Jahrgang 
1896
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9./1. 96. Ministerialerlals vom 24. Dezember 1895 bestimmt das Verfahren gegen Schüler der Untersekunda, die behufs der Prlangung des Zeugnisses über die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Dienst sich der Prüfung vor einer Königl. Prüfungskommission für Einjährig-Freiwillige unterziehen wollen.

15. 1. 96. P. S. C teilt mit, daſs vom 9.22. April c. ein naturwissenschaftlicher Ferienkursus in Göttingen stattfindet.

III. Chronik der Anstalt.

Das Schuljahr wurde Montag, den 22. April, morgens 8 Uhr. mit der Aufnahmeprüfung begonnen: Anfang des Unterrichts Dienstag, den 23. April 8 Uhr mit Schulandacht und Ver- lesung der Schulgesetze.

Der Beginn des Schuljahres gestaltete sich dadurch etwas schwierig, dafs zu gleicher Zeit drei Oberlehrer fehlten und vertreten werden mulsten. Zunächst war Herr Oberlehrer Schedtler bis zum Beginn der Pfingstferien zu einer Swöchentlichen Militärübung einberufen; zu seiner Vertretung wurde durch Verfügung des Königl. P. S. C. vom 19. April Herr Hilfslehrer Steubing bestimmt. Sodann war Herr Oberlehrer Rosenkötter erkrankt und konnte seinen Dienst erst nach den Pfingstferien wieder antreten; seine Vertretung wurde durch Verfügung des P. S. C. vom 18. April Herrn Hilfslehrer Dr. Otto übertragen. Endlich war Herr Oberlehrer Hochhuth durch Verfügung vom 25. März 1895 an das Königl. humanistische Gymnasium hierselbst versetzt worden. Wir alle sahen den geehrten Herrn Kollegen, der von Neujahr 1886 bis Ostern 1895 der Anstalt angehörte und sich gleichermaſsen der Achtung der Kollegen und Hingebung seiner Schüler erfreute, nur sehr ungern aus unserem Kreise scheiden. Da sein Nachfolger noch nicht bestimmt war, mulste die Religionsstunde einstweilen ausfallen, während die übrigen Stunden nach Kräften vertreten wurden. Durch Verfügung vom 22. April 1895 wurde Herr Oberlehrer Dr. Schneider*) aus Biedenkopf an unsere Anstalt berufen und am 30. April von dem Unter- zeichneten in sein neues Amt eingeführt, sodals von da der Unterrichtsbetrieb wieder geregelt war. Zugleich wurden die beiden Herrn Hilfslehrer W Schmidt und Schmelz(durch Verfügung vom 18. April 1895) dem Königlichen Gymnasium, dafür aber Herr Probekandidat Steiger

*) Schneider, Eduard, geboren den 9. Sept. 1860 zu Müsen, Kreis Siegen, besuchte von Ostern 1876 bis Ostern 1881 das Gymnasium zu Dillenburg und studierte in Berlin und Bonn klassische Philologie und Theologie. An letzterer Universität wurde er im März 1885 auf Grund seiner Dissertation:Quaestionum Hippocratearum specimen zum Dr. phil. promoviert. Michaelis 1885 trat er am Gymnasium in Dillenburg als Probekandidat ein und bestand am 5. Dezember desselben Jahres die Prüfung pro fac. doc. Ostern 1886 wurde er zur kommissarischen Verschung einer ordentl. Lehrerstelle dem Gymnasium in Marburg überwiesen, Ostern 1887 an das Friedrichs- gymnasium in Kassel versetzt und Herbst 1893 am Realprogymnusium in Biedenkopf als Oberlehrer angestellt, von wo er Ostern 1895 an das hiesige Realgymnasium versetzt wurde.