III. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr wurde in der üblichen Weise am 24. April 1906 eröffnet.
Durch die Trennung der Obersekunda in zwei Abteilungen ergab sich die Notwendigkeit der Berufung einer weiteren Lehrkraft, und so wurde durch Verf. vom 4. April 1906 S. 2284 Herr Probekandidat Dr. Conradi als wissenschaftlicher Hilfslehrer der Anstalt überwiesen und ihm das Ordinariat der Sexta übertragen.
Von weiteren Personalveränderungen ist zu bemerken, dals Herr Dr. Kiesel durch Verf. vom 9. April Nr. 1976 zur Bekleidung einer Oberlehrerstelle nach Biedenkopf berufen, und durch Ministerial-Erlaſs vom 7. Sept. 1906 UII 2782 Herrn Oberlehrer Dr. Dreyer das Staatsstipendium zum Studienaufenthalt im Ausland von Michaelis 1906 bis Ostern 1907 verliehen wurde. Mit seiner Vertretung wurde durch Verf. vom 8. Oktober 1900 S. 9600 Herr Probekandidat Wessel beauftragt.
Den Professoren Herren Rosenkötter, Metzer, Dr. Klinkert und Dr. Schneider wurde durch Ministerial-Erlals gemäſs Verf. vom 2. April 1906 der Rang der Räte IV. Klasse verliehen, sowie Herr Oberlehrer Dr. Merbach zum Professor ernannt. Herr Professor Hartwig wurde durch Verf. vom 29. Mai S. 6401 zur Teilnahme am archäologischen Ferienkursus in Bonn und Trier beurlaubt und Herr Kandidat Reith zur Ablegung seines Probejahres von Michaelis ab durch Verf vom 9. Oktober S. 10718 der Anstalt überwiesen.
Durch Ministerial-Erlals vom 15. Juni 1906 UII 2046 wurde unter Abänderung der bestehenden Vorschriften festgesetzt, dals pezüglich der Reihenfolge der Oberlehrer in den programmen fortan die Professoren nach dem Datum der Verleihung ihres Ranges und bei gleichem Datum nach der Anciennetät geordnet werden sollten. Aus diesem Grunde erscheinen auch in dem vorliegenden Programm die Herren Prof. Metzer und Dr. Klinkert unter No. 9 und 10 und Herr Prof. Dr. Schneider unter No. 11.
An dem ersten Marburger Oberlehrer-Kursus vom 3. bis 5. Oktober 1906 nahmen teil die Herren Prof. Leifs und Dr. Schneider in der philologisch-historischen Gruppe und Herr Dr. Klinkert in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Gruppe.
Der Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern war im ganzen recht befriedigend, nur mulste Herr P. Weber zur Schonung 7 Wochen lang in 4 Turnstunden durch Herrn Kandidat Stracke vertreten werden.
Von Mitte Juni bis Mitte September mulste der Unterricht der groſsen Hitze wegen an 8 Tagen von 11 Uhr früh an ausfallen. Auch wurde an geeigneten Wintertagen gerne ab und zu„eisfrei“ gegeben.
Im übrigen sei über die Geschichte der Anstalt berichtet wie folgt:
Am 7. Juli fand der Ausflug des Turnvereins unter zahlreicher Beteiligung von Fltern, Verwandten und Freunden unserer Schüler auf dem Dampfer„Prinz Heinrich“ der Mosel- Dampfschiffahrts-Gesellschaft in Begleitung einer Musikkapelle nach Rüdesheim, Niederwald


