Übersicht der im Schuljahr 1879—1880 behandelten Gegenstände.
Oberprima. Ordinarius: Direktor Spangenberg. Deutsche Sprache(3 Std. wöchentlich). Lektüre von Goethes„Torquato Tasso“ und Aeschylos „Agamemnon“(in der Ubersetzung von Wolzogen) im S., von Schillers„Jungfrau von Orleans“
und„Braut von Messina“ im W.— Geschichte der deutschen Literatur von Klopstock bis zu Goethes Tode.— UÜbungen in der Dekla-
Aufsätze. Duncker.
mation und in freien Vorträgen.
Themata der deutschen Aufsätze:
1. Der Ausspruch des Apollonius von Tyana: „Wenn man arm ist, muss man ein Mann sein und wenn man reich ist ein Mensch“.
2. Die politischen und literarischen Zustände Italiens nach der Schilderung in Goethes „Tasso“.(Klausurarbeit.)
3. Minucius söhnt sich mit Fabius Cunctator aus. Nach Liv. XXII, 23— 30.
4. Inwiefern können wir uns mit Klopstock Lehrlinge der Griechen nennen?
5. Der Charakter Talbots in Schillers„Jung- frau von Orleans“.
6. Lälst sich das Epigramm Goethes:
„Warum will sich Geschmack und Genie so selten vereinen? Jener fürchtet die Kraft, dieses verachtet den Zaum“, durch Beispiele aus der Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts als richtig nachweisen? Für die Abiturienten:
Im Sommer: Wodurch ist man berechtigt, unter Goethes Dramen„Jphigenie“ und„Tasso“ nebeneinander zu stellen?
Im Winter: Lessings Verdienste um die drama- tische Dichtkunst der Deutschen.
Lateinische Sprache(3 Std. wöchentlich). a) Grammatik: Wiederholung der Syntax. Mündliches Übersetzen und häusliche Fxercitien meist nach Schultz' Übungsbuch. Extempora-
lien und wöchentliche Extemporalübungen nach Diktaten.
b) Lektüre: Livius lib. XXII, 19 bis zum Schlusse. Duncker.
Französische Sprache(4 Std. wöchentlich). Wie- derholung einzelner Kapitel der Syntax u. Formen- lehre. Mündliche und schriftliche Ubersetzungen
Plötz' Übungen zur Syntax. Hercitien,
Extemporalien und Aufsätze. UÜbungen im freien
Vortrag.— Lektüre: Histoire de Charles I. par
Guizot(Buch 1 und 2); Athalie par Racine.
Im Sommer: Plattner. Im Winter: Kühn.
aus
Englische Sprache(3 Std. wöchentlich). Lektüre von Shakespeares Hamlet und Macaulay, hist. of England, I. p. 1— 60. Übersetzungen ausge- wählter Stellen aus Schiller. Aufsätze. Exer- citien nach Diktaten, vornehmlich Extemporalien; freie Vorträge. Spangenberg.
Religion(2 Std. wöchentlich).
a) Protestanten: Glaubens- und Sittenlehre nach Beck, das Christentum nach Geschichte u. Lehre, Teil II. Repetitionen aus der alt- und neutestamentlichen Bibelkunde. Krebs.
b) Katholiken(komb. mit Ib): Die Glaubens- lehre von Anfang bis zur Lehre von den Sakra- menten.(Lehrbuch fehlt).— Repetitionen aus der Apologetik und Kirchengeschichte.
Wedewer. Geschichte(3 Std. wöchentlich). Neuere Geschichte von 1789— 1870. Übersichtliche Wiederholung der alten Geschichte nach Herbst, historisches Hülfs-


