II. Bericht über die Lehrer.
a) Veränderungen im Lehrkörper. Am 1. April trat Studienrat Dornseiffer in den Ruhestand, Studienassessor Dr. Wagner) wurde als Studienrat an die Aufbauschule in Homberg i. H. versetzt, Studienassessor Dr. Kolb ging an die Aufbauschule in Rothenburg a. F., Seminar- oberlehrer Küchler an das Lyzeum II in Wiesbaden über. Es traten neu ein in den Lehr- körper die Studienräte Dr. Acht) und Dr. Schmidtꝰ), sowie der Studienassessor Henning.
Das ganze Schuljahr hindurch war Studienrat Dr. Mirgel beurlaubt, seine Vertretung versah der Studienassessor Stein. Studienrat Dr. Best war im Winterhalbjahr krankheits- halber beurlaubt. Das dadurch entstehende Unterrichtsbedürfnis*r) wurde durch Kombination von Klassen, Verschiebung in der Unterrichtsverteilung und Heranziehung des Junglehrers Arzbach bis Februar 1929, von da ab durch Junglehrer Rud. Schmidt für einige Stunden gedeckt.
b) Der Oberstudienrat Dr. Hans Koch nimmt als Vertreter des Direktors an den Verwaltungsgeschäften der Schule teil. Besonders ist ihm die Pflege des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts, die Anfertigung des Stundenplanes, die Aufsicht über die Büchereien und Sammlungen, sowie die Anfertigung der Statistiken anvertraut.
Von den Sommerferien bis zum Schluß des Sommerhalbjahres vertrat er den erkrankten Direktor vollständig.
c) Der Lehrerausschuß bestand aus den Studienräten Aumüller„Heiler, Lecher, Richter und dem Oberschullehrer Becker.
*) S. Seite 23.**) S. Seite 6.
¹) Wilhelm Acht wurde 1880 in Niedertiefenbach, Hessen-Nassau, geboren und widmete sich nach erlangtem Reifezeugnis an dem Staatl. Gymnasium zu Weilburg(Lahn) auf den Universitäten München und Berlin dem Studium der Geschichte, der französischen und lateinischen Sprache. Nachdem er zum Dr. phil. promoviert und die Staatsprüfung abgelegt hatte, trat er in das Seminar bei dem Gymnasium zu Insterburg ein und leistete das Probejahr an der damaligen Landwirtschafts- und Realschule zu Marggrabowa(Treu- burg) ab, wo er darauf als Oberlehrer angestellt wurde. Im Weltkrieg wurde er beim zweiten Garde-Regt. Zz. F. in der Sommeschlacht verwundet, geriet in französische Gefangenschaft und wurde 1917 über die Schweiz ausgetauscht. Nach verschiedenen Beschäftigungen an Berliner Anstalten wurde er 1919 an das Staatl. Realgymnasium zu Geisenheim(Rhein) versetzt, von wo aus er Ostern 1928 an das Staatl. Gymnasium zu Wiesbaden überwiesen wurde.
²) Emil Schmidt, evangelischer Konfession, geb. am 10. 4. 1883 in Diez, Schüler des damaligen Realprogymnasiums in Diez von VI— O III, des Gymnasiums in Weilburg von U II O I, Reifeprüfung Ostern 1901. Bis Ostern 1905 studierte er Theologie und Germanistik an den Universitäten Marburg, Halle, Berlin, bestand die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen am 25. 5. 1906 in Marburg und wurde dort am 1. 8. 1907 zum Dr. phil. promoviert auf Grund der Dissertation„Die Frage nach der Zusammen- gehörigkeit der poetischen Fragmente von Wienerhof, der Böhmenschlacht, der Göllheimer Schlacht und dem Ritterpreis“. Ostern 1907— 08 Seminarjahr am Gymnasium in Wiesbaden, seit August zugleich an der Ober- realschule am Zietenring beschäftigt; Probejahr und Hilfslehrerzeit an der Oberrealschule in Marburg, von Ostern 1910— 28 am Gymnasium in Rinteln a. d. Weser(zum Oberlehrer ernannt am 1. 7. 1910), Ostern 1928 an das Gymnasium in Wiesbaden versetzt.


