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wurden von dem hiesigen Vereine des roten Kreuzes zur Verfügung gestellt. Es wurde der Hauptwert darauf gelegt, dals die Schüler im späten Leben im Stande sein sollen, bei Unglücks- fällen wie Verwundungen, Verrenkungen, Knochenbrüchen, Ertrinken, Ersticken in Gärungsräumen, die gerade in hiesiger Weingegend so oft vorkommen, den Verunglückten eine zweckmälsige erste Hilfe zu leisten und diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die verhüten, dafs dem Kranken ge- schadet werde, bevor ihm ärztliche Hülfe zuteil wird. Welche Bedeutung diese Bestrebungen, abgesehen von der Kriegskrankenpflege, haben, wird jeder leicht ermessen, dem die Berichte über das letzte Griesheimer Unglück in unserer Nähe noch im Gedächtnisse sind. Zugleich möchte es ein vortreffliches Mittel sein, das Interesse der gebildeten Kreise zu wecken, die sich bis jetzt diesen Bestrebungen leider noch ziemlich fern halten. Das Resultat unserer Ubungen war nach dem Urteil des leitenden Arztes im ganzen ein recht erfreuliches. Zwar erlahmte bei einzelnen Schülern später wohl etwas der anfangs bewiesene Eifer, doch fordert der Versuch im groſsen und ganzen zur Wiederholung auf. Bei einer Schlufsprüfung, der auch die Herrn Generaloberarzt Dr. Bähren, sowie Herr Oberstleutnant a. D. von Detten, Vorsitzender des Vereins vom rothen Kreuze, und Dr. Vigener, Oberarzt d. R. von hier beiwohnten, zeigten die Schüler sowohl bei der mündlichen Prüfung, als auch für die Aufgaben, die ihnen gruppen- weise gestellt wurden, ein genügendes Verständnis und wuſsten auf einschlägige Fragen befriedigende Auskunft zu erteilen. Darum sprach auch der Herr Generaloberarzt„den wackeren Schülern, die sich in den Dienst einer sittlichen Idee gestellt haben und das Gebot erfüllen wollen, edel, sittlich und gut zu sein und den Hülflosen nicht hülflos zu lassen“(Thümen) seine volle An- erkennung aus, desgleichen auch Herrn Oberstleutnant von Detten, der besonders den Wert der erworbenen Kenntnisse für das praktische Leben und in der Familie betonte. Warmer Dank gebührt aber in erster Linie dem Arzte und edlen Menschenfreunde, der die Anregung zu diesem Werke gab und die Ubungen mit unermüdlichem Eifer und gleichbleibender Hingebung leitete, dem sehr verehrten Herrn Dr. Schreher.
Zum Schlusse sei bemerkt, dafs auch in diesem Jahre den Schülern der Anstalt seitens der Königlichen Intendantur durch sogenannte Volksvorstellungen Gelegenheit geboten wurde, zu sehr billigen Preisen mustergiltigen Vorstellungen beiwohnen zu können, während die Ver- waltung des Wiesbadener Panoramas den Schülern unter Führung ihrer Lehrer den Besuch ihrer Ausstellung zu dem Satze von 10 Pfg. gestattete. Für beides sage ich hiermit unseren herzlichsten Dank.


