Jahrgang 
1904
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Französisch: Wiederholung und Erweiterung des pisherigen grammatischen Pensums im Anschluls an Plötz-Kares, Ubungsbuch, Kap. 30 60. Extempo- ralien. Freie Arbeiten und Diktate. Sprechübungen. Gelesen wurde: Molière, L'Avare; Mérimée, Colomba.

Schumann.

Englisch( Std. wöchentlich). Grammatische Wieder-

holungen. Extemporalien u. Diktate. Sprechübungen,

meist im Anschluſs an die Lektüre. Gelesen wurde:

Freeman, History of the Norman conquest. Schumann.

Geschichte und Erdkunde(3 Std. wöchentlich). Griechische und römische Geschichte. Wieder- holungen aus der Erdkunde. Rosenkötter.

Mathematik. 1. Arithmetik. 2. Std. Wieder- holung und Erweiterung der quadratischen Gleich- ungen mit einer Unbekannten. Quadratische Gleich- ungen mit mehreren Unbekannten. Arithmetische Reihen erster Ordnung, geometrische Reihen und ihre Anwendung auf Zinseszins- und Rentenrechnung. Rechnung mit komplexen Zahlen.

2. Geometrie. 2 Std. Ebene Trigonometrie und Stereometrie nach Kambly. Harmonische Teilung, Pol und Polare, Transversalen, Potenzlinien. Alle 4 Wochen eine schriftliche Arbeit. Breuer.

Darstellende Geometrie(2 Std. wöchentlich). Einleitung: Die Elemente der schrägen Parallel- projektion. Dann: Die Orthoprojektion des Punktes, der Geraden und der Ebene nebst deren Verbin- dungen, bezogen auf Grund- und Aufriſsebene. Die Projektionen der begrenzten ebenen Figuren. Die Ableitung der Grundeigenschaften der Ellipse aus ihrer Entstehung durch Orthoprojektion des Kreises. Die Projektionen der Körper in einfacher Lage.

August Schmidt.

Physik(2 Std. wöchentlich). Bewegung, Masse, Kraft. Arbeit, lebendlge Kraft, Spannkraft. Zu- sammensetzung und Zerlegung der Kräfte, die Lehre vom Schwerpunkt, Elemente der Lehre von den Kräftepaaren und den Drehkräften. Die Ver- wandlung der mechanischen Formen des Kraftvorrats in Wärme: die Lehre von der Wärme. Elemente der Meteorologie. August Schmidt.

Chemie(2 Std. wöchentlich). Die Metalloide. Die wichtigsten Metalle, ihre Darstellungen und ihre Verbindungen. Stöchiometrie. Henrich.

Untersekunda.

Abt. 1. Ordinarius: Merbach. Abt. 2. Ordinarius: Steubing.

Religion(2 Std. wöchentlich).

a) Ev.: Lektüre ausgewählter Abschnitte der prophet. Bücher des Alten Testaments. Das Evang. Marci und Stücke aus den anderen Evang., nament- lich die Bergpredigt nach Matthaeus. Gliederung des Katechismus. Das Kirchenlied. Wiederholungen.

Schneider.

b) Kath.(komb. mit II B des humanist. Gymn.) Apologetik nach demGrundriſs der Apologetik von Wedewer, III. Auflage. Wedewer.

Deutsch(3 Std. wöchentlich). Lektüre: Dichtung der Befreiungskriege, Schillers Glocke, Schillers Wilhelm Tell und Jungfrau von Orleans, Lessings Minna von Barnhelm. Belehrungen aus der Metrik, Poetik und Dispositionslehre. Gelernt wurden die im Kanon angegebenen Stellen, wiederholt die früher gelernten Gedichte.

U. II. Abt. 1. Themata der Aufsätze: 1. Arion und Ibykus. Ein Vergleich. 2. Die Bestimmung der Glocke. 3. Nutzen des Wassers. 4. Stauffachers Reise zu Walter Fürst. 5. Warum tritt Rudenz auf die Seite des Landesfeindes? 6. Womit recht- fertigen die Schweizer in der Rütliscene ihren Be- schluss, Osterreichs Joch abzuschütteln? 7. Napo- leons Feldzug nach Russland. 8. Die Lage der Stadt Orleans vor dem ersten Erscheinen der Jung- frau. Nach Schiller. 9. Die Versöhnung des Herzogs von Burgund mit König Karl. No. 2, 4, 7 und 9 waren Klassenarbeiten. Ruppel.

U. II. Abt. 2. Deutsche Aufsätze: 1. Inwiefern gilt die Inschrift der Glocke: Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango, für uns heute als richtig? 2. Welche Gründe bewogen Friedrich den Grofsen im Jahre 1756 zum Angriff? 3. Mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten(Chrie). 4. Welche Ahnlichkeit findet sich in Schillers Balladen Die Kraniche des Ibykus undDer Gang nach dem Eisenhammer? 5. Welche Vorschläge wurden in der Versammlung auf dem Rütli gemacht, um die drohende Vergewaltigung seitens Osterreichs abzuwehren? 6. Warum nennt Arndt Scharnhorst den Waffen- schmied der deutschen Freiheit? 7. Welcher Ge- dankengang findet sich in den meisten lyrischen Gedichten Körners? 8. Wie erscheint uns Johanna im Prologe zu SchillersJungfrau von Orleans?