Jahrgang 
1908
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angesichts der sittlichen Gefahren des Studentenlebens in Verbindung mit der Unerfahrenheit der Jugend von vielen Eltern und Pädagogen für dringend nötig erachtet wird.

Eine besondere Freude und Anerkennung wurde den Schülern der drei oberen Klassen für ein kleines Liebeswerk zu teil, dem sie sich wie seit vielen Jahren so auch in den beiden letzten Jahren gewidmet hatten. Angesichts der vielen Unglücksfälle an unserer Wasserkante, von denen die Jahresberichte der deutschen Rettungsgesellschaft für Schiffprüchige den Schülern erzäühlten, hatten sie sich entschlossen, bei jeweiligen besonderen Veranlassungen, sei es freudiger Art in ihrem eigenen Leben oder bei Unglücksfällen an der Küste, einzelne, lose Pfennige (Nickel oder Silber war ausgeschlossen!) in eine Klassenkasse zu Nutz und Frommen unseres Rettungswesens zu stiften. Diese Sammlung erreichte mit Hilfe einiger Freunde der Jugend aus dem Bekanntenkreise des Unterzeichneten im Januar dieses Jahres die Höhe von 100 M. die durch den Direktor als Liebesgabe der drei oberen Klassen dem Schatzmeister der Rettungsgesellschaft für Schiffprüchige übermittelt wurden. Ganz unerwartet und froh über- raschend traf dafür gegen Ende Februar eine künstlerisch ausgeführte, mit der eigenhändigen Unterschrift des Prinzen Heinrich von Preulsen, des Ehrenpräsidenten der Gesellschaft, versehene Urkunde ein, in der den Schülern der drei oberen Klassen der Dank der Gesellschaft aus- gesprochen und mitgeteilt wurde, daſs sie als ausserordentliches Mitglied in das Verzeichnis der Stifter eingetragen seien. Unter Glas und Rahmen in würdiger Weise an hervorragender Stelle aufgehängt, mag sie der folgenden Generation eine stete Anregung sein, auch ihrerseits schon im jugendlichen Alter den Blick auf unsere Wasserkante zu richten und in ihrer Art für das Wohl des Ganzen mit tätig zu sein.

Zum Schlusse sei noch pemerkt, dass auch in diesem Jahre den Schülern der Anstalt seitens der Kgl. Theaterintendantur durch sogenannte Volksvorstellungen sowohl, als auch bei klassischen Stücken Gelegenheit geboten wurde, zu sehr billigen Preisen mustergiltigen Vorstellungen beiwohnen zu können, während die Verwaltung des Wiesbadener Panoramas den Schülern unter Führung ihrer Lehrer den Besuch ihrer oft sehr lehrreichen Darbietungen zu dem Satze von 10 Pfg. gestattete. Für Beides sage ich hiermit unseren herzlichsten Dank.