurde der Kandidat Herr Stracke nach Absolvierung seines Dienstjahres als Einjährig-Freiwilliger der Anstalt zur Ableistung der zweiten Hälfte seines Probejahres überwiesen.(Verfügung vom 10. Oktober, S. 12665).
Leider erkrankte in den Sommerferien Herr Prof. Rosenkötter so ernstlich, dals er zu seiner Genesung ein Bad aufsuchen und vom 18. August pis zum 15. September vertreten werden musste. Glücklicherweise aber war Herr Oberlehrer Bierschenck inzwischen so weit wieder hergestellt, dals er vom Herbst ab einen Teil seiner Stunden übernehmen konnte.
Dals dieser starke Wechsel unter den Lehrkräften mancherlei Schwierigkeiten und Unzuträglichkeiten mit sich brachte, unter denen namentlich die unteren Klassen zu leiden hatten, zumal durch vorübergehende Krankheiten und sonstige Verhinderungen von Lehrern noch an weiteren 65 ganzen Tagen Vertretungen nötig wurden, sei nur bedauernd erwäühnt — es war eben nicht zu ändern.


