Jahrgang 
1878
Einzelbild herunterladen

4

Durch Beschluss des Königlichen Provinzial-Schul-Collegiums vom 17. December 1877 wurde der Schulamtscandidat Carl Müller aus Eppstein dem Realgymnasium als cand. prob. zuge-

Wlesen.

Durch Beschluss des Königlichen Provinzial-Schul-Collegiums vom 2. Januar 1878 wurde der Schulamtscandidat Theodor Kausel aus Marköbel dem Realgymnasium als cand. prob. zugewiesen.

Das Lehrer-Collegium besteht demnach am Schlusse des Semesters aus folgenden Mitgliedern:

1) Director F. Spangenberg.

2) 1. Oberlehrer, Prorector Krause.

3) 2. F. Schmidt.

4) 3. F. Henrich.*)

5) 4. 5 vacat**)

6) 1. ordentlicher Lehrer vacat.***) *) Von demselben erschien: Vorträge über Geologie. 2. und 3. Heft. **) In die vierte Oberlehrerstelle wird zufolge eines Erlasses des Herrn Ministers der geistlichen etc. Ange- legenheiten vom 15. November 1877 U. II. 8021, mitgetheilt durch Beschluss des Königlichen Provinzial-Schul- Collegiums vom 28. November 1878 S. 5575, Dr. phil. Johann Georg Albert Duncker, bisher ordentlicher Lehrer am Gymnasium zu Hanau, eintreten. Derselbe wurde geboren am 27. Dezember 1843 zu Hanau, besuchte von Michaelis 1852 bis Ostern 1862 das Gymnasium zu Hanau und widmete sich auf den Universitäten zu Mar- burg und Leipzig dem Studium der Philologie und Geschichte. Nachdem er im Wintersemester 1865 66 die Prüfung der Bewerber um ein Gymnasiallehramt zu Marburg bestanden hatte, trat er am 1. Mai 1866 sein Probe- jahr am Kurf. Gymnasium zu Hanau an und wurde am 30. März 1867 vom Königlichen Administrator von Kur- hessen mit Versehung einer ordentlichen Lehrerstelle daselbst beauftragt. Am 30. März 1868 wurde er von der philosophischen Facultät zu Marburg auf Grund seiner InauguraldissertationClaudius Gothicus. Ein Beitrag zur römischen Kaisergeschichte zum Doctor der Philosophie promovirt und am 10. Februar 1869 zum ordentlichen Lehrer am Königlichen Gymnasium zu Hanau ernannt. Seit 1. April 1877 bekleidete er an demselben die Stelle des 1. ordentlichen Lehrers. Ausser seiner Dissertation sind von ihm erschienen:Die erste Entlassung des Freiherrn vom Stein und seine Wiederberufung ins preussische Ministerium nach dem Tilsiter Frieden. Festrede. Hanau 1872. Der Freiherr vom Stein und die deutsche Frage auf dem Wiener Congresse. Hanau 1873. Gym- nasialprogramm(auch in Separatausgabe zu Hanau bei F. König erschienen). Das Römerkastell und das Todten- feld in der Kinzigniederung bei Rückingen. Abschn. I.IV. und VII. VIII. in den Mittheilungen des hanauischen Bezirksvereins für hessische Geschichte und Landeskunde Nr. 4. Hanau 1873. Friedrich Rückert als Professor am Gymnasium zu Hanau, 1874. Geschichte der Bibliothek des Königlichen Gymnasiums zu Hanau nebst Ver- zeichniss der alten Drucke derselben. Gymnasialprogramm 1877. Ausserdem eine Anzahl grösserer und kleinerer Abhandlungen im Göttinger Philologus, dem Rheinischen Muscum für Philologie, den Mittheilungen des Hanauer Geschichtsvereins und anderen Zeitschriften und Journalen, Fragen aus dem Gebiet der Geschichte oder deutschen Literatur betreffend. In der neuesten(6.) Auflage des Pierer'schen Conversations-Lexicons hat D. ausser mehreren anderen historischen und literargeschichtlichen Artikeln die AbschnitteFrankreich, Geschichte seit Ludwig XVI. Thronbesteigung,Hessen, Geschichte bis zum Tode Philipps des Grossmüthigen,Hessen-Darmstadt(Gesch.) A. Gryphius, Guarini, Herwegh u. a. bearbeitet.

***) In die erste ordentliche Lehrerstelle wird mit dem Beginn des Sommersemesters zufolge Beschlusses des Königlichen Provinzial-Schul-Collegiums vom 5. Januar 1878 J. Nr. 5563 Dr. phil. Karl August Steiger bisher ordentlicher Lehrer am Gymnasium zu Hersfeld eintreten. Derselbe, geboren zu Limburg a. d. Lahn am 21. Januar 1847, evangelischer Confession, besuchte von 1857 bis 1865 das Gymnasium zu Weilburg, studirte von 1865 bis 1868 Philologie zu München, Bonn und Berlin, bestand 1869 das Examen pro fac. doc. zu Bonn, war 1869 bis 1870 als cand. prob. am humanistischen Gymnasium zu Wiesbaden, zugleich als Einjähriger im Hess. Füs. Reg. Nr. 80, nahm mit demselben am französischen Feldzug Theil, wurde nach Abschluss des Friedens ans Gymnasium zu Hersfeld berufen, 1873 von der philosophischen Facultät der Universität zu Leipzig zum Doctor promovirt und Ostern 1878 an die diesseitige Anstalt versetzt.