III. Chronik.
Das Schuljahr wurde am 15. April 1901 in der üblichen Weise eröffnet.
Da die Stelle des Herrn Operlehrers Schedtler, über dessen Verschwinden im vorigen Programm berichtet ist)), nach den gesetzlichen Bestimmungen noch nicht wieder besetzt werden durfte, behielt Herr Hilfslehrer Dr. Schmitthenner auch fernerhnin bis zum Herbste dessen Vertretung, während Herr Hilfslehrer Bierschenck nach Abberufung des Herrn Hilfslehrers Schimmelpfeng durch Verfügung vom 11. April 1901 S. 2582 zum zweiten wissenschaft- lichen Hilfslehrer ernannt wurde.
Nach Ablauf der gesetzlichen Frist und Erledigung der notwendigen Formalitäten wurde der bisherige Hilfslehrer Herr Schumannꝰ) an Stelle des Herrn Oberlehrers Schedtler vom I. April 1901 ab zum Oberlehrer ernannt(Verfügung vom 8. Juni 1901 S. 4411).
Durch Verfügung vom 4. Juli 1901 S. 5291 wurde der bisherige Hilfslehrer am huma- nistischen Gymnasium. Herr Steubing’), vom 1. April 1901 ab zum Oberlehrer ernannt und ihm vom 1. Oktober ab die neu geschaffene Oberlehrerstelle an dem Königlichen Realgymnasium überwiesen.
Desgleichen wurden durch Verfügungen vom 11. Juli 1901 S. 5490 und vom 25. Juli 1901 S. 5646 die Herrn Peter Weber, bisher am Königl. Gymnasium in Dillenburg, und A. Reitz’),
¹) Auch bis heute hat sich noch keine Spur von dem Vermilsten gezeigt.
2) Jos. Schumann, geboren zu Eltville im Jahre 1863, kath. Konfession, bestand die Reifeprüfung am Realgymnasium zu Wiesbaden, studierte in Berlin, München und Paris neuere Sprachen und machte im Jahre 1896 zu Marburg das Examen pro facultate docendi. Der Klingerschule zu Prankfurt überwiesen erledigte er von Ostern 96— 97 sein Seminarjahr und sodann von Ostern 97 an der Wöhlerschule(Realgymnasium) daselbst die erste Hälfte seines Probejahres, während ihm die zweite vom Herrn Minister mit Rücksicht auf den längeren Aufenthalt im Auslande erlassen wurde. Von Herbst 1897 bis Ostern 1900 wirkte er an der Klingerschule zu Frankfurt von wo er an das Kgl. Realgymnasium berufen wurde.
3) Emil Steubing, geboren zu Wiesbaden im Jahre 1864, evang. Konfession, besuchte von Ostern 1874 bis Ostern 1883 das Gymnasium seiner Vaterstaftt und studierte alsdann in Marburg und Leipzig klassische Philologie, Germanistik und alte Geschichte. Am 27 Januar 1888 bestand er das Staatsexamen pr. fac. doc. in Marburg und genügte darauf vom 1. April 1888 bis 1. April 1889 seiner Wehrpflicht als Einjährig-Freiwilliger beim Füsilier Reg. von Gersdorff(kurhess.) No. 80. Vom 1. April 1899 bis Herbst 1901 war er am Königlichen Gymnasium zu Wiesbaden, zuerst als Probekandidat, dann als Hilfslehrer, aushilfsweise im Sommer 1895 auch am Kgl. Realgymnasium beschäftigt. Durch Patent vom 20. September 1890 wurde er zum Leutnant der Res., durch Patent vom 18. 1899 zum Oberleutnant ernannt.
4) Peter Weber, geboren im Jahre 1862 zu Eschborn bei Frankfurt a. M., evang. Konfession, besuchte von Ostern 1879 bis Ostern 1882 das Seminar zu Usingen, bestand Ostern 1882 die erste, im Herbst 1884 die zweite Prüfung und wirkte dann bis April 1886 als Lehrer in Biebrich, von wo er ein Jahr lang nach Berlin ging, um am Kgl. akademischen Institut für Kirchenmusik zu studieren und sich die Berechtigung zur Anstellung als Musiklehrer zu erwerben. Ebenso legte er daselbst im Jahre 1890 die Turnlehrerprüfung ab. Nach weiterer Wirksamkeit in Biebrich wurde er Ostern 1888 an das Kgl. Gymnasium in Dillenburg berufen.
5) Albert Reitz, geboren im Jahre 1874 zu Hatafeld. Kreis Biedenkopf, evang. Konfession, besuchte von Ostern 1890 bis Ostern 1893 das Seminar zu Friedberg und wurde nach bestandener Prüfung und einjähriger


