Jahrgang 
1902
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Bei allen diesen Touren wurde darauf gesehen, dals die Kosten den Betrag von 3 M. zusammen für Fahrt und Mittagessen nicht überstiegen.

Die IA machte unter Führung des Unterzeichneten mit Erlaubnis der vorgesetzten Behörden einen zwei- tägigen Ausflug an den Laachersee. Erster Tag: Mit dem Frühzuge über Mainz nach Andernach; Besichtigung der uralten Kirche und sonstigen Bauwerke, Fahrt nach Niedermendig; Besuch eines unterirdischen Steinbruches und der Adlerbrauerei unter Führung des Braumeisters Enders nebst Gratisprobe des vorzüglichen Bieres an Ort und Stelle. Um 4 Uhr Ankunft in Maria-Laach: gutes und reichliches Mittagessen auf der Terrasse des Seehôtels, dann Besichtigung der herrlichen Abteikirche, des Klosters mit seiner trefflich eingerichteten Bibliothek nebst naturwissenschaftlichen Sammlungen, sowie der umfassenden Okonomiegebäuden unter freundlicher Führung des Herrn Bibliothekars. Gegen Abend im Nachen des Klosterfergen Fahrt um den ganzen schönen See mit seiner eigenartigen geologischen Formation und reichlich sprudelnden Mofetten. Es war ein auſserordentlich inhaltreicher, unvergelslicher Tag. Zweiter Tag: Wanderung durch das Brohlthal mit Bad Tönnisstein und den sehr interessanten Traſsbrüchen. Mittagessen in Brohl. Besichtigung der Rheinanlagen und der St. Castorkirche in Koblenz. Heimfahrt gegen 7 Uhr. Die Kosten des ganzen Ausfluges betrugen: Bahnfahrt incl. der Strecke Andernach-Niedermendig 4 M. Mittagessen, Logis und Frühstück in Hôtel Maria Laach(sehr empfehlenswert) 3.20. Mittagessen in Brohl 1 M. Dazu noch ca. 2 M. pro Kopf an Trinkgeldern und sonstigen Kosten. Die Tour ist sehr zu empfehlen, doch darf die Zahl der Teilnehmer, wie in unserem Falle, füglich nicht gröſser als 12 sein.

Auferdem wurden im Laufe des Jahres an freien Nachmittagen seitens des Unterzeichneten mit der Oberprima noch kleinere Ausflüge gemacht und dabei folgende Werke pesucht: am 24. September die Maschinenfabrik Wiesbaden, am 25. Oktober die chemischen Werke ehemals Albert u. Co. in Biebrich, am 13. November den ausgedehnten Tunnelbau für den Salzbach auf dem Gelände des neuen Bahnhofs hierselbst, und am 30. November die Pastillen- und Kartonnagefabrik von Christian in Soden, sowie das dortige Elektrizitätswerk. Die Leiter der betreffenden Werke, Herr Regierungsbaumeister Philippi in Dotzheim, Hr. Dr. Richter in Biebrich und Herr Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor Petri hierselbst hatten die groſse Güte, selbst die Führung zu übernehmen und alles, was für uns von Interesse sein konnte, in liebenswürdigster Weise zu zeigen und zu erklären, wofür ich nicht verfehle, den Herren auch an dieser Stelle unseren verbindlichsten Dank auszusprechen, insbesondere auch Herrn Fabrik- besitzer Christian, der es sich nicht nehmen liels, die ganze Klasse zuerst in seiner Wohnung mit einem Glase Bier und zuletzt im Hôtel Colosseus mit einem reichen Abendhrot zu bewirten. Dazu folgte eine Sendung der verschiedensten Kartons für den Anschauungsunterricht aus der Fabrik des Herrn Christian einige Tage später nach.

Herr Oberlehrer Dr. Merbach benutzte den freien Nachmittag des 5. Dec., um mit der Obersecunda im Anschlufs an die Lektüre(Teppich vom Bayeux) das Altertumsmuseum in Mainz und die industriellen Anlagen von Gustavsburg zu besuchen.

Vom 19. bis 21. Juni revidirte Herr Geh.-Rat Dr. Pähler die Anstalt im Pranzösischen und gab in der Schluſsconferenz reiche Anregungen jeder Art.

Vom 2. bis 14. Juni besuchte Herr Läroverksadjunct Gustav Thörin g aus Linköping am Wettersee in Schweden die Austalt in einigen Stunden zum Studium des deutschen Schul- wesens.

Das übliche Schauturnen unseres freiwilligen Turnvereins fand am 9. November in der Turnhalle des Männerturnvereins Platterstrasse 16 unter groſser Beteiligung der Pltern und Freunde der Anstalt mit folgendem Programm statt:

1. Einmarsch der Turner. 2. Ansprache des Vorstandsmitgliedes E. Kaiser. 3. Aufmarsch. 4. Eisen- stabübungen in zwei Gruppen. 5. Abmarsch mit Gesang. 6. Riegenturnen mit einmaligem Gerätewechsel: