Jahrgang 
1898
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Der Gesundheitszustand der Schüler war im verflossenen Jahre bis auf die Masern- epidemie der letzten Zeit ein recht befriedigender; Verluste haben wir Gott sei Dank nicht zu beklagen. Die Mitgliederzahl des freiwilligen Turnvereins betrug 78, die Zahl der PFrei- schwimmer 108. Der Unterzeichnete versäumte es nicht, die Wanderlust der Schüler durch Teilnahme an ihrem Turnausfluge und durch Veranstaltung gemeinschaftlicher Spaziergänge an freien Nachmittagen nach Kräften zu beleben. So wanderten wir zu zwölfen am 10. April (Ferien) über Chausseehaus, Grauer Stein und Rauenthal nach Eltville, am 1. Juli mit der Sexta zum Kirschenessen nach Frauenstein und zurück, desgl. am 3. Juli mit der Prima über Dotzheim, Forsthaus und Schierstein nach Wiesbaden zurück. Am 16. August, dem ersten schönen Ferientage, versammelten sich Schüler der 3 unteren Klassen vor der Anstalt, von wo wir nach Biebrich marschierten, dort mit einem Dampfer nach Rüdesheim fuhren, das Nieder- walddenkmal und den Niederwald besichtigten, über Alsmannshausen nach Rheinstein zum Besuche des Schlosses übersetzten und dann von Bingen mit dem Dampfer heimkehrten. Da wir nur von den mitgenommenen Vorräten lebten, betrugen die Gesamtkosten incl. Fahrgeld und Trinkgeld für jeden nur 1 M. Die Haltung und Ausdauer aller Schüler bei diesen Ausflügen war anerkennenswert.

Herr Professor Henrich unterwies in hingebendster Weise in zahlreichen Excursionen an freien Nachmittagen Schüler der oberen Klassen im Aufnehmen und Vermessen des Terrains. wie er sie auch im Messen von Sonnenhôhen unterrichtete; auch besuchte er mit ihnen das grolse Werk der Wiesbadener Aktienbierbrauerei. Die Schule weils ihrem verehrten alten Lehrer für diese besondere und oft recht anstrengende und heilse Arbeit dauernden Dank. Daſs der Laboratoriumsdiener Knie ohne jede weitere Entschädigung gern die Melsapparate etc. hierbei trug, hebe ich anerkennend hervor.

Der Gesundheitszustand im Lehrerkollegium war, abgesehen von kurzen Störungen, recht günstig.

Auch in diesem Jahre wurden den Schülern der Aunstalt seitens der Königlichen Theater- Intendantur durch sogenannte Volksvorstellungen Gelegenheit geboten, zu sehr billigen Preisen mustergültigen Vorstellungen beiwohnen zu können, während die Verwaltung der Wiesbadener Kunstsäle den einzelnen Klassen unter Führung ihrer Lehrer den Besuch ihrer Ausstellung fast gratis gestattete. Für bpeides verfehle ich nicht, auch an dieser Stelle unsern herzlichen Dank auszusprechen.